{"id":1323,"date":"2013-06-17T20:31:19","date_gmt":"2013-06-17T20:31:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1323"},"modified":"2021-02-21T13:32:13","modified_gmt":"2021-02-21T13:32:13","slug":"studieren-in-madibas-regenbogennation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/06\/17\/studieren-in-madibas-regenbogennation\/","title":{"rendered":"STUDIEREN IN MADIBAS REGENBOGENNATION"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Jahr als Austauschstudentin an der Universit\u00e4t Stellenbosch in S\u00fcdafrika<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Seit Juli 2012 studiere ich f\u00fcr insgesamt zwei Semester in Stellenbosch, in der s\u00fcdafrikanischen Provinz Westkap. Dieser Artikel entsteht hingegen irgendwo zwischen S\u00fcdafrika, Swasiland und Lesotho; zwischen arm und reich; zwischen Abenteuer und Alltag. Das Semester ist bereits Mitte November zu Ende gegangen und ich bin f\u00fcr f\u00fcnf Wochen auf einem Roadtrip, um S\u00fcdafrika und umliegende L\u00e4nder zu erkunden.<\/strong><\/span><br \/>\n<em>von Helen Monzel<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nIn der afrikaansen Hochburg Stellenbosch l\u00e4sst sich als Studierende eine fantastische Zeit verbringen, denn nicht nur das akademische Niveau \u00fcberzeugt durch hervorragende Reputationen. Auch das freizeitliche Studentenleben in dieser kleinen Stadt l\u00e4sst sich mit Wine Tastings, Surfing und Poetry Slams im lokalen Township ausgezeichnet gestalten. Die Universit\u00e4t selbst und das gesamte Leben in Afrikas wirtschaftlich st\u00e4rkster Nation sind jedoch gepr\u00e4gt von der weltweit gr\u00f6\u00dften sozialen Kluft zwischen arm und reich. S\u00fcdafrika hat zudem eine der international h\u00f6chsten Aidsraten und das prim\u00e4re Bildungssystem ist, gelinde ausgedr\u00fcckt, katastrophal.<br \/>\nDas Studium hier am Kap der guten Hoffnung ist anders strukturiert als mein Studium der Volkswirtschaftslehre, Politik und Sprachen in T\u00fcbingen. Von den Studierenden in Stellenbosch wird eine konstante Mitarbeit \u00fcber das gesamte Semester erwartet; man muss regelm\u00e4\u00dfig Essays einreichen, Assignments bearbeiten, Pr\u00e4sentationen halten oder Research Paper schreiben \u2013 sonst wird man nicht zum Endexamen zugelassen. Dies bedeutet, dass die Bibliotheken zwar schon w\u00e4hrend des Semesters gut gef\u00fcllt sind; die Studierenden jedoch zehren von dieser nachhaltigen Lehrtechnik: Wissen ist schneller und langfristiger abrufbar. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Studierenden und Dozenten ist entspannt \u2013 viele Lehrende kennen sogar die Namen ihrer Zuh\u00f6rer! Im Gegenzug spricht man Dozenten beim Vornamen an und es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Prof nach Semesterende den ganzen Kurs zu einem \u201ebraai\u201d einl\u00e4dt \u2013 das afrikaanse Wort f\u00fcr Grillen und der eigentlich wahre Nationalsport der S\u00fcdafrikaner.<br \/>\nDie Uni Stellenbosch hat Einiges zu bieten! Es gibt unz\u00e4hlige Societies, denen man sich anschlie\u00dfen kann; T\u00e4nzer, Wanderer, Surfer, Swahili-Fans und vor allem Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten. Hat man Freistunden, radelt man kurz zum n\u00e4chstgelegenen Weingut und unternimmt eine kleine Verk\u00f6stigung. Wer sich hingegen sozial engagieren will, ist am besten beim social working f\u00fcr Kinder in Kayamandi, Stellenboschs Township, aufgehoben.<br \/>\nS\u00fcdafrika ist kein ungef\u00e4hrliches Land und bei einer Einkommensverteilung, bei der<br \/>\n10 % der Bev\u00f6lkerung 80 % des Gesamteinkommens besitzen, ist es nicht verwunderlich, dass kriminelle \u00dcbergriffe stattfinden \u2013 oftmals verzweifelte Versuche, wenigstens die geringsten Lebensbed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Stellenbosch wird oft als europ\u00e4ischste Stadt S\u00fcdafrikas bezeichnet. Trotzdem gilt auch hier, dass fast alle H\u00e4user vergitterte Fenster, mit Stacheldraht umz\u00e4unte G\u00e4rten und \u201earmed response\u201d-Schilder haben. Zu Universit\u00e4tsgeb\u00e4uden hat man nur mit seiner studentischen Sicherheitskarte Zutritt. Ist man f\u00fcr ein Geb\u00e4ude nicht registriert, so kommt man schlichtweg nicht hinein. In Extremf\u00e4llen ben\u00f6tigt man die Sicherheitskarte sogar, um auf Uni-Toiletten und wieder hinaus zu kommen \u2013 was beim Vergessen der Karte zu erheblichen Unannehmlichkeiten f\u00fchren kann. Vorsicht ist in S\u00fcdafrika also grunds\u00e4tzlich geboten \u2013 Angst hingegen ist unangebracht.<br \/>\nHier herrscht nicht die Bewegungs-freiheit, die ich aus der T\u00fcbinger Kleinstadtidylle kenne \u2013 aber das h\u00e4lt nicht davon ab, hier eine wunderbare Zeit und einen ganz normalen Alltag zu verbringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Jahr als Austauschstudentin an der Universit\u00e4t Stellenbosch in S\u00fcdafrika Seit Juli 2012 studiere ich f\u00fcr insgesamt zwei Semester in Stellenbosch, in der s\u00fcdafrikanischen Provinz &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":221,"featured_media":1324,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[123,487],"class_list":["post-1323","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-auslandsstudium","tag-sudafrika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/221"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1323"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24278,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1323\/revisions\/24278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}