{"id":1420,"date":"2013-08-27T14:04:37","date_gmt":"2013-08-27T14:04:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1420"},"modified":"2021-02-21T13:28:11","modified_gmt":"2021-02-21T13:28:11","slug":"mit-kind-und-collegeblock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/08\/27\/mit-kind-und-collegeblock\/","title":{"rendered":"Mit Kind und Collegeblock"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"center\">Eine T\u00fcbinger Studentin zwischen Familie und Medienwissenschaft<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Studium und Familie unter einen Hut zu bringen ist nicht leicht \u2014 vor allem, wenn drei kleine Kinder die volle Aufmerksamkeit von Mama und Papa verlangen. Stundenplan und Kinderbetreuung k\u00f6nnen dabei so manches Mal miteinander in Konflikt treten. Eine T\u00fcbinger Studentin stellt sich dieser Herausforderung und will auf das Studium nicht verzichten.<\/strong><\/span><br \/>\n<em>von Anna Nisch<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nEin gro\u00dfes, helles Wohnzimmer in einem Haus auf dem Land in Bieringen, Kreis Rottenburg. Neben einer Legolandschaft mit vielen bunten Steinchen, liegt, auf dem Teppichboden ausgebreitet, eine viereckige wei\u00dfe Matte. Mit gro\u00dfen Buntstiften bearbeitet die vierj\u00e4hrige Sarah die gro\u00dfe Malfl\u00e4che, bis vor lauter Blau fast gar kein Wei\u00df mehr zu sehen ist. Dabei lacht sie, dr\u00fcckt den Stift immer wieder auf verschiedenste Weise auf die blanke Unterlage. Unterdessen toben ihre zwei Jahre j\u00fcngeren Schwestern, die Zwillinge Laura und Anna, auf der Couch und kichern dabei ununterbrochen. W\u00e4hrend die eine kurz zur Ruhe kommt, neugierig aus dem Fenster schaut und sich dabei an der Lehne der Couch festh\u00e4lt, trippelt die andere zum linken Ende der Couch und greift nach einem Buch aus dem Regal \u2014 die kleine Raupe Nimmersatt.<br \/>\n\u201eDas Buch m\u00f6gen sie besonders gern. Wir haben gleich zwei Exemplare davon\u201c, sagt Lydia, die heute ihren hochschulfreien Tag hat. Lydia ist 32, verheiratet und die Mutter der drei blonden M\u00e4dchen. Ihr Mann ist selbstst\u00e4ndig. Vor knapp einem Jahr hat Lydia sich nochmals dazu entschlossen, f\u00fcr ein paar Tage unter der Woche die Windeln gegen Block und Stift zu tauschen. Sie studiert Medienwissenschaft und Sinologie an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Im Jahr 1999 hat sie bereits ein Publizistikstudium in Wien begonnen, dies aber nicht beendet. \u201eDa kam die Familie dazwischen\u201c, schmunzelt sie, w\u00e4hrend die kleine Anna auf ihren Scho\u00df gehopst ist. \u201eIch wollte dann aber nach der Geburt der Zwillinge recht bald wieder das Studium aufgreifen. F\u00fcr mich ist dies eine Chance mich selbst karrieretechnisch zu verwirklichen und ein unverzichtbarer Ausgleich. Irgendwie fast schon Luxus!\u201c<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Unterst\u00fctzung: Kinderfrau<\/span><\/h3>\n<p>Studium und Alltag m\u00fcssen bei Lydia strikter geplant sein als bei kinderlosen Studierenden. Lydia und ihr Mann stimmen sich so gut aufeinander ab, wie es nur geht. Da ihr Mann selbstst\u00e4ndig ist, ist es ihm oftmals m\u00f6glich bei den Kindern zu sein, wenn Lydia an der Universit\u00e4t ist. \u201eAls die Zwillinge noch ganz klein waren, hat er sogar schon Telefonkonferenzen gehalten, w\u00e4hrend er mit der anderen Hand den Kinderwagen hin- und herschaukelte\u201c, erinnert sie sich.\u00a0 Aber trotz der guten Abstimmung des Ehepaares aufeinander, sind Haushalt und Kinderbeaufsichtigung kaum zu zweit zu bew\u00e4ltigen. An den vier Tagen, an denen Lydia in der Universit\u00e4t ist, steht der Familie eine Kinderfrau als Unterst\u00fctzung zur Verf\u00fcgung.\u00a0 Dabei war die Suche nach einer passenden Tagesbetreuung kein einfaches Unterfangen.<br \/>\nDa Lydia au\u00dferhalb der Kernstadt T\u00fcbingens wohnt, kann sie ihre Kinder in keiner der Kindertagesst\u00e4tten vor Ort unterbringen. \u201eDas w\u00e4re nat\u00fcrlich praktisch, wenn ich die M\u00e4dchen direkt vor meinen Veranstaltungen in die KiTa bringen und sie auf dem Heimweg wieder mitnehmen k\u00f6nnte\u201c, sagt die Studentin. \u201eSo mussten wir nach einer Kinderfrau suchen und waren sehr dankbar f\u00fcr die Hilfe des Eltern- und Tageselternvereins bei der Vermittlung. Wir haben eine Betreuung gefunden, die sich immer dann um die Kinder k\u00fcmmert, wenn ich zur Uni muss \u2014 mit ihnen spielt, f\u00fcr sie kocht und so weiter.