{"id":15056,"date":"2019-04-19T20:12:49","date_gmt":"2019-04-19T20:12:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=15056"},"modified":"2021-02-19T18:05:00","modified_gmt":"2021-02-19T18:05:00","slug":"weltraumforschung-von-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/04\/19\/weltraumforschung-von-morgen\/","title":{"rendered":"Weltraumforschung von Morgen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u201eWir stehen auf den Schultern von Giganten\u201c sagte G\u00fcnther Hasinger, der Director of Sciene bei der <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/ESA\">ESA<\/a> am Mittwochabend, im Bezug auf vergangene Erfolgsmissionen. Die Zukunft der europ\u00e4ischen Weltraumorganisation und der neue &#8222;Wettlauf ins All&#8220; waren Themen seines Vortrages.<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anl\u00e4sslich des achtzigsten Geburtstags von R\u00fcdiger Staubert, einem ehemaligen Professor der Universit\u00e4t T\u00fcbingen, lud das Institut f\u00fcr Astronomie und Astrophysik unter dem Titel \u201eExploring the Universe: Synergies in the ESA Science Programme: How Europe will explore the Universe in the coming decades\u201c am Mittwoch, den 17.04 zu einem englischsprachigen Vortrag von Prof. G\u00fcnther Hasinger in den H\u00f6rsaal N3 auf der Morgenstelle ein.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine neue \u00c4ra globaler Weltraumerforschung<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn des Vortrags betonte Hasinger, dass die <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/ESA\">ESA (European Space Agency)<\/a> durch ihren Zusammenschuss aus 22 europ\u00e4ischen Mitgliedsstaaten ein einzigartiges Projekt ist, welches auch kleineren Mitgliedstaaten erm\u00f6glicht, sich an dem immer wichtiger werdenden Forschungsgebiet der Raumfahrt zu beteiligen. Bei der Raumfahrt handle es sich n\u00e4mlich laut Hasinger l\u00e4ngst nicht mehr um ein reines Forschungsgebiet, sondern um ein immer wichtiger werdendes geopolitisches Machtinstrument.\u00a0 \u00c4hnlich wie damals in den 60er Jahren ist der \u201eWettlauf ins All\u201c neu er\u00f6ffnet, wenngleich man heute auch immer h\u00e4ufiger gemeinsam an internationalen Projekten arbeitet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15060\" aria-describedby=\"caption-attachment-15060\" style=\"width: 895px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/069B50CAF77A453B93E0DE316A63A250.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15060 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/069B50CAF77A453B93E0DE316A63A250-895x672.jpg\" alt=\"\" width=\"895\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15060\" class=\"wp-caption-text\">G\u00fcnther Hasinger ist seit 2011 Direktor f\u00fcr Wissenschaft bei der europ\u00e4ischen Weltraumorganisation.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMit dem aktuellen Weltraumprogramm <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/About_Us\/Welcome_to_ESA\/ESA_on_the_way_to_Space19_and_beyond\">Space19+<\/a>\u00a0 steht uns eine neue \u00c4ra globaler Weltraumforschung bevor\u201c, verk\u00fcndete der Astrophysiker und verwies auf eine zweistellige Anzahl an Projekten, welche bis 2034 teilweise in der Zusammenarbeit mit anderen Raumfahrtbeh\u00f6rden, wie zum Beispiel der <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/\">NASA (National Aeronautics and Space Administration, USA)<\/a> oder der <a href=\"http:\/\/global.jaxa.jp\/\">JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) <\/a>realisiert werden sollen. Dabei umfasst die Bandbreite der Projekte sowohl Langzeitmissionen, die mehrere Jahrzehnte dauern werden, wie auch k\u00fcrzer angelegte Projekte, wie etwa die neuen Satelliten zur 5G Kommunikation.\u00a0 Als Leiter der wissenschaftlichen Abteilung plant Hasinger auch eine 20 prozentige Steigerung des Budgets durzusetzten, welche es den Wissenschaftlern der ESA erm\u00f6glichen w\u00fcrde an die Erfolgsmissionen der 2000er anzukn\u00fcpfen. \u201eWir stehen auf den Schultern von Giganten\u201c, betont er immer wieder, \u201eund es liegt in unserer Verantwortung diesem Verm\u00e4chtnis gerecht zu werden.