{"id":10979,"date":"2018-04-16T15:26:16","date_gmt":"2018-04-16T15:26:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=10979"},"modified":"2021-02-20T13:41:01","modified_gmt":"2021-02-20T13:41:01","slug":"die-sueddeutschen-debattiermeister-kommen-aus-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/04\/16\/die-sueddeutschen-debattiermeister-kommen-aus-wien\/","title":{"rendered":"Die S\u00fcddeutschen Debattiermeister kommen aus Wien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Sollten die Deutschen patriotischer sein? Das war die Streitfrage, \u00fcber die sich am Sonntagmittag entschied, wer das Finale der S\u00fcddeutschen Meisterschaft im Debattieren gewinnen w\u00fcrde. Durchsetzen konnte sich im T\u00fcbinger Rathaus am Ende ein Team aus der \u00f6sterreichischen Hauptstadt Wien.<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort, wo sonst die politischen Vertreter der T\u00fcbinger*innen tagen, schenkten sich die acht Redner der vier Teams aus Wien, Freiburg, W\u00fcrzburg und T\u00fcbingen von Anfang an nichts. Argumente flogen Teilnehmenden und Zuschauern in gef\u00fchltem Sekundentakt um die Ohren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10999\" aria-describedby=\"caption-attachment-10999\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10999 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/30726762_1724560897630444_4772152937273098240_n-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10999\" class=\"wp-caption-text\">\u201eWeil gesellschaftliche Koh\u00e4sion die Grundvoraussetzung daf\u00fcr ist, politische Reformen durchzusetzen\u201c: Der T\u00fcbinger Samuel Scheuer stritt f\u00fcr die Sinnhaftigkeit von Patriotismus.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine der st\u00e4rksten Beitr\u00e4ge des Tages lieferte Katrin Fallmann aus Wien (siehe Titelbild). Mit der Aussage \u201eWenn ich meine Rede in einem Satz zusammenfassen m\u00fcsste, dann w\u00e4re er: ,Deutschland darf nicht wie \u00d6sterreich werden!\u2018\u201c sicherte sie sich zu Beginn ihrer Ausf\u00fchrungen die Aufmerksamkeit des Publikums. Als bessere Alternative zum Nationalstolz schlug sie die Besinnung auf andere Werte vor und stritt f\u00fcr einen universellen Humanismus.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die beste Rede hielt ein T\u00fcbinger<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sonderpreis f\u00fcr die beste Rede ging allerdings an einen anderen: Der T\u00fcbinger Marius Hobbhahn \u00fcberzeugte die vierk\u00f6pfige Ehrenjury mit einer Rede, in der er Patriotismus als Chance interpretierte. Unter einer Identit\u00e4t k\u00f6nnten verschiedene ethnische Minderheiten, Religionen und Kulturen zusammengefasst werden. In Anspielung auf Pegida meinte er: \u201eDie Pr\u00e4ferenz der Leute in Dresden ist nicht, Ausl\u00e4nder zu hassen, sondern gemeinsam Identit\u00e4t zu suchen.\u201c Besetzt war die Ehrenjury unter anderem mit dem ehemaligen Baden-W\u00fcrttembergischen Vizeministerpr\u00e4sidenten und jetzigen Bundestagsabgeordneten Nils Schmid (SPD).<\/p>\n<figure id=\"attachment_10997\" aria-describedby=\"caption-attachment-10997\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10997 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/30710083_1724560890963778_1099474137006473216_n-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10997\" class=\"wp-caption-text\">Marius Hobbhahn (2. v.r.) hielt die beste Finalrede. Gek\u00fcrt wurde sie von der Ehrenjury bestehend aus (v.l.n.r.) Nils Schmid, dem Tagblatt-Chefredakteur Gernot Stegert, der Professorin f\u00fcr Ethik in den Biowissenschaften Eve-Marie Engels und Philipp Bocks von der Karl Schlecht Stiftung.