{"id":1484,"date":"2013-09-26T17:41:12","date_gmt":"2013-09-26T17:41:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1484"},"modified":"2021-02-21T13:23:37","modified_gmt":"2021-02-21T13:23:37","slug":"laptop-tablet-oder-doch-papier-und-stift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/09\/26\/laptop-tablet-oder-doch-papier-und-stift\/","title":{"rendered":"Laptop, Tablet oder doch Papier und Stift&#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Wie ver\u00e4ndert das Internet die H\u00f6rs\u00e4le?<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Noch eben eine E-Mail w\u00e4hrend der Vorlesung schreiben, schnell eine Facebook-Nachricht beim Mittagsessen beantworten und \u00fcber WhatsApp chatten in der Kaffeepause \u2014 so sieht der Alltag <\/strong><\/span><span style=\"color: #004b88;\"><strong>vieler Studierender heute aus. Die Ver\u00e4nderungen an den Universit\u00e4ten durch das Internet sind all\u00adgegenw\u00e4rtig, doch die Meinungen \u00fcber die Konsequenzen gehen auseinander.<\/strong><\/span><br \/>\n<em>von Stephanie Rumesz und Ines Pfister<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nUni ohne Internet \u2014 heute kaum mehr denkbar. Eine gro\u00dfe Zahl der Studentinnen und Studenten haben rund um die Uhr Internetzugriff, egal an welchem Ort. Erst wurden Rechner nur zu Forschungszwecken genutzt, heute steht ein Laptop auf den meisten Schreibtischen und daneben liegt oft ein Smartphone.<br \/>\nInzwischen gibt es sogar eine App der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Die App f\u00fcr Ger\u00e4te mit Android-Betriebssystem gibt es seit September 2012. &nbsp;&nbsp;Nun entwickelte der Informatikstudent Sebastian Rist w\u00e4hrend einer Diplomarbeit, gemeinsam mit dem Zentrum f\u00fcr Datenverarbeitung (ZDV), auch die iPhone-App. Damit k\u00f6nnen die Nutzer auf das Mensamen\u00fc, die Pressemitteilungen oder den Lageplan der Uni zugreifen.<br \/>\nDas Unileben hat sich mit dem technischen Fortschritt gravierend ver\u00e4ndert. Die Vorlesungsfolien stehen online, die Literatur f\u00fcr Seminare befindet sich im Netz und Notebooks sind in einigen Seminaren sogar ein fester Bestandteil des Unterrichts. &nbsp;In vielerlei Hinsicht ist der Unialltag einfacher, schneller und praktischer geworden. Doch das hat auch seine T\u00fccken.<br \/>\nDas Internet erm\u00f6glicht nicht nur den Zugriff auf Informationen und die weltweite Vernetzung, sondern kann auch eine Ablenkung sein. Statt der Vorlesung zu folgen, vertreiben sich einige Studierende die Zeit beim Surfen im Netz oder bleiben in sozialen Netzwerken wie Facebook h\u00e4ngen. \u201eIch nehme meinen Laptop nicht mit in die Vorlesung, aber mein Smartphone habe ich immer dabei. Wenn mir langweilig ist, schaue ich bei Facebook vorbei oder checke meine E-Mails. Das kann schon \u00f6fter pro Vorlesung vorkommen\u201c, so eine Germanistikstudentin aus dem vierten Semester.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Facebook in der Vorlesung<\/span><\/h3>\n<p>Einige Studierende empfinden das Internet sogar als Konzentrationskiller. \u201eIch schreibe lieber handschriftlich bei einer Vorlesung mit. Das macht mir mehr Spa\u00df. Au\u00dferdem lenkt mich mein Laptop sonst zu sehr ab\u201d, sagt Tim Carstens, der Geschichte auf Lehramt studiert.<br \/>\nAuch Dozenten f\u00fchlen sich immer mehr von den zahlreichen Notebooks in den H\u00f6rs\u00e4len gest\u00f6rt. \u201eJeder Dozent steht heute in Konkurrenz zur permanent mitlaufenden Netzkommunikation. Studenten verschicken mal eben eine SMS aus dem Seminar, simulieren das konzentrierte Mitschreiben auf dem Notebook, um bei Facebook vorbeizuschauen. Um die Aufmerksamkeit der Studierenden muss man heute k\u00e4mpfen\u201d, so Bernhard P\u00f6rksen, Professor f\u00fcr Medienwissenschaft an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Twittern mit dem Professor<\/span><\/h3>\n<p>Doch Studierende lenken sich mit dem Internet nicht nur ab, sondern nutzen es auch. Sie lesen beispielsweise nicht verstandene Fachbegriffe nach, um der Vorlesung besser folgen zu k\u00f6nnen. Einige Hochschulen sehen das als Chance.