{"id":10045,"date":"2017-10-27T10:42:52","date_gmt":"2017-10-27T08:42:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=10045"},"modified":"2021-02-20T15:03:48","modified_gmt":"2021-02-20T15:03:48","slug":"gemuese-pflanzen-in-der-innenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/10\/27\/gemuese-pflanzen-in-der-innenstadt\/","title":{"rendered":"Gem\u00fcse pflanzen in der Innenstadt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Urban Gardening \u2013 hei\u00dft das Ph\u00e4nomen, wenn Gr\u00fcnfl\u00e4chen der Stadt\u00a0 zu \u00f6ffentlichen G\u00e4rten werden. So weit ist es in T\u00fcbingen noch nicht. Doch wer aufmerksam durch die Stadt l\u00e4uft, kann sie bereits entdecken: die Pflanzenkisten, in denen Obst und Gem\u00fcse selbst angebaut wird.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Erde liegen beschriftete K\u00e4rtchen: Erbsen, Salat und Kr\u00e4uter. In den Kisten sprie\u00dfen kleine und gr\u00f6\u00dfere Pflanzentriebe. Schon bald sollen sie von jedem geerntet werden k\u00f6nnen. Im Garten des Theodor-Haering-Hauses am Neckar realisiert die Initiative &#8222;Essbare Stadt T\u00fcbingen&#8220; den Anbau von Obst und Gem\u00fcse auf \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen. Die Idee: Jeder soll die M\u00f6glichkeit haben, Lebensmittel anzubauen oder zu ernten.<\/p>\n<h3>Nicht nur wer s\u00e4t erntet<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pflanzenkisten, die daf\u00fcr ben\u00f6tigt werden, kommen von der Stadtg\u00e4rtnerei T\u00fcbingen. Wer seinen gr\u00fcnen Daumen unter Beweis stellen m\u00f6chte, kann eine Partnerschaft f\u00fcr eine Kiste \u00fcbernehmen. Landwirtschaftliches Wissen ist zwar von Vorteil, aber kein Muss. Gepflanzt werden k\u00f6nnen Tomaten, Radieschen, Sellerie oder Salat \u2013 Hauptsache samenfest. Hei\u00dft, dass beispielsweise aus einem Gurkenkern eine neue Gurkenpflanze aufgezogen werden kann. Die Anwendung von D\u00fcngern und Pestiziden sind nat\u00fcrlich verboten. Die Lebensmittel sollen naturbelassen sein.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBio Obst und Gem\u00fcse soll nicht mehr eine Frage des Geldes sein.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_10049\" aria-describedby=\"caption-attachment-10049\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10049 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_0732-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10049\" class=\"wp-caption-text\">Gepflanzt werden, kann was das Herz begehrt. Einzige Voraussetzung: regional und samenfest.<\/figcaption><\/figure><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit kann nur das angebaut werden, was zu einer bestimmten Jahreszeit w\u00e4chst. \u201eEs ist ein ganz anderes Gef\u00fchl, wenn man selbst was anbaut und es dann isst, als wenn man es einkauft\u201c sagt Sonja, Gr\u00fcnderin der Initiative. Dies f\u00fchre auch zu einer h\u00f6heren Wertsch\u00e4tzung von Obst und Gem\u00fcse aus der Gesellschaft selbst heraus. Wer lieber isst, anstatt selbst Hand anzulegen, kann sich aus den Kisten nehmen, was erntereif ist.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcnfl\u00e4chen sinnvoll nutzen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir wollen mit dem Projekt eine nachhaltigere Stadtentwicklung und den biologischen Anbau f\u00f6rdern\u201c, sagt Sonja. \u201eWir m\u00fcssen unseren Lebensraum so nutzen, dass jeder genug zu essen hat und wir unsere Ressourcen nicht ausbeuten.\u201c Auch die Abh\u00e4ngigkeit von Gro\u00dfkonzernen soll durch die Selbstversorgung mit Obst und Gem\u00fcse einged\u00e4mmt werden. M\u00f6glichst viel Profit auf Kosten der Umwelt und anderer Menschen &#8211; so wie momentan gewirtschaftet wird, werde sie kaputt gemacht. Hier setzt die Initiative an und f\u00f6rdert einen alternativen Umgang mit Lebensmitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Treibh\u00e4user k\u00f6nnten \u00fcberfl\u00fcssig werden und l\u00e4stige Verpackungen der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Au\u00dferdem k\u00f6nnte das Stadtklima verbessert werden. \u201eDie Stadt kann wie ein Garten werden\u201c, so Sonja. \u201eDas Sch\u00f6ne daran ist: Es ist kostenlos und die Menschen k\u00f6nnen sich engagieren, wenn sie m\u00f6chten und etwas f\u00fcr die Gemeinschaft tun.\u201c Gemeinsame Interessen, gemeinsames Handeln und gemeinsames Teilen st\u00e4rken n\u00e4mlich den Zusammenhalt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10050\" aria-describedby=\"caption-attachment-10050\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10050 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_0729-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10050\" class=\"wp-caption-text\">So sehen die Kisten f\u00fcr die Patenschaften aus. In den Stadtteilen sind sie vereinzelt vorzufinden.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Keine Konkurrenz<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch bei Dingen, die der \u00d6ffentlichkeit geh\u00f6ren, besteht auch immer die Gefahr von Vandalismus. \u201eDie Erfahrung zeigt, dass wenn die Beete den B\u00fcrgern geh\u00f6ren und sie davon profitieren eine Hemmschwelle aufgebaut wird\u201c, meint Sonja. Wichtig ist der Initiative nicht als Konkurrenz zum Markt oder zu Einkaufsl\u00e4den angesehen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachfrage nach den Pflanzenkisten ist gro\u00df. Einige stehen schon auf der Warteliste. Die Initiative m\u00f6chte schon bald neben den Kisten auch ganze Fl\u00e4chen in der Stadt von der Stadtg\u00e4rtnerei zur Verf\u00fcgung bekommen. Aktuell befinden sich Pflanzenkisten unter anderem in der S\u00fcdstadt, Wanne &#8211; Kunsthalle und im Franz\u00f6sischen Viertel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr Informationen zur Initiative und zu dem Projekt gibt es <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/essbarestadttuebingen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier. <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Nicole Plich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urban Gardening \u2013 hei\u00dft das Ph\u00e4nomen, wenn Gr\u00fcnfl\u00e4chen der Stadt\u00a0 zu \u00f6ffentlichen G\u00e4rten werden. So weit ist es in T\u00fcbingen noch nicht. 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