{"id":10926,"date":"2018-03-13T14:24:07","date_gmt":"2018-03-13T13:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=10926"},"modified":"2018-03-13T14:24:07","modified_gmt":"2018-03-13T13:24:07","slug":"gemuese-frisch-vom-bauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/03\/13\/gemuese-frisch-vom-bauern\/","title":{"rendered":"Gem\u00fcse frisch vom Bauern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Wer den Supermarkt mit den besten Vors\u00e4tzen zum nachhaltigen Einkaufen betritt, kommt meistens desillusioniert wieder heraus. Alternativen gibt es in T\u00fcbingen viele. Heute stellen wir euch eine davon vor: Die SoLaWi-Gemeinschaft.<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ein kalter Tag im Februar. Eckis B\u00e4urles zehn Hektar Ackerland in Dusslingen sind von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Ecki, seine Frau Eva und zwei Mitarbeiter haben trotzdem genug zu tun. Zuerst m\u00fcssen Karotten sortiert werden. Ganz nach dem Motto \u201eDie Guten ins T\u00f6pfchen, die schlechten ins Kr\u00f6pfchen\u201c, landen die Karotten in unterschiedlichen Kisten. Als schlecht gilt allerdings nur, was angefault oder angefressen ist, w\u00e4hrend im \u201eguten T\u00f6pfchen\u201c Karotten aller Formen und Gr\u00f6\u00dfen landen. \u201eDas ist f\u00fcr die SoLaWis, die st\u00f6rt das nicht\u201c, meint Eva B\u00e4urle.<\/p>\n<h3>SoLaWHAT?!<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/tuebingen.solawi-freundeskreis.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SoLaWi<\/a>, das steht f\u00fcr Solidarische Landwirtschaft. Dahinter steht die Idee, dass die Mitglieder einer SoLaWi-Gesellschaft jeden Monat einen festgelegten Betrag an den Landwirt zahlen und im Gegenzug einmal in der Woche die frischen Lebensmittel, die dieser erntet oder produziert, bekommen. Der Beitrag ist dabei nicht, wie im Supermarkt, so ausgerechnet, das f\u00fcr jedes einzelne Produkt gezahlt wird, sondern, dass die Gesamtkosten des Betriebs gedeckt werden. Bei Ernteausf\u00e4llen oder anderen Problemen muss der Landwirt die finanzielle Last dann nicht alleine tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ecki und Eva B\u00e4urle sind seit f\u00fcnf Jahren SoLaWi-Bauern. Damals wurde in T\u00fcbingen die Gem\u00fcse-SoLaWi gegr\u00fcndet. \u201eFinanziell war es bei uns vorher immer eher knapp und als wir gefragt wurden, ob wir nicht Lust haben, mitzumachen, habe ich mir gedacht, ausprobieren k\u00f6nnen wir es ja mal\u201c, erkl\u00e4rt Ecki. Und das Experiment funktioniert: 60 Prozent ihrer Ernte gehen inzwischen an die SoLaWi, ab dem n\u00e4chsten Wirtschaftsjahr sollen es 100 Prozent sein. \u201eWir wollen die Anteilsanzahl von 160 auf 200 erh\u00f6hen.\u201c Der Vertrag zwischen den Landwirten und den Anteilsnehmern wird immer f\u00fcr ein Jahr geschlossen. Bevor ein Wirtschaftsjahr im April beginnt, gibt es eine Bieterrunde f\u00fcr alle Interessenten, dort wird auf Grund der Kostenkalkulation f\u00fcr das kommende Jahr dann der monatliche Beitrag pro Anteil berechnet. Im Moment sind das 64 Euro pro Monat bei w\u00f6chentlicher Gem\u00fcselieferung.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Gem\u00fcse f\u00fcr Jedermann<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Anteile sind bei uns relativ gro\u00df, mit zwei Personen hat man von einem Anteil Gem\u00fcse satt f\u00fcr eine Woche. So ein einzelner Student ist da schon mal \u00fcberfordert\u201c, lacht Ecki B\u00e4urle. \u201eViele WGs teilen sich einen Anteil\u201c, erg\u00e4nzt Eva.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich im Supermarkt schon mal \u00fcber unn\u00f6tig verpackte Lebensmittel und viel zu weite Transportwege ge\u00e4rgert hat, ist in der SoLaWi gut aufgehoben. Alle Gem\u00fcsesorten \u2013 ungef\u00e4hr 60 verschiedene im Jahresverlauf \u2013 werden auf den Bioland-H\u00f6fen in Dusslingen und Waldhausen angebaut und unverpackt in die f\u00fcnf Depots geliefert. Jedes Mitglied ist dann selbst daf\u00fcr verantwortlich, seinen Anteil abzuholen und abzuwiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst l\u00e4dt Ecki B\u00e4urle f\u00fcr einen Tag alle Mitglieder zur Kartoffelernte ein, auch zwei Hoffeste gibt es jedes Jahr, bei dem sich die Mitglieder untereinander kennen lernen k\u00f6nnen. Beim monatlichen SoLaWi-Kreis werden alle Entscheidungen besprochen und jeder kann sich mit seinen Ideen einbringen. Es gibt auch eine WhatsApp-Gruppe f\u00fcr die sogenannte &#8222;spontane Feldhilfe&#8220;. Hier kann jeder tagesaktuell abfragen, ob es sich lohnt, seine\/ihre Hilfe anzubieten &#8211; vormittags nachschauen, nachmittags mal zwei Stunden aufs Feld. Die Teilnahme an allen diesen Aktionen ist selbstverst\u00e4ndlich freiwillig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10929\" aria-describedby=\"caption-attachment-10929\" style=\"width: 698px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10929 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_1921-k.jpg\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"462\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10929\" class=\"wp-caption-text\">Ein paar Flecken oder Macken am Gem\u00fcse machen den SoLaWis nichts aus.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche Studierende schreckt es vielleicht ab, sich ihr Gem\u00fcse nicht selbst aussuchen zu k\u00f6nnen. Der Vorteil ist aber, dass man endlich mal seine ganzen guten Vors\u00e4tze \u00fcber saisonales, regionales, plastikfreies Einkaufen in die Tat umsetzen kann und endlich mal dieses tolle Rezept nachkocht, das man schon seit Monaten kochen wollte, sich dann aber doch nie an die Gem\u00fcsesorten rangetraut hat. Und wenn man mal etwas wirklich gar nicht mag, kann man es beim Abholen immer noch in den Verschenk-Korb legen. Jemand anderes freut sich bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neugierig geworden? Dann schnappt euch eure Mitbewohner und nichts wie hin zur n\u00e4chsten <a href=\"http:\/\/tuebingen.solawi-freundeskreis.de\/?page_id=71\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bieterrunde<\/a> am 17. M\u00e4rz! Und f\u00fcr diejenigen unter euch, die keine Gem\u00fcse-Fans sind: Es gibt in T\u00fcbingen auch eine Streuobst-SoLaWi\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Katharina Baum<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer den Supermarkt mit den besten Vors\u00e4tzen zum nachhaltigen Einkaufen betritt, kommt meistens desillusioniert wieder heraus. Alternativen gibt es in T\u00fcbingen viele. 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