{"id":12650,"date":"2018-11-20T16:44:46","date_gmt":"2018-11-20T16:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=12650"},"modified":"2021-02-19T18:17:29","modified_gmt":"2021-02-19T18:17:29","slug":"clara-zetkin-frauenwahlrechte-sind-mehr-als-nur-soziales-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/11\/20\/clara-zetkin-frauenwahlrechte-sind-mehr-als-nur-soziales-recht\/","title":{"rendered":"Clara Zetkin: Frauenwahlrechte sind mehr als nur soziales Recht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Am vergangenen Montagabend um 19 Uhr wurde im Ratssaal des Rathauses ein weiteres Mal das Jubil\u00e4um des Frauenwahlrecht gew\u00fcrdigt. Das 100-j\u00e4hrige Bestehen wurde dort von der Rosa Luxemburg-Stiftung Baden-W\u00fcrtemberg sowie den Linken mit einem historischen Vortrag \u00fcber Clara Zetkin geehrt. Die Historikerinnen Nicola Hille und Anna Held kommen aus Stuttgart und sind dort Gleichstellungsbeauftragte an der Universit\u00e4t.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_12645\" aria-describedby=\"caption-attachment-12645\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12645 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_5414x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12645\" class=\"wp-caption-text\">Begr\u00fc\u00dfung im Ratssaal durch Gerlinde Strasdeit von den LINKEN.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Wahlrecht ist soziales Recht<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Fokus des gut besuchten Vortrags lag haupts\u00e4chlich auf Clara Zetkin und ihrer Person, da die Frauenrechtlerin im Kreis Stuttgart bemerkenswert aktiv war, was das Frauen(-wahl)recht angeht. Mit ihrer Politik leistete sie auch den ein oder anderen Beitrag zur endg\u00fcltigen Durchsetzung des Frauenwahlrechts am 13. November 1918. Sie war eine Vork\u00e4mpferin und Repr\u00e4sentantin der proletarischen Frauenbewegung, die sie zu Beginn als Teil der allgemeinen sozialen Emanzipation und des sozialen Rechts verstand. Sp\u00e4ter erkannte sie, dass zur Durchsetzung die Autonomie der Frauenbewegung notwendig war, um zum Ziel zu gelangen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12648\" aria-describedby=\"caption-attachment-12648\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12648\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_5441x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12648\" class=\"wp-caption-text\">Fotographie von Clara Zetkin<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Frauenrechte sind mehr<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zuge des internationalen Sozialisten-Kongress in Stuttgart 1907 stellte die Frauenrechtlerin klar, dass alle L\u00e4nder verpflichtet seien, energisch f\u00fcr das Frauenwahlrecht zu k\u00e4mpfen. Die sozialdemokratische Redaktionsleiterin der \u201aGleichheit\u2018, einer Zeitung, die in Stuttgart vom Diez Verlag heraus gegeben wurde, machte durch die popul\u00e4re Zeitschrift viele Leser auf den Frauenkongress aufmerksam. Die Zeitschrift war, bevor Zetkin abgel\u00f6st wurde, eine der f\u00fchrenden Zeitschriften der Sozialbewegung, stellte gegenw\u00e4rtige Positionen dar und forderte \u00c4nderungen. Clara Zetkin stellt auf dem popul\u00e4ren Kongress die Zust\u00e4nde der damaligen Frauenrechte dar. Ausgeschlossen vom politischen Wahlrecht durch den Staat und von ihren Ehem\u00e4nnern eingegrenzt in ihren M\u00f6glichkeiten Berufe auszu\u00fcben, gab es f\u00fcr Frauen so einiges, was es zu \u00e4ndern galt. Das erkennt Zetkin auch, als ein m\u00e4nnliches Mitglied ihrer Partei meint:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSeid ihr so weit, dass ihr eine Frau f\u00fcr diese Arbeit nehmen m\u00fcsst? Hattet ihr keinen Mann um den Posten zu besetzen?\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem Punkt erkennt die Frauenrechtlerin, dass es Zeit ist, den Geschlechterunterschied mehr zu betonen und den Fokus vom sozialen Aspekt der Emanzipation ein wenig umzuwandeln. Bei dem n\u00e4chsten Kongress in Kopenhagen war Clara Zetkin nicht unbeteiligt daran, dass es einen \u201aInternationalen Frauentag\u2018 geben sollte. Dieser wurde sp\u00e4ter auf der 8. M\u00e4rz gelegt, in Erinnerung an die Februarrevolution in Russland.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12646\" aria-describedby=\"caption-attachment-12646\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12646\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_5419x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12646\" class=\"wp-caption-text\">Nicola Hille<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Nicht nur Frauenrechtlerin<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr weiteres politisches Engagement zeigt sich in der Anti-Kriegspropaganda, die sie ohne Unterst\u00fctzung durch ihre Partei durchf\u00fchrt. Im Endeffekt ist dies der Grund f\u00fcr die Abgrenzung bzw. den Ausschluss aus der Partei der Frauenrechtlerin und einiger anderer Mitglieder. Die Zeit der weiterhin politisch aktiven Frau in Stuttgart ging 1920 zu Ende, ihr letzter \u00f6ffentlicher Auftritt war 1932 bei der Reichstager\u00f6ffnung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12647\" aria-describedby=\"caption-attachment-12647\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12647\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_5424x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12647\" class=\"wp-caption-text\">Anna Held<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Was noch kam und ob noch etwas kommt?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicola Hille und Anna Held f\u00fchren nach ihrem Vortrag \u00fcber Clara Zetkin weiter aus, inwiefern die Einf\u00fchrung des Frauenwahlrechts nur die erste Phase von dreien der Emanzipation war. Sie legten weitere fest, eine Phase der 1960er Jahre, die sich mit der Diskriminierung der Frauen auseinander setzte und eine Phase in den 1990ern, als es um die endg\u00fcltige Gleichstellung der Frau ging. Am Ende stellten sie die Frage: Haben wir alles erreicht was wirklich notwendig ist? Die Forderungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestellt wurden, sind sie nun endlich erf\u00fcllt? Haben wir volle Gleichberichtigung? Sind Frauen und M\u00e4nner sich gleich, was Bildungschancen, Berufschancen und Lohngleichheit betrifft? Diese Frage wurde mit Schmunzeln beantwortet. Es bleibt wohl auch heute noch einiges zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Marko Knab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Montagabend um 19 Uhr wurde im Ratssaal des Rathauses ein weiteres Mal das Jubil\u00e4um des Frauenwahlrecht gew\u00fcrdigt. 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