{"id":12511,"date":"2018-11-11T13:52:43","date_gmt":"2018-11-11T13:52:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=12511"},"modified":"2021-02-19T18:18:29","modified_gmt":"2021-02-19T18:18:29","slug":"was-kostet-positiver-frieden-in-der-internationalen-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/11\/11\/was-kostet-positiver-frieden-in-der-internationalen-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Was kostet positiver Frieden in der Internationalen Gesellschaft?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Was ist n\u00f6tig, damit Gesellschaften friedlich zusammenleben k\u00f6nnen? Wie kann man auch in sogenannten failed states Demokratie f\u00f6rdern? Unter anderem um diese Fragen ging es, als Professor Diez am Donnerstag\u00a0 auf Einladung der <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/UNHochschulgruppeTuebingen\/\">UN-Hochschulgruppe<\/a> im Institut f\u00fcr Politikwissenschaft referierte.<\/em> <\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Welt wird auf internationaler Ebene immer st\u00e4rker von Fragen der Menschenrechte und von Thematisierung der Ausbeutung und Marginalisierung ganzer Bev\u00f6lkerungsgruppen gepr\u00e4gt. Neben dem \u201enegativen Frieden\u201c zwischen zwei Staaten, das hei\u00dft die blo\u00dfe Abwesenheit von Krieg, gibt es auch eine Form von Frieden, die sich \u201epositiver Frieden\u201c nennt. So sagt es jedenfalls Thomas Diez, Professor f\u00fcr Internationale Beziehungen an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Auf Einladung der <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/UNHochschulgruppeTuebingen\/\">UN-Hochschulgruppe<\/a> referierte er in bisweilen doch recht komplex gehaltener Fachsprache \u00fcber die Frage, was dieser \u201epositive Frieden\u201c, der seit Jahrzehnten immer st\u00e4rker durch die internationale Politik wandert, denn eigentlich auch f\u00fcr Kosten und Schattenseiten habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein solcher Frieden sei n\u00e4mlich nicht ein blo\u00dfer Waffenstillstand, sondern gehe vielmehr die Wurzeln allen \u00dcbels an. Hinter Kriegen st\u00fcnden n\u00e4mlich oft Fragen der strukturellen Gewalt, die so genannten \u201eRoot Causes\u201c: Armut, Hunger, Unterdr\u00fcckung, Ausgrenzung und Verletzung von Menschenrechten. Der positive Frieden sei also ein Frieden, der diese Wurzeln zu ver\u00e4ndern oder zu beseitigen suche.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12512\" aria-describedby=\"caption-attachment-12512\" style=\"width: 1009px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12512 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/profdiez-1009x672.jpeg\" alt=\"\" width=\"1009\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12512\" class=\"wp-caption-text\">Professor Thomas Diezerl\u00e4utert die Wichtigkeit von \u00fcberzeugten Demokraten<\/figcaption><\/figure>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Demokraten gesucht!<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings sei es schwer zu entscheiden, welche Werte und Normen man diesem Friedensbegriff zu Grunde legt. Unsere westlichen Werte von Freiheit und Individualismus? Die islamische Scharia? Der chinesische Kollektivismus? Das sei keine leichte Frage, denn schlie\u00dflich kann am Ende jeder seine Normen zu den allgemein g\u00fcltigen erkl\u00e4ren und es bed\u00fcrfe eines sehr hohen Ma\u00dfes an internationaler Zusammenarbeit, um dahingehend auf einen Nenner zu kommen. Auch k\u00f6nne man nicht einfach, wie die Briten unter Tony Blair, welchem Herr Diez einen gewissen demokratischen \u201eMissionseifer\u201c unterstellt, beim Einmarsch in Afghanistan 2001 oder in den Irak 2003 mitmachen in der festen \u00dcberzeugung, dass dadurch die Gesellschaft dieser L\u00e4nder \u00fcber Nacht freiheitlich-demokratisch werden w\u00fcrde. Eine Demokratie braucht halt auch immer eins: Demokraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das krachende Scheitern beider Feldz\u00fcge trotz milit\u00e4rischen Sieges zeigt, dass positiver Frieden weit mehr erfordert als nur milit\u00e4rische Interventionen und wirtschaftliche Sanktionen. Er verlangt von vielen L\u00e4ndern auch bedeutende materielle Anstrengungen und normative Ver\u00e4nderungen, sprich: Damit man die Demokratie in die Welt hinaustragen kann, m\u00fcssen die L\u00e4nder der Welt auch erstmal Gesellschaften haben, die diese auch mittragen. Im Prinzip, so Herr Diez, gehe es um den \u201eAufbau von Strukturen, in denen Menschen gut leben k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Eindruck des Redakteurs vom Vortrag<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vortrag hat viele interessante Aspekte beleuchtet und spannende Perspektiven der internationalen Politik aufgezeigt; Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern ohne Vorwissen in diesem Gebiet ist es jedoch sicherlich schwer gefallen, den umfassenden Ausf\u00fchrungen des Referenten zu folgen. Auf jeden Fall war es eine gute Idee der <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/UNHochschulgruppeTuebingen\/\">UN-Hochschulgruppe<\/a>, zu diesem hochspannenden Thema einzuladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/UNHochschulgruppeTuebingen\/\">UN-Hochschulgruppe<\/a> trifft sich jeden 2. Mittwoch im Gro\u00dfen Seminarraum 124, 1. OG des Instituts f\u00fcr Politikwissenschaften in der Melanchthonstra\u00dfe 35, unweit des Kupferbaus. Die n\u00e4chsten Treffen finden am 21.11 und am 5.12 statt. Interessierte aller Fachrichtungen sind herzlich eingeladen vorbeizukommen und reinzuschnuppern!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Marko Knab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist n\u00f6tig, damit Gesellschaften friedlich zusammenleben k\u00f6nnen? Wie kann man auch in sogenannten failed states Demokratie f\u00f6rdern? 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