<br \/>\nAn der Universit\u00e4t Trier k\u00f6nnen die H\u00f6rer einer Vorlesung ihre Fragen und Kommentare \u00fcber den Kurznachrichtendienst Twitter an ihren Professor weiterleiten. \u00dcber den Beamer bildet eine sogenannte Twitter-Wall diese Tweets in Echtzeit im H\u00f6rsaal ab, sodass der Dozent darauf reagieren kann. Die TU Freiberg hat sogar eigens eine App kreiert, in der die H\u00f6rer einer Vorlesung ihre Fragen direkt auf das Smartphone des Dozenten senden k\u00f6nnen. In beiden F\u00e4llen garantiert das Internet dem Fragesteller Anonymit\u00e4t.<br \/>\nAuch nach der Vorlesung nutzen die Hochsch\u00fcler das Internet f\u00fcr ihr Studium. Ilias und Moodle sind die beiden zentralen E-Learning-Portale der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Dort stellen die meisten Dozenten zus\u00e4tzliches Material, \u00dcbungen und Handouts der vergangenen Sitzungen bereit. Dar\u00fcber hinaus stehen viele aufgezeichnete Vorlesungen in Videoform bereit \u2014 inzwischen sogar in High Definition. Auf dem T\u00fcbinger Internet Multimedia Server Timms k\u00f6nnen sich Studierende verpasste Sitzungen online ansehen. Auch wer fachfremd ist, kann sein Wissen je nach Interesse vertiefen. In Zeiten von \u00fcberf\u00fcllten H\u00f6rs\u00e4len bieten E-Learning-Portale neue M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Vorlesungen in High Definition<\/span><\/h3>\n<p>US-amerikanische Elite-Universit\u00e4ten wie Harvard gehen noch einen Schritt weiter. Zusammen mit anderen \u00e4hnlich angesehenen Hochschulen er\u00f6ffneten sie die Plattform edX. So wollen sie Menschen aus allen L\u00e4ndern und sozialen Schichten Zugang zu erstklassiger Bildung erm\u00f6glichen. Nach einer kostenlosen Registrierung kann sich jeder die Vorlesungen ansehen und die dazugeh\u00f6rigen \u00dcbungen durchf\u00fchren. Das Ziel bei diesen Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, ist nicht der Hochschulabschluss, sondern das Lernen selbst. Die Hochschule Wismar bietet die Studieng\u00e4nge Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht sogar komplett virtuell an. Lediglich zwei Pr\u00e4senztermine pro Semester sind im Bachelorstudium vorgesehen. Vorlesungen, \u00dcbungsklausuren und Feedback gibt es online. Das ist deutschlandweit einmalig.<br \/>\nBesonders die organisatorische Seite des Studiums kommt ohne das Internet nicht mehr aus. Bereits die Bewerbung an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen erfolgt in den meisten F\u00e4llen online. Neuimmatrikulierte erhalten eine Mailadresse und sollen st\u00e4ndig erreichbar sein. F\u00fcr Seminare melden sie sich auf der Campus-Homepage an und dort erhalten sie auch ihre Pr\u00fcfungsergebnisse. Selbst manche Klausuren schreiben die Studierenden online. Dabei beantworten sie die Fragen entweder in einem mit Notebooks ausgestatteten H\u00f6rsaal oder zu Hause an ihren eigenen Bildschirmen. Die Software sorgt daf\u00fcr, dass sich das Fenster nach der vorgegebenen Zeit automatisch schlie\u00dft und die Daten \u00fcbermittelt.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Klausuren am Bildschirm<\/span><\/h3>\n<p>Die Entwicklung geht also nicht nur von Studierenden aus \u2014 auch die Universit\u00e4ten nutzen das Web zunehmend. Ebenfalls die Uni T\u00fcbingen setzt f\u00fcr die Organisation des Studiums voraus, dass die Studierenden \u00fcber einen Internetzugang verf\u00fcgen, stellt diesen aber auch bereit. Dozenten vertrauen darauf, dass Studierende sich sicher im Netz bewegen, dort erreichbar sind und die Technik funktioniert \u2014 vor allem in Pr\u00fcfungen. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie wohl in Kauf nehmen, dass sich Facebook und Foucault manchmal einen Bildschirm teilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ver\u00e4ndert das Internet die H\u00f6rs\u00e4le? 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