<\/figcaption><\/figure>\n<blockquote><p><strong>\u201eAuch im Bundestag wird es hoffentlich \u00e4hnlich engagiert zugehen wie heute Nachmittag.\u201c<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser hielt vor dem rhetorischen Wettkampf ein kurzes Gru\u00dfwort. Darin betonte er die Wichtigkeit einer lebhaften Diskussionskultur f\u00fcr eine gesunde Demokratie und lobte den Beitrag, den Institutionen wie Debattierclubs dazu beitragen. \u201eAuch im Bundestag wird es hoffentlich \u00e4hnlich engagiert zugehen wie heute Nachmittag.\u201c, formulierte er zudem einen Vorsatz f\u00fcr die laufende Legislaturperiode.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits vor dem Finale wurde das ganze Wochenende lang flei\u00dfig debattiert: In Vorrunden und im Halbfinale entschied sich, wer f\u00fcr den Titelkampf in den Ring steigen w\u00fcrde. Die Organisation des ganzen Turniers \u00fcbernahmen die Studierenden des T\u00fcbinger Debattierclubs \u201eStreitkultur e.V.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wettkampfdebatten werden in\u00a0 verschiedenen Formaten ausgetragen. Bei dem Wortgefecht um den s\u00fcddeutschen Regionaltitel rotiert das Format j\u00e4hrlich, dieses Mal hie\u00df es \u201eBritish Parliamentary Style\u201c. Nach diesem Regelset f\u00e4llt jedem teilnehmenden Duo eine per Zufall festgelegte Position zu. Bei der Debatte im Sitzungssaal des Rathauses waren die beiden W\u00fcrzburger die \u201eEr\u00f6ffnende Regierung\u201c, die Breisgauer aus Freiburg verk\u00f6rperten die \u201eEr\u00f6ffnende Opposition\u201c, die T\u00fcbinger Lokalmatadore stellten die \u201eSchlie\u00dfende Regierung\u201c und das Siegerteam aus Wien \u00fcbernahm die Rolle der \u201eSchlie\u00dfenden Opposition&#8220;. Den Regeln entsprechend erfuhren die Teams erst f\u00fcnfzehn Minuten vor Beginn der Debatte die These, welche von der Regierungseite vertreten, und von der Opposition abgelehnt wird. Eine studentische Jury k\u00fcrte schlie\u00dflich die Titeltr\u00e4ger <span class=\"_5yl5\">Katrin Fallmann und Marvin Gr\u00fcnthal.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_11000\" aria-describedby=\"caption-attachment-11000\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11000 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/30712476_1724514544301746_2945533926451445760_n-1038x664.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"664\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11000\" class=\"wp-caption-text\">Die Teilnehmer der diesj\u00e4hrigen S\u00fcddeutschen Meisterschaft im Debattieren.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Der \u00e4lteste Debattierclub Deutschlands<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Streitkultur sitzt der \u00e4lteste Debattierverein Deutschlands in T\u00fcbingen. Mehrere gewonnenen deutschen Meisterschaften gehen unter anderem auf das Konto des diesj\u00e4hrigen Gastgebers der s\u00fcddeutschen Meisterschaften. Auch einen (inzwischen gebrochenen) Weltrekord stellte die Streitkultur schon auf: 2011 f\u00fchrten sie eine Debatte, die 44 Stunden (!) dauerte und f\u00fchrten somit das bis dahin l\u00e4ngste jemals dokumentierte Wortgefecht.<\/p>\n<p><u>Fotos<\/u>: Greta Lokstein<br \/>\n<em>Die Streitkultur trifft sich regul\u00e4r jeden Dienstag um 20 Uhr in H\u00f6rsaal 4 der Neuen Aula. Die n\u00e4chsten drei dieser Treffen sind Schnupperabende f\u00fcr Neueinsteiger. Mitmachen kann jede\/r T\u00fcbinger Studierende.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollten die Deutschen patriotischer sein? 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