{"id":13126,"date":"2019-01-18T16:39:57","date_gmt":"2019-01-18T15:39:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=13126"},"modified":"2019-01-18T16:39:57","modified_gmt":"2019-01-18T15:39:57","slug":"kritisch-hinterfragen-und-mutig-ausprobieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/01\/18\/kritisch-hinterfragen-und-mutig-ausprobieren\/","title":{"rendered":"Kritisch hinterfragen und mutig ausprobieren"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Wissenschaft elektrisiert: Bei den Science Notes am Donnerstagabend pr\u00e4sentierten Forscherinnen und Forscher des Cyber Valleys in Kurzvortr\u00e4gen ihre Forschungsergebnisse rund um k\u00fcnstliche Intelligenz. Begleitet wurde die Veranstaltung von elektronischer Musik.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Wissenschaftler tauschen den H\u00f6rsaal gegen das Schlachthaus?\u00a0 Kein Problem bei den Science Notes. Schon zum vierten Mal wurde die Veranstaltung in T\u00fcbingen vom Seminar f\u00fcr Allgemeine Rhetorik der Universit\u00e4t T\u00fcbingen organisiert. In den letzten Jahren ist das Event durch ganz Deutschland getourt, immer mit dem Anspruch, Wissenschaft verst\u00e4ndlich zu pr\u00e4sentieren. Analoge Synthesizer sorgten f\u00fcr das musikalische Rahmenprogramm. F\u00fcr ihre Vortr\u00e4ge hatten die Wissenschaftler wie bei einem TED-Talk nur 15 Minuten Zeit \u2013 so mussten sie ihre Forschungsergebnisse auf die wichtigsten Informationen reduzieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13128\" aria-describedby=\"caption-attachment-13128\" style=\"width: 553px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13128 size-medium\" style=\"background-color: transparent; color: #2b2b2b; font-family: Lato,sans-serif; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; height: 576px; letter-spacing: normal; max-width: 474px; orphans: 2; outline-color: #72777c; outline-style: solid; outline-width: 1px; text-align: justify; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; vertical-align: middle; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/DSCF7126-553x672.jpg\" alt=\"\" width=\"553\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13128\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Philipp Hennig geblendet vom Licht der Scheinwerfer.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Informatiker Prof. Dr. Philipp Hennig vom Max-Planck-Institut sprach \u00fcber seine Ergebnisse im Bereich des maschinellen Lernens. Eigentlich sind Computer pr\u00e4zise und zuverl\u00e4ssig. Um aber gro\u00dfe Datens\u00e4tze und komplexe Modelle mit Computern bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, m\u00fcsse man bereit sein, Unsicherheit und Wahrscheinlichkeit in mathematischen Rechnungen zu akzeptieren. Er zeigte zum Beispiel, wie Computer dazulernen, wenn sie mathematische Probleme l\u00f6sen sollen. Diese Ergebnisse k\u00f6nnen zum Beispiel in der Krebstherapie genutzt werden. Ein Algorithmus berechnet, dass bei der Bestrahlung m\u00f6glichst viel vom Tumor und m\u00f6glichst wenig vom umliegenden Gewebe getroffen wird. Hennig betonte die wichtige Rolle des Menschen in der Forschung: \u201eWir h\u00f6ren im Moment viel dar\u00fcber, dass die Daten unsere Welt \u00fcbernehmen. Ich glaube, dass diese Idee zu kurz greift. Die lernende Maschine ist am Ende nicht so gut, weil man viele Daten reingesteckt hat. Sondern sie ist so gut, wie der Mensch, der sie entwickelt hat.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_13130\" aria-describedby=\"caption-attachment-13130\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13130 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/DSCF7113-1038x657.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"657\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13130\" class=\"wp-caption-text\">Countdown vor dem zweiten Teil &#8211; in der Pause gab es wieder elektronische Musik auf die Ohren.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Informatikerin Dr. Anna Levina besch\u00e4ftigt sich in ihrer Forschung mit dem menschlichen Gehirn. W\u00e4hrend im Gehirn ohne gro\u00dfen Energieaufwand viele Aufgaben gleichzeitig ablaufen, brauchen Computer daf\u00fcr viel mehr Energie. Deshalb untersucht sie mikroskopisch kleine Teile des menschlichen Gehirns und versucht, mathematische Modelle daraus zu erstellen. Die geb\u00fcrtige Russin hielt bei den Science Notes zum ersten Mal einen Vortrag auf Deutsch \u2013 auch das klappte in den 15 Minuten. Dr. Wieland Brendel zeigte in seinem Kurzvortrag, wie Maschinen unsere Welt sehen. W\u00e4hrend Maschinen Texturen sehr zuverl\u00e4ssig erkennen, k\u00f6nnen sie Gegenst\u00e4nde kaum wahrnehmen. Brendel sieht darin ein gro\u00dfes Potenzial: \u201eMaschinen k\u00f6nnen komplexe Probleme l\u00f6sen, obwohl sie unsere Welt noch nicht so richtig verstanden haben. Wenn wir das erreicht haben, gibt es ganz neue M\u00f6glichkeiten in der Forschung. Wir stehen da noch ganz am Anfang.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_13131\" aria-describedby=\"caption-attachment-13131\" style=\"width: 1009px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13131 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/DSCF7158-1009x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1009\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13131\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Caterina De Bacco studierte in Italien und Gro\u00dfbritannien, forschte in Frankreich und den USA und arbeitet jetzt in T\u00fcbingen an Interaktionen und Netzwerken.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Vortrag sprach Physikerin Caterina De Bacco im einzigen englischen Vortrag des Abends \u00fcber menschliche Interaktionen und Netzwerke, die mithilfe von mathematischen Modellen dargestellt werden k\u00f6nnen. In der abschlie\u00dfenden Diskussion kam das Gespr\u00e4ch auf die Ansiedlung von gro\u00dfen Industrieunternehmen in T\u00fcbingen in Verbindung mit dem Cyber Valley. Diese Themen wurden bereits in den letzten Monaten viel in T\u00fcbingen diskutiert (<a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2018\/12\/20\/cyber-valley-besetzer-treffen-befuerworter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wir berichteten<\/a>). Kritisiert wurde unter anderem, dass sich Unternehmen wie Amazon an die Forschung der Universit\u00e4t andocken k\u00f6nnten. Die anwesenden Wissenschaftler stimmten \u00fcberein, dass Forschung an der Universit\u00e4t zwar F\u00f6rderung brauche, aber so unabh\u00e4ngig wie m\u00f6glich von gro\u00dfen Unternehmen bleiben sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast alle Diskussionspunkte drehten sich um die Ethik in der Forschung rund um die k\u00fcnstliche Intelligenz. Es wurde gefordert, dass die Forschung von Anfang an ethisch hinterfragt werden m\u00fcsse. Moderator und Leiter der Science Notes Olaf Kramer vom Seminar f\u00fcr Rhetorik sprach \u00fcber eine Balance in der Forschung: \u201eIch glaube, wir brauchen immer ein Gleichgewicht aus kritischem Hinterfragen und dem Mut, Dinge auszuprobieren. Auch beim Internet waren wir lange begeistert von der Freiheit und dann ist man irgendwann weniger euphorisch und es wird mehr Kontrolle gefordert. Es ist einfach wichtig, an diesen Dingen dranzubleiben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Lisamarie Haas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaft elektrisiert: Bei den Science Notes am Donnerstagabend pr\u00e4sentierten Forscherinnen und Forscher des Cyber Valleys in Kurzvortr\u00e4gen ihre Forschungsergebnisse rund um k\u00fcnstliche Intelligenz. 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