{"id":12934,"date":"2018-12-17T11:38:41","date_gmt":"2018-12-17T10:38:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=12934"},"modified":"2018-12-17T11:38:41","modified_gmt":"2018-12-17T10:38:41","slug":"ein-abend-bei-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2018\/12\/17\/ein-abend-bei-unterwegs\/","title":{"rendered":"Ein Abend bei \u2026 Unterwegs"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>An der Wilhelmstra\u00dfe 3 gehen t\u00e4glich tausende Studenten vorbei. Was sich in dem Geb\u00e4ude neben dem beliebten Caf\u00e9 Willi befindet, wissen allerdings die wenigsten. Dort liegt die Heimat der christlichen Studentengruppe <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs<\/a>. Dabei ist \u201echristlich\u201c anders zu verstehen, als man es zun\u00e4chst vermuten w\u00fcrde. Ein Erfahrungsbericht.<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Dienstag, kurz nach zw\u00f6lf und ich \u00f6ffne die T\u00fcr der Wilhelmstra\u00dfe 3, kurz W3. Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und selbst gebackenen Leckereien kommt mir entgegen. Gerade sind die \u201eoffenen Stunden\u201c bei <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs<\/a>, der dort beheimateten Studentengruppe. Von Dienstag bis Donnerstag am Nachmittag sind die R\u00e4umlichkeiten zum Verweilen und Kaffeetrinken ge\u00f6ffnet. Mein Sitznachbar, Anglist, scherzt, dass der (Filter)Kaffee billiger als im angrenzenden Caf\u00e9 ist, denn bei <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>ist dieser umsonst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>bietet tats\u00e4chlich sehr viele Sachen umsonst an. Neben Kaffee ist das vor allem die &#8222;Mittagspause&#8220; am Dienstag, die, wie der Name es andeutet, zum Mittagessen einl\u00e4dt. Fast schon eine Mensaalternative, \u00fcberlege ich und packe mir einen gro\u00dfen Haufen Schupfnudeln auf meinen Teller. Das Essen ist jede Woche ein anderes Gericht und laut Aussage einer \u00fcberschw\u00e4nglichen Mitarbeiterin vegetarisch und oft sogar vegan.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Egal, was man glaubt, hier hat man einen Platz<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &#8222;Mittagspause&#8220; ist au\u00dferdem eine gute Gelegenheit, um sich innerhalb der Gruppe zu connecten. Mit den Menschen um mich herum spiele ich eine Runde Karten. \u00dcber uns an der Wand ragt ein gro\u00dfes Schild, das betont, dass jeder, egal ob Christ oder nicht, hier einen Platz hat. Die Identit\u00e4t als christliche Studentengruppe versteht <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>vor allem darin, dass jedermann willkommen ist, egal welchen Hintergrund man hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12941\" aria-describedby=\"caption-attachment-12941\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12941 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/HZIoDpR8-896x672.jpeg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12941\" class=\"wp-caption-text\">Das Schild in der W3 deutet das Verst\u00e4ndnis von Christlichkeit bei Unterwegs an<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich esse die letzten Schupfnudeln auf und frage mich dabei, inwiefern man dabei von einer christlichen Studentengruppe sprechen kann. Der Frage gehe ich bei den sogenannten Donnerstagabenden in der Jakobusscheuer auf den Grund. Am Eingang begr\u00fc\u00dft man mich mit der Frage nach meinem Namen, woraufhin ich einen Aufkleber mit diesem an die Brust geheftet bekomme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier genie\u00dfe ich wieder ein kostenloses Essen und unterhalte mich mit den Leuten an meinem Tisch. Ich erfahre, dass mich im Anschluss Musik erwartet. Die Lieder sind keine spezifisch christlichen, sondern solche, die man auch in den Charts h\u00f6rt. Sie sollen zum Thema des Abends passen, versichert man mir, sie k\u00f6nnen auch durchaus christliche Anbetungslieder sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lieder aus Genres wie Country, Reggae und Pop, leiten auf die Rede hin. Hier wird auch kein christlicher Begriff wie <em>Predigt<\/em> oder <em>Andacht<\/em> benutzt, man spricht schlicht von einer Rede. Jede Rede hat einen