{"id":12828,"date":"2018-12-07T12:12:42","date_gmt":"2018-12-07T12:12:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=12828"},"modified":"2021-02-19T18:14:33","modified_gmt":"2021-02-19T18:14:33","slug":"querfeldein-mit-eckhart-nickel-oeko-totalitarismus-duefte-und-eine-zeitschrift-aus-katmandu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/12\/07\/querfeldein-mit-eckhart-nickel-oeko-totalitarismus-duefte-und-eine-zeitschrift-aus-katmandu\/","title":{"rendered":"Querfeldein mit Eckhart Nickel: \u00d6ko-Totalitarismus, D\u00fcfte und eine Zeitschrift aus Katmandu"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><em><strong>Am vergangenen Montag fand im Ribingur\u016bmu wieder ein <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/querfeldeinEV\/?ref=page_internal\">Querfeldein <\/a>Abend statt. In gem\u00fctlicher Atmosph\u00e4re las der Schriftseller und Journalist Eckhart Nickel aus seinem neuen Buch \u201eHysteria\u201c, sprach \u00fcber Sch\u00f6nheit und lies sich auch eine kleine Parfum-Kritik nicht entgehen. Mit dabei war sein Freund\u00a0 und Schriftsteller Christian Kracht. Spontan gab es ein paar Leseeindr\u00fccke aus ihrer Zeitschrift \u201eDer Freund\u201c und Geschichten von ihrer Zeit in Katmandu.<\/strong><\/em><\/span><\/h1>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Auf dem Tisch steht ein Glas Apfelwein, ein Buch, dessen Cover mit einem Zweig Maulbeeren geschm\u00fcckt ist und daneben sitzt auf einem gro\u00dfen Sofa Eckhart Nickel. Er ist mit seinem neuen Roman <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">\u201eHysteria\u201c,<\/span><span style=\"font-size: 12pt;\"> der f\u00fcr die Longlist des diesj\u00e4hrigen Deutschen Buchpreises nominiert ist, zu Gast bei Querfeldein. Auch eine Schale Himbeeren darf da nat\u00fcrlich nicht fehlen. Denn: \u201eMit den Himbeeren stimmt etwas nicht.\u201c, zumindest mit diesen in Nickels neuen Roman. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_12823\" aria-describedby=\"caption-attachment-12823\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12823\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_6283x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12823\" class=\"wp-caption-text\">Was haben Himbeeren mit Nickels neustem Roman zu tun? Der Autor las einige Seiten daraus vor.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Bergheim, der Protagonist, lebt in einer Welt, in der sich alles nur noch um das Essen dreht und die Kulinarik mehr oder weniger zur Ersatzreligion geworden ist. Seine Hypersensibilit\u00e4t l\u00e4sst ihn die kleinsten Ver\u00e4nderungen in seiner Umwelt erkennen, die sonst keiner zu bemerken scheint. Eines Tages entdeckt er unnat\u00fcrlich aussehende Himbeeren und st\u00f6\u00dft beim Versuch, ihrer Herkunft auf den Grund zu gehen, auf immer mehr Merkw\u00fcrdigkeiten. Seine Nachforschungen f\u00fchren Bergheim zum Kulinarischen Institut und der Gruppe des \u201espurenlosen Lebens\u201c. Eine Bewegung, die sich zu einer \u00f6ko-totalit\u00e4ren Ideologie entwickelt hat: S\u00e4mtliche Eingriffe in die Natur sollen unterlassen werden, der Mensch darf sich nicht mehr an der Natur bedienen und soll seine Existenz, als Kern aller Probleme, in letzter Konsequenz vollends aufheben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12827\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_6311x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Die Sch\u00f6nheit als Antrieb beim Schreiben<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">In gestyltem Outfit, mit wei\u00dfer Hose und zurechtgek\u00e4mmten Haaren sitzt Nickel auf diesem gro\u00dfen, alten Sofa. Dass er Ahnung von Mode hat, ist kaum zu \u00fcbersehen. Auf die Frage nach seinem Sinn f\u00fcr Mode erz\u00e4hlt er, dass f\u00fcr ihn nicht ausschlaggebend sei was eine Person tr\u00e4gt, vielmehr aber die Art und Weise wie derjenige es tr\u00e4gt. Ihn begeistern Menschen bei denen man den Eindruck hat, dass sie sich\u00a0 im Einklang mit sich selbst und dem was sie tragen befinden. Aber nicht nur in der Mode auch in seinem Schreiben weist Nickel der Sch\u00f6nheit gro\u00dfe Bedeutung zu. Er sieht es als Antrieb, beim Schreiben und in seinem Leben das Sch\u00f6ne zu definieren und zu beschreiben. Die Sprache der Literatur hilft, sagt er, der Sch\u00f6nheit dieser Welt ein St\u00fcckchen n\u00e4her zu kommen.