\u201c Der Eltern- und Tageselternverein, dessen Zust\u00e4ndigkeitsbereich T\u00fcbingen und den gesamten Landkreis umfasst, vermittelt Tagesm\u00fctter und Kinderfrauen an Familien und umgekehrt. Die Beratung erm\u00f6glicht es, die pers\u00f6nliche Situation der Familien genau zu ber\u00fccksichtigen\u00a0 und eine passende Betreuungsperson f\u00fcr die jeweilige Familie zu finden.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Der Auslastung entgegenwirken<\/span><\/h3>\n<p>Frau Geist, die als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und Beraterin des T\u00fcbinger Vereins t\u00e4tig ist, betont die M\u00f6glichkeiten, die der Verein bietet: \u201eWir haben inzwischen eine gro\u00dfe Vermittlungskartei, in der etwa 150 Tagesm\u00fctter und etwa 50 Kinderfrauen registriert sind. Diese sind auch \u00fcber uns qualifiziert.\u201c In einem Gespr\u00e4ch im Vorfeld wurden auch Lydia und ihr Mann ausf\u00fchrlich beraten, um eine Kinderbetreuung zu finden, die ihren Familiensituation am besten entspricht. Lydia ist ein Besipiel f\u00fcr die erfolgreiche Vermittlung: \u201eIm vergangenen Jahr suchten 234 Familien mit 279 Kindern in T\u00fcbingen \u00fcber uns nach Betreuungspersonen. Davon wurden 177 Kinder \u00fcber den Verein vermittelt\u201c, so Frau Geist. Aber nicht nur die Vermittlung von Kinderfrauen und Tagesm\u00fcttern, sondern auch Beratung und Begleitung der Familien, sowie die Aus- und Fortbildung der Betreuerinnen geh\u00f6ren zu den Schwerpunkten, denen sich der Verein widmet. Vor allem auch Studierende, die ihr erstes Kind erwarten, k\u00f6nnen sich beim Verein unverbindlich \u00fcber Betreuungsm\u00f6glichkeiten beraten lassen.<br \/>\nEine Kindertagesst\u00e4tte war f\u00fcr Lydia keine Option. Die unflexiblen Zeiten sind mit ihrem Stundenplan schwer zu vereinbaren. Eine Tagesmutter oder Kinderfrau hat den Vorteil auch erg\u00e4nzend, zus\u00e4tzlich zu Schule und Kindertagesst\u00e4tte, eingesetzt werden zu k\u00f6nnen. Intensivere Lernphasen in Pr\u00fcfungszeitr\u00e4umen sind ebenfalls gut mit der Betreuungsform Kinder-Tagespflege zu vereinbaren. Dabei ist diese Form von Kinderbetruung auch in Kostenfragen Einrichtungen gegen\u00fcber konkurrenzf\u00e4hig: \u201eF\u00fcr Studentinnen und Studenten ist die Tagespflege gr\u00f6\u00dftenteils kostenfrei, da das Bruttoeinkommen der Studierenden meist die Grenze von 23.000 Euro nicht \u00fcbersteigt\u201c, sagt Frau Geist. Au\u00dferdem gew\u00e4hrt die Tagespflege Kinderbetreuung im famili\u00e4ren Rahmen. Die Betreuerin\u00a0 wird zur wichtigen Bezugsperson f\u00fcr das Kind.<br \/>\nAuch Lydias \u00e4lteste Tochter erz\u00e4hlt ihr gern, was sie mit ihrer Kinderfrau gemacht hat, w\u00e4hrend die Mama an der Uni war. \u201eUns ist es wichtig, dass die Kinder sich mit ihr verstehen. Regelm\u00e4\u00dfig tauschen wir, mein Mann und ich, uns mit ihr aus. Wir sprechen \u00fcber Probleme oder unsere W\u00fcnsche. Und auch sie kann sich uns mitteilen.\u201c Trotz des Aufwands, den es braucht, um Kinder und Studium unter einen Hut zu bringen, m\u00f6chte Lydia das Studieren nicht missen. Nicht nur, dass sie sich selbst verwirklichen kann, auch ihre Kinder merken, dass die Mama viel ausgeglichener ist, seitdem sie wieder regelm\u00e4\u00dfig die Studienbank dr\u00fcckt. So macht auch das Rumtoben viel mehr Spa\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine T\u00fcbinger Studentin zwischen Familie und Medienwissenschaft Studium und Familie unter einen Hut zu bringen ist nicht leicht \u2014 vor allem, wenn drei kleine Kinder &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":220,"featured_media":1421,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[476],"class_list":["post-1420","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-studieren-mit-kind"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/220"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1420"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1420\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24267,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1420\/revisions\/24267"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}