{"id":1131,"date":"2013-04-05T09:49:39","date_gmt":"2013-04-05T09:49:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1131"},"modified":"2021-02-21T13:40:22","modified_gmt":"2021-02-21T13:40:22","slug":"schone-bescherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/04\/05\/schone-bescherung\/","title":{"rendered":"Sch\u00f6ne Bescherung"},"content":{"rendered":"<h3>In T\u00fcbingen erhalten die Hiwis seit 2012 kein Weihnachtsgeld mehr \u2013 daf\u00fcr ein bisschen mehr Lohn<\/h3>\n<p><strong>Letztes Jahr wurde den studentischen und wissenschaftlichen Hilfskr\u00e4ften (Hiwis) an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen das Weihnachtsgeld gestrichen. Zwar wurden die L\u00f6hne ein wenig angehoben \u2013 gerecht finden die Hiwis das aber nicht.<\/strong><br \/>\n<em>von Daniel Hadwiger<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Weihnachtszeit ist eine Zeit der Gaben und der Geschenke. Ganz in diesem Sinne wurde einigen Hiwis in den letzten Jahren im Dezember ein Weihnachtsgeld ausgezahlt. Diese Jahressonderzahlung betrug je nach Arbeitsvertrag durchschnittlich zwischen 50 und 150 Euro. Das Weihnachtsgeld betrug etwa 80 % eines Monatsgehaltes, damit konnte die Heimfahrt und Geschenke in der Weihnachtszeit bezahlt werden. Im letzten Jahr wurde das Weihnachtsgeld gestrichen. Obwohl dies bereits Anfang 2012 entschieden wurde, haben viele Hiwis das erst Anfang des Wintersemesters erfahren. Daraufhin legten sie Beschwerde beim Rektorat eingelegt.<br \/>\nThea Nesyba ist eine von 2130 Hiwis an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und beharrt auf ihr weihnachtliches Recht. Seit vier Jahren arbeitet Thea Nesyba als Hiwi, mittlerweile am Lehrstuhl f\u00fcr Romanistik. Da sie 45 Stunden im Monat arbeitete, erhielt sie 2011 \u00fcber 300 Euro Weihnachtsgeld. F\u00fcr Thea Nesyba war das Weihnachtsgeld zudem auch ein symbolisches Dankesch\u00f6n f\u00fcr die vielen unbezahlten \u00dcberstunden. Das Weihnachtsgeld erhielt man allerdings nur, falls man bis zum 1. Dezember des Vorjahres angefangen hatte zu arbeiten. Das traf nicht auf alle Hiwis zu und dies ist auch einer der Gr\u00fcnde, warum das Weihnachtsgeld gestrichen wurde. Im Gegenzug wurden die Verg\u00fctungss\u00e4tze auf die erlaubte H\u00f6chstgrenze hochgestuft. So verdient eine ungepr\u00fcfte Hilfskraft seit 1. April 2012 nun 8,67 Euto pro Stunde, also 0,28 Euro mehr. Von der neuen Regelung profitieren die\u00a0 Hiwis, die kurzzeitig und weniger arbeiten. \u201eAber Gerechtigkeit ist doch nicht, wenn niemand mehr Weihnachtsgeld bekommt\u201c, protestiert Thea Nesyba. Die Erh\u00f6hung der L\u00f6hne gleicht das fehlende Weihnachtsgeld bei ihr nicht aus. Dieser Meinung sind auch viele andere. Innerhalb einer Woche konnten so \u00fcber 1000 Unterschriften gegen die Streichung des Weihnachtsgeldes gesammelt werden. Diese wurden am 29. November Rektor Prof. Bernd Engler \u00fcbergeben.<br \/>\nDas Weihnachtsgeld wird jedoch nicht wieder eingef\u00fchrt. Dr. Andreas Rothfu\u00df, als Kanzler der Universit\u00e4t T\u00fcbingen f\u00fcr Finanzen zust\u00e4ndig, erhofft sich vom neuen System eine gerechtere Bezahlung. So wurde die Streichung des Weihnachtsgeldes als sinnvoll angesehen, da nur die Hiwis davon profitierten, die seit Anfang Dezember des Vorjahres angestellt waren. Nun habe man die L\u00f6hne f\u00fcr alle Hiwis auf den erlaubten H\u00f6chstsatz hochgestuft, auch um die Inflation auszugleichen. Die Institute h\u00e4tten nun mehr Geld zur Verf\u00fcgung. \u201eDie Universit\u00e4t als Ganzes hat nichts eingespart\u201c, betont Andreas Rothfu\u00df. In Baden-W\u00fcrttemberg haben au\u00dfer Freiburg und Mannheim bereits s\u00e4mtliche Universit\u00e4ten das Weihnachtsgeld gestrichen, Proteste gab es dort keine. Die einzelnen Institute seien nun von der Auszahlung des Weihnachtsgeldes befreit und k\u00f6nnten zus\u00e4tzliche Stunden oder Hiwi-Stellen anbieten. Seit Einf\u00fchrung der Studiengeb\u00fchren 2007 sei\u00a0 der Bedarf an Hiwi-Stellen gestiegen, nun hoffe man, den Studierenden damit zus\u00e4tzliche Verdienstm\u00f6glichkeiten geschaffen zu haben.<br \/>\nThea Nesyba \u00e4rgert jedoch nicht nur, dass sie nun kein Weihnachtsgeld mehr bekommt, sondern auch, wie sie davon erfahren hat. N\u00e4mlich erst sehr sp\u00e4t. Dabei stand die Streichung der Jahressonderzahlung seit Januar 2012 fest. Andreas Rothfu\u00df verweist auf die einzelnen Institute, die eine Nachricht von der Streichung des Geldes erhalten h\u00e4tten und diese an die Hiwis weitergeben h\u00e4tten sollen. Eine Sammelmail an alle Hiwis sei nicht m\u00f6glich gewesen, da diese nicht organisiert oder im Personalrat vertreten sind.<br \/>\nWenn die Hiwis nun auch kein Weihnachtsgeld mehr bekommen, so f\u00fchrte die Streichung des Geldes vielleicht doch noch zu weihnachtlichen Geschenken: In der gemeinsamen Wut haben sie sich organisiert und gegen die Streichung des Weihnachtsgeldes protestiert. Wenn die Hiwis an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen in der Folge des Protests einen st\u00e4ndigen Sitz in einem Gremium der Universit\u00e4t bek\u00e4men, dann war nicht alles umsonst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In T\u00fcbingen erhalten die Hiwis seit 2012 kein Weihnachtsgeld mehr \u2013 daf\u00fcr ein bisschen mehr Lohn Letztes Jahr wurde den studentischen und wissenschaftlichen Hilfskr\u00e4ften (Hiwis) &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":236,"featured_media":1132,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1131","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/236"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1131"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1131\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24298,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1131\/revisions\/24298"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}