{"id":15097,"date":"2019-04-29T17:19:31","date_gmt":"2019-04-29T15:19:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=15097"},"modified":"2019-04-29T17:19:31","modified_gmt":"2019-04-29T15:19:31","slug":"fairaenderung-im-system-die-highlights-der-fair-handeln-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/04\/29\/fairaenderung-im-system-die-highlights-der-fair-handeln-2019\/","title":{"rendered":"Fair\u00e4nderung im System? Die Highlights der \u201eFair Handeln\u201c 2019"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Vom 25. bis 28. April fand die Fairtrade- und Nachhaltigkeits-Messe \u201eFair Handeln\u201c auf dem Messegel\u00e4nde in Stuttgart statt. Gerade in Zeiten von \u201eFridays for Future\u201c ein Thema, das aktueller nicht sein k\u00f6nnte. Kupferblau zeigt euch, welche Highlights zu bestaunen waren, wie wir nachhaltiger leben k\u00f6nnen und warum Elefantenmist wichtiger ist, als man vielleicht glauben mag. <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fairtrade und das Konzept Messe: Eigentlich vertr\u00e4gt sich das nicht. Wenn man an eine faire und nachhaltige Art zu handeln denkt, scheinen die kapitalistischen Marketing-Veranstaltungen nicht ganz ins Bild zu passen. Die <a href=\"https:\/\/www.sez.de\/\">Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit<\/a> (SEZ) hat es als Tr\u00e4gerin trotzdem geschafft, \u00fcber 150 Aussteller zum Thema global verantwortungsvolles Handeln zusammenzubringen. Die Halle 3 im Stuttgarter Messegel\u00e4nde war sehr gut besucht und die Aussteller pr\u00e4sentierten den Besucher*innen Kulinarisches, Kunsthandwerk und Kleidung aus nachhaltiger Produktion. Besonders interessant waren die kleinen Start-Ups und Firmen der Tech-Branche, die die Veranstaltung zur Vernetzung nutzen konnten. Eigentlich w\u00e4ren fast alle St\u00e4nde eine Erw\u00e4hnung wert gewesen, hier jedoch die vielversprechendsten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15105\" aria-describedby=\"caption-attachment-15105\" style=\"width: 968px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9845_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15105 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9845_print-968x672.jpg\" alt=\"\" width=\"968\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15105\" class=\"wp-caption-text\">Die &#8222;Lederschmiede&#8220;, ein Sozialprojekt aus Stuttgart, stellt Taschen aus Upcycling-Materialien, wie LKW-Plane und Werbebannern her.<\/figcaption><\/figure>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Fix the world \u2013 \u201eDa kann jeder mit ansetzen\u201c<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">So zum Beispiel das <a href=\"https:\/\/de.ifixit.com\/\">Start-Up IFIXIT<\/a>, welches das Problem des weltweiten M\u00fcllaufkommens angehen will. Besonders bei der Produktion technischer Ger\u00e4te w\u00fcrde viel M\u00fcll anfallen, so etwa bei der Produktion eines Laptops \u00fcber eine Tonne. Um eine m\u00f6glichst lange Nutzung von diesen Produkten zu garantieren, stellt <a href=\"https:\/\/de.ifixit.com\/\">IFIXIT<\/a> eine Internet-Plattform zur Verf\u00fcgung, auf der Reparationsanleitungen f\u00fcr technische Ger\u00e4te gepostet werden. \u00dcber 51.000 Handb\u00fccher von Ger\u00e4ten sind schon online und es werden t\u00e4glich mehr, erkl\u00e4rte uns eine Frau am Stand. \u201eWir arbeiten auch mit <a href=\"https:\/\/www.fairphone.com\/de\/\">Fairphone<\/a> zusammen\u201c, fuhr sie fort, einem Hersteller f\u00fcr modulare Smartphones aus fairem, nachhaltigem Handel. Am Stand kann man defekte Ger\u00e4te vor den Augen der Mitarbeiter*innen gleich selbst reparieren, auf der Plattform sollen Anleitungen \u201ein einfachen Schritten\u201c erkl\u00e4ren, wie das auch allein zu Hause funktioniert. In einer Branche, in der immer aufw\u00e4ndigere Ger\u00e4te f\u00fcr eine immer k\u00fcrzere Lebensdauer produziert werden, sicherlich ein guter Ansatz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15098\" aria-describedby=\"caption-attachment-15098\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9879_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15098 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9879_print-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15098\" class=\"wp-caption-text\">Am Stand von &#8222;IFIXIT&#8220; konnte man defekte Ger\u00e4te gleich selbst reparieren.