Rahmen, oftmals Themen aus dem Studentenleben. Dabei wird ein Bezug zu einer christlichen Erz\u00e4hlung hergestellt. An diesem Abend berichtet der Redner, wie das Vaterwerden seine Sichtweise in vielerlei Hinsicht \u00e4nderte. Diese unterschiedlichen Sichtweisen vergleicht er mit der Gott-Kind-Beziehung. Vor allem \u00fcber den Vergleich der Sicht seines Sohnes auf ihn und Adam auf Gott muss ich eine Weile nachdenken und diskutiere mit dem neben mir sitzenden Englischstudenten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Englisch ist sehr pr\u00e4sent<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar besteht &#8222;Unti&#8220;, wie die Studenten <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>liebevoll nennen, aus Leuten mit vielen Hintergr\u00fcnden, aber eines f\u00e4llt auf: Die englische Sprache ist sehr oft zu h\u00f6ren, weil dort viele internationale Studenten sind und weil gef\u00fchlt fast alle anderen Englisch studieren. Das geht sogar so weit, dass <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>gemeinsam mit der englischen Fachschaft Veranstaltungen organisiert. Warum so viele Anglisten dort sind, k\u00f6nnen meine Nebensitzer nur so erkl\u00e4ren, dass es vor einigen Jahren vor allem Englischstudenten waren, die <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>f\u00fcr sich und ihre Kommilitonen entdeckten. Vielleicht spielen auch die Mitarbeiter eine Rolle, da die meisten von ihnen Amerikaner sind. Tats\u00e4chlich waren urspr\u00fcnglich alle Mitarbeiter aus den USA, inzwischen gibt es auch deutsche. Kurioserweise unterhalten sich die Amerikaner, die mittlerweile perfekt Deutsch sprechen, wahrscheinlich weniger auf Englisch als die Anglisten. Die Idee zu <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>kam auch urspr\u00fcnglich aus den Staaten von der <a href=\"https:\/\/www.cmfi.org\/explore\/who-is-cmf\/university-student-communities\/\">Mutterorganisation Globalscope<\/a>, die weitere Ableger auf fast allen Kontinenten hat.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8222;Ein Geschenk an die Studenten&#8220;<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir gegen\u00fcber sitzt eine hauptamtliche Mitarbeiterin, die auch aus den USA stammt und f\u00fcr <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegte. Ihr stelle ich die Frage, die mich schon l\u00e4nger besch\u00e4ftigt, n\u00e4mlich wie <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>eigentlich alles finanziert. Auch der Nachtisch, den ich jetzt bekomme, kostet nichts. &#8222;<a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>ist ein Geschenk an die Studenten&#8220;, erkl\u00e4rt sie l\u00e4chelnd. Die Mitarbeitergeh\u00e4lter und das ganze Essen werden von Spenden gezahlt. Dabei erh\u00e4lt <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">Unterwegs <\/a>nicht nur Unterst\u00fctzung von Privatpersonen, sondern auch von Gemeinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich wei\u00df ich, wer den Apfelkuchen zahlt, den ich gerade gen\u00fcsslich esse. Ich verabschiede mich und mache mich auf den Heimweg. Ich denke noch lange nach \u00fcber die Studentengruppe, die ihre Christlichkeit dadurch versteht, dass sie besonders Anders- oder Nichtgl\u00e4ubige bedingungslos willkommen hei\u00dft. Mein Abschiedsgeschenk, Kakaopulver mit einem Spruch, schaue ich mir noch lange an und denke dar\u00fcber nach, ob ich wieder ins W3 komme, wenn ich das n\u00e4chste Mal in der Wilhelmstra\u00dfe unterwegs bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Unterwegs trifft sich unregelm\u00e4\u00dfig am Donnerstagabend, sowie Dienstag bis Donnerstag von 13-17 Uhr. Die \u00fcbrigen Veranstaltungen und weitere Informationen findet ihr bei der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/unterwegstu\/\">U<\/a><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/unterwegstu\/\">nterwegs-Facebookseite<\/a> oder unter <a href=\"https:\/\/unterwegstu.de\/\">https:\/\/unterwegstu.de\/.<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Tobias Schallmeir<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Wilhelmstra\u00dfe 3 gehen t\u00e4glich tausende Studenten vorbei. 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