{"id":12067,"date":"2018-07-03T09:45:11","date_gmt":"2018-07-03T09:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=12067"},"modified":"2021-02-19T18:26:49","modified_gmt":"2021-02-19T18:26:49","slug":"einkauf-aus-protest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/07\/03\/einkauf-aus-protest\/","title":{"rendered":"Einkauf aus Protest"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>In Deutschland verbraucht eine Person durchschnittlich 37 Kilogramm Plastik pro Jahr. Definitiv zu viel, finden die VeranstalterInnen von &#8218;Plastic Attack&#8216;. Mit einer Flashmob-artigen Aktion wollen sie mehr Bewusstsein f\u00fcr den Verpackungswahnsinn schaffen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Stuttgart, Freiburg, Heidelberg und auch in T\u00fcbingen fand am Samstag, den 30. Juli, um 16 Uhr die Aktion &#8218;Plastic Attack&#8216; statt. Veranstaltet von <em>WinD-T\u00fcbingen<\/em> trafen sich rund 20 Leute auf dem Holzmarkt und gingen gemeinsam, ausgestattet mit selbstgestalteten Bannern und Plakaten, in den n\u00e4chsten Supermarkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WinD ist ein Netzwerk, das von r\u00fcckgekehrten internationalen Freiwilligen gegr\u00fcndet wurde, um sich f\u00fcr globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einzusetzen. Das Format <em>Plastic Attack<\/em> haben sich die T\u00fcbinger Aktivisten nicht selbst ausgedacht: es kommt urspr\u00fcnglich aus Gro\u00dfbritannien und verbreitet sich mittlerweile weltweit, um auf den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Plastikkonsum und unn\u00f6tigen Verpackungsm\u00fcll aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gekauft wurde bei der Aktion nur das, was auch normal an einem Samstagnachmittag auf dem Einkaufszettel steht. Die VeranstalterInnen wiesen explizit darauf hin, man solle nicht extra mehr unn\u00f6tig verpackte Lebensmittel als sonst einkaufen. Nach dem Einkauf wurde gemeinsam alles ausgepackt und in mitgebrachte Dosen, Taschen, Einmachgl\u00e4sern oder \u00e4hnliches um-verpackt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12070\" aria-describedby=\"caption-attachment-12070\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12070 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0033-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12070\" class=\"wp-caption-text\">Egal ob Obst, Reis, Spaghetti oder Kaffee: Alles Eingekaufte packten die TeilnehmerInnen der Aktion noch an Ort und Stelle aus.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewusstsein in der breiten Masse verankern<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufmerksamkeit, die mit der Aktion erzeugt wurde, hielt sich allerdings in Grenzen. Einige Passanten schauten verwundert, setzten dann aber meist mit einem leichten \u201eAch &#8211; T\u00fcbingen halt\u201c-Blick ihren Einkauf fort. Eine Teilnehmerin der Aktion sagt dennoch, das \u201eZiel sei die Massen zu mobilisieren\u201c, auch Mitveranstalter Konstantin meint: \u201eAlle sollen davon mitbekommen\u201c. Deshalb versucht sich die Gruppe auch m\u00f6glichst sichtbar vor dem Eingang des Ladens zu positionieren. Nach etwa 15 Minuten wurde die Gruppe allerdings von einer Mitarbeiterin \u2013 die die gesamte Aktion sehr skeptisch betrachtet hatte \u2013 aufgefordert, die Fluchtwege frei zu halten, weshalb leicht abseits weiter ausgepackt wurde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12069\" aria-describedby=\"caption-attachment-12069\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12069 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0031-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12069\" class=\"wp-caption-text\">Auch mit Protestbotschaften auf ihren Rucks\u00e4cken machten die Plastic Attack-Aktivisten auf das Problem mit dem Verpackungsm\u00fcll aufmerksam.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem das gesamte Verpackungsmaterial gesammelt wurde, waren zwei Einkaufsw\u00e4gen gef\u00fcllt mit M\u00fcll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konstantin erz\u00e4hlt, er nutzt den Unverpackt-Laden, um m\u00f6glichst wenig Verpackungsm\u00fcll zu produzieren. Auch Pia findet: \u201eUnverpackt-L\u00e4den sind ein guter Ansatz, aber sehr teuer\u201c. Sie w\u00fcnscht sich bessere Gesetze und etwa eine h\u00f6here Steuer auf Plastik. Ihrer Meinung nach sind vor allem \u201eKlopapier und Gem\u00fcse unn\u00f6tig verpackt\u201c.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12071\" aria-describedby=\"caption-attachment-12071\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12071 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0053-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12071\" class=\"wp-caption-text\">Zwei Einkaufsw\u00e4gen voller M\u00fcll sollten eine klare Botschaft aussenden: Wir produzieren und verwenden zu viel Plastik!<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Den M\u00fcll einfach im Laden lassen <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder H\u00e4ndler und jeder Hersteller ist gesetzlich dazu verpflichtet, Verpackungsmaterialien zur\u00fcckzunehmen. Deshalb haben die Teilnehmer von Plastic Attack ihren M\u00fcll einfach im Einkaufsladen gelassen und eine Verk\u00e4uferin gebeten, ihn zu entsorgen. Dies geschah ohne Probleme, der gesamte M\u00fcll wurde anstandslos zur\u00fcckgenommen und entsorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere Verk\u00e4uferin fragte nur: \u201eIst das jetzt jeden Tag so?\u201c. Nat\u00fcrlich nicht. Aber wenn jeder ein wenig darauf achtet, weniger Plastik zu kaufen und jedes Mal zumindest einen Teil seines gekauften M\u00fclls im Laden l\u00e4sst, ist das sicher nicht ganz so eindrucksvoll, wird aber m\u00f6glicherweise mit der Zeit zu einem Umdenken bei den Anbietern f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Fotos:<\/u> Marie Kanzleiter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland verbraucht eine Person durchschnittlich 37 Kilogramm Plastik pro Jahr. Definitiv zu viel, finden die VeranstalterInnen von &#8218;Plastic Attack&#8216;. 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