{"id":138,"date":"2011-02-15T19:11:17","date_gmt":"2011-02-15T18:11:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=138"},"modified":"2011-02-15T19:11:17","modified_gmt":"2011-02-15T18:11:17","slug":"arno-luik-verfechter-der-vierten-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2011\/02\/15\/arno-luik-verfechter-der-vierten-gewalt\/","title":{"rendered":"Arno Luik \u2013 Verfechter der vierten Gewalt?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Sein Ton gilt als hart, seine Fragen als scharf und respektlos. Und doch sahnt Arno Luik einen Preis nach dem anderen ab \u2013 zuletzt den <\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Leuchtturm f\u00fcr besondere publizistische Leistungen<\/strong><\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>. <\/strong><\/span><strong>Luik, seit 2000 Autor beim <\/strong><em><strong>Stern<\/strong><\/em><strong>, ger\u00e4t immer wieder in Konflikte mit seinen Interviewpartnern \u2013 vielmehr: Fordert sie heraus. Bei seinem Besuch an der Uni T\u00fcbingen konnten sich die Studenten ein eigenes Bild von ihm machen. <\/strong><\/p>\n<p><em>Von Christine Deder<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201ePolemisch\u201c, n<\/span>ennt ihn Martin Walser, der von ihm in einem Interview des linken Stammtisches bezichtigt wurde. \u201eEine Frechheit\u201c schimpft Reinhold Messner, der sich durch ihn des Mordes an seinem Bruder angeklagt f\u00fchlt. Die Rede ist von Stern-Autor Arno Luik, der in letzter Zeit vor allem durch seine stark meinungsbetonten Artikel \u00fcber das Bahnprojekt Stuttgart 21 auffiel. Doch nicht alle teilen die Meinung der beiden Betroffenen. Vor allem nicht Luik selbst \u2013 Polemik sei h\u00f6chstens ein \u201eAkt der Notwehr\u201c, seine Interviews \u201eintelligent gemachte Unterhaltung\u201c und \u00fcberhaupt sei es seine Aufgabe, \u201eden M\u00e4chtigen auf die Finger zu schauen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Was steckt hinter dem Ph\u00e4nomen Arno Luik? <\/strong><\/p>\n<p>Am 29. November 2010 hatten die Studenten der Medienwissenschaft die M\u00f6glichkeit, dieser Frage nachzugehen. Im Rahmen des Seminars \u201eDialogformen in Massenmedien\u201c bei Prof. Dr. Bernhard P\u00f6rksen setzten sie sich intensiv mit den Werken Luiks auseinander, was schlie\u00dflich im Besuch des Star-Interviewers an der Uni m\u00fcndete. Doch alles Geheimnisvolle, das Luik umgab, die Frage nach dem Grund seiner besonderen Interviewtechnik, war schnell verpufft. Anekdoten wirkten wie auswendig gelernt, wirklich Neues konnten die bereits vorbereiteten Studenten nicht erfahren.<\/p>\n<p><strong>Mehr Schein als Sein<\/strong><\/p>\n<p>Spannung versprach daf\u00fcr die anschlie\u00dfende Fragerunde, vor allem Luiks Antworten waren in gewisser Weise sehr aufschlussreich. Auf die Frage hin, ob er nicht lieber f\u00fcr ein Boulevardblatt schreiben sollte, wich er scherzhaft aus: \u201eDer Stern ist doch in gewissem Ma\u00dfe ein Boulevardblatt.\u201c F\u00fcr seine Ablehnung gegen\u00fcber \u201eStuttgart 21\u201c nannte er beinahe ausschlie\u00dflich private Gr\u00fcnde. Wer die Artikel aus dem <em>Stern<\/em> kennt, fragt sich, ob man in so einem Falle \u00fcberhaupt noch von Objektivit\u00e4t \u2013 der obersten Pr\u00e4misse eines jeden Journalisten \u2013 sprechen kann.<\/p>\n<p><strong>Der Charme des Authentischen<\/strong><\/p>\n<p>Luik betonte in seinem Vortrag immer wieder sein Ziel, den M\u00e4chtigen des Landes \u00fcberraschende Aussagen zu entlocken, die wirklich etwas \u00fcber ihre Pers\u00f6nlichkeit verraten. Er nennt das den \u201eCharme des Authentischen\u201c. W\u00e4hrend der Diskussion kam eine weitere Frage auf: Erschafft Luik mit seinen scharfen, vorwurfsvollen Fragen, durch die sich seine Interviewpartner in die Ecke gedr\u00e4ngt f\u00fchlen, nicht viel mehr ein fiktives Konstrukt von einem Menschen als ein tats\u00e4chlich authentisches Portr\u00e4t? Nein, antwortete Luik grinsend, und verzichtete auf jegliche Rechtfertigung \u2013 eine Strategie, die sich seine Interviewpartner durchaus einmal von ihm abschauen k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sein Ton gilt als hart, seine Fragen als scharf und respektlos. 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