{"id":11765,"date":"2018-06-16T08:12:46","date_gmt":"2018-06-16T08:12:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=11765"},"modified":"2021-02-19T18:30:32","modified_gmt":"2021-02-19T18:30:32","slug":"kulinart-nicht-nur-lecker-sondern-auch-sozial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/06\/16\/kulinart-nicht-nur-lecker-sondern-auch-sozial\/","title":{"rendered":"KulinArt: Nicht nur lecker, sondern auch sozial"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u201aSocial Street Food\u2018 \u2013 das wird auf dem Essensmarkt KulinART angeboten, der diesen Donnerstag bis Samstag t\u00e4glich bis 21 Uhr vor der Stiftskirche stattfindet. An den St\u00e4nden kochen Gefl\u00fcchtete orientalische Gerichte aus ihren jeweiligen Heimatl\u00e4ndern.\u00a0\u00a0<\/em><\/strong><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der D\u00f6ner gilt in Deutschland inzwischen fast als Nationalgericht, doch viele der Gerichte auf dem KulinART-Markt dagegen d\u00fcrften bei gastronomischer Hegemonie von Pizza und Pasta doch eher unbekannt sein. Die Falafel-Box gibt es auch hier zum \u00fcblichen Preis von 4,50 Euro, soweit alles wie gewohnt. Doch was zum Beispiel ist Zereshk Polo, was Fattosh, was Mutabal? Dies k\u00f6nnen Besucher auf dem Streetfood-Markt erfahren &#8211; beziehungsweise erschmecken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11793\" aria-describedby=\"caption-attachment-11793\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11793 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/streetfood4-896x672.jpg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11793\" class=\"wp-caption-text\">Das Unternehmen \u201aRED &#8211; Enjoy Refugees Best Kitchen&#8216; vom &#8222;<em>Stuttgarter des Jahres 2017&#8243;<\/em> Issam (l.) und von Giovanna (r.) besch\u00e4ftigt auch Gefl\u00fcchtete ohne eine gute Bleibeperspektive, wie etwa Praktikant Zeker (m.).<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Fester Foodtruck soll kommen <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hipster und international, oft \u00fcberteuert und mit \u00fcberzogener Eigenwerbung, aber irgendwie trotzdem unwiderstehlich: So die Vorstellung, die man von den meisten Streetfood-Festivals hat. Dieser Markt hingegen m\u00f6chte vor allem international und sozial sein. Das <a href=\"http:\/\/essens-welten.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Start-Up \u201aEssensWelten\u2018<\/a>, der Veranstalter des Marktes, hat sein Angebot als \u201aSocial Street Food\u2018 konzipiert, da bei diesem Markt Gefl\u00fcchtete aus Syrien, dem Iran, dem Irak und dem Libanon kochen. So soll den K\u00f6chInnen eine Berufsperspektive in der Gastronomie er\u00f6ffnet werden. \u201eWir m\u00f6chten auch langfristig Leute anstellen\u201c, sagt Julian Rauscher, einer der Gr\u00fcnder von EssensWelten. \u201eAb August soll ein fester Foodtruck in der T\u00fcbinger Altstadt stehen, in dem zwei bis drei K\u00f6che arbeiten.\u201c Die orientalischen Gerichte k\u00f6nnten also bald ebenso wie Falafel und D\u00f6ner zu einer g\u00e4ngigen Alternative f\u00fcr die Mittagspause werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11792\" aria-describedby=\"caption-attachment-11792\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11792 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/streetfood7-896x672.jpg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11792\" class=\"wp-caption-text\">Shirin Mahdipour kocht und verkauft \u201aGhorme Sabzi&#8216;, ein im Iran gern gegessenes Reisgericht.<\/figcaption><\/figure>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eMal was anderes als ein D\u00f6ner\u201c <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch noch sind die Organisatoren mit dem ersten Essensmarkt besch\u00e4ftigt, der nach ersten Anlaufschwierigkeiten in vollem Gange ist. F\u00fcr Donnerstagabend werden viele G\u00e4ste erwartet, da als Zusatz zum Festival die <a href=\"https:\/\/www.zufluchtkultur.de\/news\/fr-15-06-2018-abends-stiftskirche-tubingen-orfeo\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">transkulturelle Oper \u201aOrfeo\u2018<\/a> aufgef\u00fchrt wird, eine Neuinterpretation des Orpheus-Mythos unter Mitwirkung von Gefl\u00fcchteten. Auch am Freitag werde wohl \u00fcppig gegessen werden: \u201eAm Freitag ist das Zuckerfest\u201c <em>(Ende des Ramadan)<\/em>, erz\u00e4hlt Ragahd aus Syrien. Ragahd verkauft das Gericht Fattosh, einen sauren Salat, dazu gibt es arabisches Brot und den Auberginen-Dip Mutabal. Zusammen mit ihrer Mutter, die im Hintergrund des Standes Bl\u00e4tter mit Gem\u00fcse und Reis f\u00fcllt, arbeite sie zum ersten Mal als K\u00f6chin. Sie k\u00f6nne sich gut vorstellen, dass arabisches Essen auch in Deutschland Anklang finde. \u201eEs ist mal was anderes als ein D\u00f6ner. Und es ist lecker und gesund.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die 50-j\u00e4hrige Fatmah, ebenfalls aus Syrien, kocht zum ersten Mal auf einem Streetfood-Festival. Nach ihrem B1-Deutschkurs kann sie sich vorstellen, auch dauerhaft als K\u00f6chin zu arbeiten. Bei ihr gibt es Kibbeh &#8211; Hackfleischb\u00e4llchen mit Bulgur und Zwiebeln.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11791\" aria-describedby=\"caption-attachment-11791\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11791 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/streetfood5-896x672.jpg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11791\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr 5,90 Euro gibt es an einem der syrischen St\u00e4nde die Fleischb\u00e4llchen \u201aKibbeh&#8216; zu kaufen.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres beliebtes Gericht an den acht Essensst\u00e4nden ist das iranische \u201aZereshk Polo\u2018 mit H\u00e4hnchen, Reis, Beberitzen und Pistazien, auch wenn es mit 7,50 Euro eher den Endpunkt der Preisspanne bildet, die bei 4,50 Euro anf\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schirmherr der Veranstaltung ist Oberb\u00fcrgermeister Boris Palmer \u2013 mit Social Street Food scheint sich sein \u201eWir k\u00f6nnen nicht allen helfen\u201c-Dogma zu vertragen. Bleibt zu hoffen, dass das Konzept von EssensWelten zumindest einige aus der Menge des \u201eNicht\u201c in das \u201eAlle\u201c \u00fcberf\u00fchren kann. Denn diese Menschen k\u00f6nnen auch uns helfen, Neues\u00a0 zu entdecken.<\/p>\n<p><u>Fotos:<\/u> Alexa Bornfleth<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aSocial Street Food\u2018 \u2013 das wird auf dem Essensmarkt KulinART angeboten, der diesen Donnerstag bis Samstag t\u00e4glich bis 21 Uhr vor der Stiftskirche stattfindet. 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