<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>\u00a0\u201eEs gibt kaum etwas Verg\u00e4nglicheres, aber auch Sch\u00f6nes, wie ein gutes Parfum\u201c<\/strong><\/span><\/h3>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Neben dem Schreiben z\u00e4hlen auch D\u00fcfte zu Eckhard Nickels Passion und dementsprechend auch das Schreiben \u00fcber Ger\u00fcche. Selbst bezeichnet er sich als Parfum-Kritiker. F\u00fcr die S\u00fcddeutsche Zeitung schrieb er eine Kolumne Namens \u201eDuftprobe\u201c \u00fcber Ger\u00fcche aller Art, brachte mit einem russischen Verleger einmal beinahe ein Buch mit seinen Parfum-Kritiken heraus und ver\u00f6ffentlicht jetzt einmal im Jahr seine Parfum-Kritiken im FAZ-Magazin. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_12816\" aria-describedby=\"caption-attachment-12816\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12816 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_6213x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12816\" class=\"wp-caption-text\">Eckhart Nickel beim Parf\u00fcm Test.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Bei einer kleinen Live-Parfum-Kritik stellte er bei Querfeldein seine gute Nase unter Beweis und erz\u00e4hlte davon, was f\u00fcr ihn ein gutes Parfum ausmacht: Dezent genug, um Raum f\u00fcr die Person zu lassen, die es tr\u00e4gt. F\u00fcr ihn ist der Geruchssinn der \u201eunwiderspr\u00fcchlichste\u201c Reiz, der die Stimmung eines Menschen im Positiven, wie im Negativen beeinflussen kann. Auch in seinem Roman bleibt dieses Thema nicht au\u00dfen vor: In einer Aromabar wird dort von zwei ehemaligen Lebensmittelstudenten eine Oase des Wohlgeruchs kreiert. Die Essenz eines Duftk\u00fcnstlers stimmt die Menschen extrem enthusiastisch und verleiht ihnen auff\u00e4llig gute Laune.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Ein unerwarteter \u00dcberraschungsgast<\/strong><\/span><\/h3>\n<figure id=\"attachment_12826\" aria-describedby=\"caption-attachment-12826\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12826\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_6337x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12826\" class=\"wp-caption-text\">Christian Kracht<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Als kleine, aber doch gro\u00dfe \u00dcberraschung brachte Nickel zur Veranstaltung den Schriftseller Christian Kracht mit. Nickel und Kracht sind schon viele Jahre befreundet und brachten zwischen 2004 und 2006 mehrere Ausgaben der Literaturzeitschrift \u201eDer Freund\u201c heraus. Zu Beginn der Arbeit verschlug es die Beiden nach Katmandu in Nepal. Aus drei Hotelzimmern, die sie in ein Redaktionsb\u00fcro umfunktionierten,\u00a0 schrieben und arbeiteten sie dort zwei Jahre lang an insgesamt acht Ausgaben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Nachdem sich Kracht w\u00e4hrend des gesamten Abends gekonnt im Publikum versteckt hatte, gesellte er sich zum Ende der Veranstaltung zu seinem Freund nach vorne. Gemeinsam schlossen sie den Abend mit einer Lesung aus einer ihrer im \u201eDer Freund\u201c erschienenen Kolumnen namens \u201eM\u00e4nner bei der Arbeit\u201c. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12819\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_6072x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">In ausgelassener und fr\u00f6hlicher Stimmung ging ein gelungener Abend zu Ende. <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Was bleibt, ist auf jeden Fall die Lust \u201eHysteria\u201c zu lesen und f\u00fcr Eckhart Nickel, abgesehen von einem roten Himbeerfleck auf seiner wei\u00dfen Hose, hoffentlich eine gute Erinnerung an\u00a0 Querfeldein in T\u00fcbingen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos<\/span>: Marko Knab<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Montag fand im Ribingur\u016bmu wieder ein Querfeldein Abend statt. 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