{"id":1200,"date":"2013-05-20T15:34:10","date_gmt":"2013-05-20T13:34:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1200"},"modified":"2013-05-20T15:34:10","modified_gmt":"2013-05-20T13:34:10","slug":"weird-wunderbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/05\/20\/weird-wunderbar\/","title":{"rendered":"WEIRD &amp; WUNDERBAR"},"content":{"rendered":"<h3>T\u00fcbingen einmal anders betrachtet: So sehen internationale Studenten ihre Wahlheimat<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Deutschland ist wundersch\u00f6n. Die Landschaften sind einzigartig, unsere Trink- und Esskultur bekannt in der ganzen Welt. Doch wie gut kennen wir dieses Deutschland, wie gut kennen wir uns selbst?<\/strong><\/span><br \/>\n<em>von Lisa Wazulin<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nJedes Land, jede Stadt hat mit Vorurteilen zu k\u00e4mpfen. Doch wie sieht es mit Deutschland aus, wie wirken die Deutschen, vor allem wir, die T\u00fcbinger, auf andere? Tragen in \u201eGood old Germany\u201c wirklich alle Lederhosen und trinken Bier? Aus der Sicht der \u201eKrauts\u201c nat\u00fcrlich nicht, aber wie steht es mit den internationalen Studierenden, die sich t\u00e4glich mit fremden und ungemein merkw\u00fcrdigen Gewohnheiten der Deutschen auseinandersetzen m\u00fcssen?<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Die Angst vor der Erk\u00e4ltung<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Die allgemeine Verwirrung der internationalen Studenten setzt bereits in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft ein. Allein der allt\u00e4gliche Weg zur Uni wird f\u00fcr manche zu einer Entdeckungsreise der besonderen Art. Beim morgendlichen Gang vom Hauptbahnhof zur Wilhelmstra\u00dfe stechen besonders die Apotheken ins Auge. Wieso gibt es an jeder Ecke einen Laden f\u00fcr Medikamente? Sind alle Deutschen durchgehend krank oder sind sie wom\u00f6glich alle tablettens\u00fcchtig? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Nicht umsonst ert\u00f6nt im H\u00f6rsaal grimmig der Ausruf: \u201eEs zieht!\u201c, wenn auch nur ein Hauch von Luft den Raum durchstr\u00f6mt. Schon allein der Ausdruck macht f\u00fcr viele internationale Studenten keinen Sinn: Wer oder was zieht denn da? Und wieso haben die Deutschen Angst vor Luft? Die permanente Angst der Deutschen, zu erkranken, sei es nur an einer Erk\u00e4ltung, spiegelt sich auch in der Hausschuh-Kultur wieder, die mit Eifer streng zelebriert wird. Kalte F\u00fc\u00dfe sind ein absolutes No-Go, das es zu vermeiden gilt, koste es was es wolle! Wer keine Hausschuhe tr\u00e4gt, dem wird mit einem mitleidigen Blick eine Erk\u00e4ltung prophezeit, die dann, beim tats\u00e4chlichen Eintreten mit verschiedensten Medikamenten aus der Apotheke um die Ecke bek\u00e4mpft wird! Wird man daher unter der Woche von der heimt\u00fcckischen b\u00f6sen Erk\u00e4ltung heimgesucht, ist eine Rundumversorgung durch den Notfalldienst einer ausgew\u00e4hlten Apotheke gew\u00e4hrleistet. Doch warum gibt es so etwas wie einen Notfalldienst? Warum haben diese angeblich lebenswichtigen Apotheken nicht einfach ganzt\u00e4gig ge\u00f6ffnet?<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Die deutsche Arbeitswoche: ein Traum?!<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Offenbar setzen die Deutschen ihre Priorit\u00e4ten doch anders als gedacht und verzichten f\u00fcr einen fr\u00fcheres Schichtende auf ihre Gesundheit. Denn die deutsche Arbeitswoche beginnt p\u00fcnktlich montagmorgens und endet freitagabends! Dies hat zur Folge, dass nun pl\u00f6tzlich samstags und sonntags die Busse, an die man sich gerade gew\u00f6hnt hatte, zu v\u00f6llig anderen Zeiten fahren! Der Samstag ist seltsam: Die normalen Arbeitszeiten \u00e4ndern sich allein f\u00fcr diesen einen Tag, Caf\u00e9 Lieb oder Keim schlie\u00dfen um 12 Uhr, die Superm\u00e4rkte sind teilweise leergekauft und es sind auf einmal doppelt so viele Leute in der Altstadt als zuvor. Mysteri\u00f6ser wird es dann am Sonntag: Alle L\u00e4den sind geschlossen! Die Deutschen kennen anscheinend das \u201e24h open\u201c-Schild nicht, sie haben offensichtlich beschlossen, einen ganzen Tag lang nichts zu tun! Doch ganz an ihre eigenen Regeln scheinen sie sich nicht zu halten, denn die Restaurants und Bars haben auch sonntags ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Die Liebe zum Bier<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Das war ja dann wohl wieder klar, dass die Deutschen nicht mal einen Tag auf ihr geliebtes Bier verzichten k\u00f6nnen! Schlie\u00dflich trinken die Deutschen das fl\u00fcssige Gold \u201esince they were babies!\u201c und sind daher mit dem erfrischenden k\u00fchlen Getr\u00e4nk aufgewachsen. Aber in\u00a0 welchem Land kann man sonst so viel Bier trinken, wie man m\u00f6chte, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, ohne dass man schr\u00e4g angesehen wird? Ein Land, in dem man jederzeit wegen jedem Wehwehchen versorgt werden kann, sei es auch nur wegen einer mickrigen Erk\u00e4ltung!<br \/>\nJa, Deutschland ist mit seinen Eigenarten manchmal schwer zu verstehen, aber es ist eben nicht nur \u201eweird\u201c &#8211; sondern auch wunderbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00fcbingen einmal anders betrachtet: So sehen internationale Studenten ihre Wahlheimat Deutschland ist wundersch\u00f6n. 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