{"id":1252,"date":"2013-06-06T09:37:20","date_gmt":"2013-06-06T09:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1252"},"modified":"2021-02-21T13:36:40","modified_gmt":"2021-02-21T13:36:40","slug":"fit-for-money","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/06\/06\/fit-for-money\/","title":{"rendered":"FIT FOR MONEY"},"content":{"rendered":"<h3>Der Hochschulsport ist seit diesem Semester kostenpflichtig<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Eine \u00fcberraschende Nachricht erreichte Anfang dieses Semesters die Studierenden. F\u00fcr das universit\u00e4re Sportprogramm muss man seitdem zahlen. Wie kam es dazu, gibt es Vorteile und vor allem: Wo flie\u00dft das Geld der Studierenden \u00fcberhaupt hin?<\/strong><\/span><br \/>\n<em>von Isabell Wutz<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nAm Montag den 8. Oktober um kurz vor 12 Uhr sitzen tausende Studierende der Universit\u00e4t T\u00fcbingen vor ihren PCs und aktualisieren eine Seite immer wieder. An diesem Tag, zu dieser Uhrzeit ist wohl keine Seite beliebter als die Anmeldeseite des Hochschulsports. Tage zuvor erreichte schon eine E-Mail mit wichtigen Informationen \u00fcber Ver\u00e4nderungen des Hochschulsports die Studierenden. Beim Lesen wurde deutlich, dass ab dem Wintersemester 2012\/13 das Sportprogramm kosten- und anmeldepflichtig wurde. Was bedeutet das nun? Zun\u00e4chst mal, dass man sich f\u00fcr gewisse Sportarten im Vorhinein entscheiden muss. Eine spontane sportliche Bet\u00e4tigung im betreuten Programm ist nicht mehr m\u00f6glich. Diese \u00fcberraschende Nachricht war also f\u00fcr viele Studierende der Anlass, sich an diesem besagten Montag vor die Bildschirme zu setzen und zu warten, bis die Uhr 12 schlug und die Seite f\u00fcr die Anmeldungen freigeschaltet wurde. Als es dann so weit war, brach der Server zusammen. Frustriert und ver\u00e4rgert sa\u00dfen die Studenten noch \u00fcber eine Stunde vor ihren PCs, um sich f\u00fcr ihren Lieblingskurs anzumelden, nur um dann zu erfahren, dass sie auf der Warteliste gelandet waren. Diese radikale Umstellung f\u00fchrte zu Missmut und Unverst\u00e4ndnis und der Frage, wie es dazu kam.<br \/>\nSchaut man sich die offiziellen Aufgaben und Funktionen des Hochschulsports n\u00e4her an, findet man folgene Definition: \u201eDie F\u00f6rderung von Sport, Bewegung und Gesundheit, die gesellschaftliche Integration, die Bereitstellung von Angeboten (&#8230;)\u201c. Doch werden diese Punkte durch die nun ben\u00f6tigte Anmeldung und Bezahlung des Programms noch gew\u00e4hrleistet?<br \/>\nViele Studierende nutzen den Sport, um einen Ausgleich zu dem Druck und den Herausforderungen im Studium zu schaffen. Sich spontan nach einem miesen Tag an der Universit\u00e4t mit sportlichen Aktivit\u00e4ten zu entlasten, ist ein wichtiger Teil des studentischen Lebens. Doch mit diesem Luxus ist es jetzt vorbei.<br \/>\nVorbei ist es aber auch mit den \u00fcberf\u00fcllten Kursen und Hallen, wo man kaum Platz hatte, sich zu bewegen. \u00dcber die letzten Jahre hinweg ist die Zahl der Teilnehmer stetig gestiegen und laut Ingrid Arzberger, Leiterin des Hochschulsports, hat man nun endg\u00fcltig eine \u201eKapazit\u00e4tsgrenze\u201c erreicht. Die Qualit\u00e4t der Kurse hatte fr\u00fcher schon unter den hohen Teilnehmerzahlen gelitten und mit dem doppelten Jahrgang und dem Aussetzen der Wehrpflicht konnte man auch keine Besserung erwarten. Wenn statt 250 zugelassenen Leuten 500 in der \u201eSpielhalle\u201d trainieren, leidet nicht nur das Material und die Halle, auch der Versicherungsschutz ist nicht mehr gew\u00e4hrleistet. Diese st\u00e4ndige Belastung war f\u00fcr Mensch und Material auf lange Sicht nicht mehr tragbar und man kam zu dem Entschluss, eine Anmeldung einzurichten. Doch wieso muss man zahlen? Wie konnte es Jahre zuvor funktionieren und nun nicht mehr?<br \/>\nFrau Arzberger sagt dazu: \u201eMein Vorg\u00e4nger hat in den letzten Jahren einen Puffer aufgebaut, der nun leider zu Ende geganden ist.\u201d Die Kosten f\u00fcr weitere angemietete Hallen und f\u00fcr den Erhalt der eigenen Geb\u00e4ude sind weiter gestiegen. Die Haushaltszuweisung der Universit\u00e4t blieb unver\u00e4ndert, obwohl zus\u00e4tzlich die Geh\u00e4lter f\u00fcr Mitarbeiter, Hiwis, Sportreferenten, Schlie\u00dfdienst und Kontrollen weiterhin vom Hochschulsport getragen werden m\u00fcssen. Bei dieser finanziellen Lage ist das Kursgeld nur \u201eein kleiner Tropfen\u201c der zum Gesamtetat des Hochschulsports beitr\u00e4gt. Weitere Kurse anzubieten ist momentan nicht m\u00f6glich, da die Hallen von den T\u00fcbinger Schulen und Vereinen voll ausgenutzt werden. Doch Hoffnung besteht, denn Pl\u00e4ne f\u00fcr eine neue Halle existieren schon. Bis dahin kann es noch ein weiter Weg sein, wobei man den \u201eKinderkrankheiten\u201c wie Serverabst\u00fcrzen, die den Hochschulsport noch belasten, versucht entgegenzuwirken. Ver\u00e4nderungen wie eine zeitversetze Anmeldung oder \u201eFliegende Tickets\u201c (Sportkarten, die es erm\u00f6glichen bei einem unterbesetzten Kurs noch teilzunehmen) lassen auf Verbesserung hoffen. Zu erwarten ist dann nur noch, dass es mehr Transparenz f\u00fcr die Studenten gibt und man nicht pl\u00f6tzlich wieder von einer gro\u00dfen Ver\u00e4nderung im Studentenleben \u00fcberrascht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hochschulsport ist seit diesem Semester kostenpflichtig Eine \u00fcberraschende Nachricht erreichte Anfang dieses Semesters die Studierenden. F\u00fcr das universit\u00e4re Sportprogramm muss man seitdem zahlen. 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