\u201c<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Exoplaneten und Gravitationswellen<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/About_Us\/Welcome_to_ESA\/ESA_on_the_way_to_Space19_and_beyond\"><strong>Space19+<\/strong><\/a> umfasst eine Reihe vielversprechender Weltraummissionen, angefangen bei <a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/cheops\/\"><strong>CHEOPS <\/strong><\/a>(Start 2019), einem Weltraumteleskop, welches die Eigenschaften bereits entdeckter Exoplaneten, also Planeten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems, untersuchen soll, \u00fcber <a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/plato\/\"><strong>PLATO <\/strong><\/a>(Start 2026), einer Sonde zur Untersuchung<strong> \u00a0<\/strong>und Auffindung von erd\u00e4hnlichen Exoplaneten bis hin zu den beiden Missionen <a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/athena\/\"><strong>ATHENA<\/strong><\/a> (Start 2031) und<a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/lisa\/\"> <strong>LISA <\/strong><\/a>(Start 2034). Diese sollen es unter anderem endlich erm\u00f6glichen im Weltraum nicht nur Bilder und Videos, sondern auch Tonaufnahmen aufzuzeichnen. Bei <a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/athena\/\"><strong>ATHENA<\/strong><\/a> handelt es sich hierbei um ein Weltraum-R\u00f6ntgenteleskop, das sich haupts\u00e4chlich der Untersuchung schwarzer L\u00f6cher und der genaueren Beobachtung von Supernovaexplosionen widmen soll. Bei<a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/lisa\/\"> <strong>LISA<\/strong><\/a> hingegen handelt es sich um einen Gravitationswellendetektor, dessen Ziel es ist durch drei, zu einem Dreieck angeordneten Satelliten Gravitationswellen zu ermitteln.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15061\" aria-describedby=\"caption-attachment-15061\" style=\"width: 895px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/353DEA65D206459EA4C8A9D528011F6B.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15061 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/353DEA65D206459EA4C8A9D528011F6B-895x672.jpg\" alt=\"\" width=\"895\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15061\" class=\"wp-caption-text\">Mihilfe von Photometrie wird CHEOPS etwa 500 Sterne und deren Planetensysteme beobachten. Der Start der Mission ist f\u00fcr Oktober 2019 angesetzt.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den gro\u00dfen, \u00fcber Jahre hinweg geplanten Missionen umfasst <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/About_Us\/Welcome_to_ESA\/ESA_on_the_way_to_Space19_and_beyond\"><strong>Space19+<\/strong><\/a> allerdings auch einige Fast\/ Flexi Missionen, da es sich bei den von der ESA benutzen Ariane 5 Raketen um sehr leistungsstarke Modelle handelt und diese meistens Platz f\u00fcr zwei Satelliten bieten. Diese Missionen werden in einem k\u00fcrzeren Zeitraum entwickelt, um den zur Verf\u00fcgung stehenden Platz optimal zu nutzen und aktuelle Forschungsgebiete wie Asteroiden, Kometen und Heliophysik (Klimaforschung im Weltall) n\u00e4her zu untersuchen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Fusion der Milchstra\u00dfe<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den Zukunftspl\u00e4nen der ESA informierte Hasinger die Besucher auch \u00fcber bereits laufende Projekte, wie die seit 2013 aktive Weltraumsonde <a href=\"http:\/\/sci.esa.int\/gaia\/\">GAIA<\/a>, welche die Bewegung und den Abstand von \u00fcber einer Milliarden Sterne vermisst und bis 2022 einen Sternenkatalog erstellen soll. Basierend auf dem zweiten Datensatz der Sonde nehmen Wissenschaftler mittlerweile an, dass die Milchstra\u00dfe in ihrer Entstehungsphase vor gut zehn Billionen Jahren mit einer kleineren Galaxie, der neu benannten Gaia-Enceladus Galaxie fusionierte. Durch eine daraus resultierende Neuordnung und Vermischung beider Galaxien erlangte die Milchstra\u00dfe ihre heutige Form mit der dichten Scheibe und dem umschlie\u00dfenden Ring.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/hVPZhATLDKY\" width=\"560\" height=\"314\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Hasinger noch einige Fragen aus dem Publikum. \u201cIhre Zukunftsvisionen sind ja alle sehr \u00fcberzeugend, aber wo wird das zus\u00e4tzlich f\u00fcr die ESA vorgesehene Budget denn im Gegenzug gestrichen?\u201d, lautete eine Frage. \u201eSo genau kann ich Ihnen das nicht beantworten\u201c, meinte dieser nur und grinste: \u201eVermutlich beim Milit\u00e4r, aber wenn man den geopolitischen Stellenwert der Weltraumforschung bedenkt, sehe ich dies als gerechtfertigt an.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Pixabay, Eve Christ<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir stehen auf den Schultern von Giganten\u201c sagte G\u00fcnther Hasinger, der Director of Sciene bei der ESA am Mittwochabend, im Bezug auf vergangene Erfolgsmissionen. 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