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wesentlich verbreiteter ist wahrscheinlich das Foodsharing. Auch hier geht es darum M\u00fcll einzusparen, jedoch in der Lebensmittelbranche. Am Stand von <a href=\"https:\/\/foodsharing.de\/\">foodsharing.de<\/a> informierten pr\u00e4parierte M\u00fclltonnen \u00fcber die traurigen Fakten der Lebensmittelverschwendung in Deutschland: 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden in Deutschland entsorgt, das ist circa ein Drittel des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs. Der gr\u00f6\u00dfte Teil hiervon in privaten Haushalten, wodurch die Verschwendung leicht vermeidbar w\u00e4re. Hier soll das Foodsharing ansetzen, wenn noch genusstaugliche Nahrungsmittel vor der Entsorgung gerettet und daraufhin im Bekanntenkreis verteilt werden. \u201eBevor man mit Erfahrenen die ersten Abholungen selbst durchf\u00fchrt, gibt es ein Treffen\u201c, erkl\u00e4rt uns ein Aktivist am Stand, \u201edie Verteiler kann man aber schon vorher nutzen\u201c. Auf R\u00fcckfrage erkl\u00e4rt er uns, dass die Abholungen heute, im Gegensatz zu den Anfangszeiten, mit den L\u00e4den abgesprochen sei. Dennoch sei ein neues <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/julia-kl%C3%B6ckner-verschwendungsfasten-2019-kein-essen-in-den-m%C3%BCll?expired_session=true\">Lebensmittel-Gesetz,<\/a> <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-05\/lebensmittel-verschwendung-frankreich\">wie in Frankreich,<\/a> dringend n\u00f6tig. Bei Lebensmitteln \u201ekann jeder mit ansetzen. Das sind die kleinen Dinge\u201c, sagte der Foodsaver zum Abschluss.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15104\" aria-describedby=\"caption-attachment-15104\" style=\"width: 963px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9634_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15104 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9634_print-963x672.jpg\" alt=\"\" width=\"963\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15104\" class=\"wp-caption-text\">Lebensmittelverschwendung war ein gro\u00dfes Thema auf der Fair Handeln. In Frankreich sind L\u00e4den verpflichtet, Lebensmittel zu spenden, statt zu entsorgen.<\/figcaption><\/figure>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Unser Geldbeutel als Waffe<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im Urlaub k\u00f6nne jeder mit ansetzen, erkl\u00e4rte Marco Giraldo von der Firma <a href=\"https:\/\/www.tourcert.org\/\">TourCert<\/a> auf der Welt:B\u00fchne. Neben den St\u00e4nden der Aussteller, wurden auf dieser B\u00fchne Veranstaltungen oder Workshops in der Welt:Lounge abgehalten.\u00a0 In dem Vortrag ging es um Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche, zu der <a href=\"https:\/\/www.tourcert.org\/\">TourCert<\/a> mit der Zertifizierung und Beratung von Touristikunternehmen beitragen m\u00f6chte. Der Tourismus boomt in der Welt und so erwirtschafte sich auch 3,9% des BIPs in Deutschland aus der Touristikbranche, wohingegen die Automobilindustrie nur circa ein Prozent mehr erwirtschafte. Und weil die Deutschen sehr gerne reisen, habe unser Konsumverhalten gro\u00dfen Einfluss auf den weltweiten Markt. \u201eSie haben eine relativ starke Waffe: Ihren Geldbeutel\u201c, sagte Giraldo auf der B\u00fchne. Man solle bei der Auswahl der Reise ganz besonders auf \u00f6kologische und soziale Auswirkungen achten. M\u00f6glichkeiten seien zum Beispiel mit dem Zug, statt dem Flugzeug zu reisen, die Nebensaison auszuw\u00e4hlen, lokal zu kaufen sowie weniger zu reisen, \u201edaf\u00fcr aber l\u00e4nger\u201c. Er kritisierte die Mentalit\u00e4t vieler Deutschen, die im Urlaub oft wie durch Zauberhand \u201edas M\u00fclltrennen vergessen\u201c. Die L\u00f6sung f\u00fcr eine nachhaltige und faire Tourismusbranche sei aber nicht zu Hause zu bleiben, sondern auf die globalen Auswirkungen des eigenen Handelns zu achten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15106\" aria-describedby=\"caption-attachment-15106\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9672_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15106 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9672_print-1038x615.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"615\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15106\" class=\"wp-caption-text\">2017 wurden \u00fcber 1,4 Milliarden Euro im Fairtrade-Segment erwirtschaftet &#8211; Tendenz steigend. Auch die faire Textilindustrie w\u00e4chst rasant. (Quelle: Statista)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Welt:B\u00fchne bot aber auch Platz f\u00fcr \u00c4sthetisches. So wurde in einer Fair Fashion Show Mode von verschiedenen Ausstellern pr\u00e4sentiert. Der Handel mit fair produzierter Kleidung w\u00e4chst in Deutschland stetig und so steigen auch konventionelle Textilanbieter um. Eine Frau erkl\u00e4rte uns an einem Stand mit nachhaltiger Unterw\u00e4sche, dass meistens die Rohware den Preis bestimme und daher faire Kleidung leider immer noch deutlich teurer sei als Produkte von H&amp;M und Co. Auch wenn manche Onlineshops hier <a href=\"https:\/\/www.grundstoff.net\/\">schon mithalten k\u00f6nnen<\/a>, sei vor allem f\u00fcr kleinere Anbieter der hohe Preis der Baumwolle abschreckend. Dennoch konnten auf der Fair Handeln modische Kleidung und Accessoires bestaunt werden, die von Eselboxershorts, \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.zerum.at\/\">nachhaltige Streetwear<\/a> bis hin zu Taschen aus Upcycling-Materialien, wie <a href=\"https:\/\/die-lederschmiede.de\/?SID=jvbtr2g4e60sveu13k7fcehrg4\">Werbebannern<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.nyuzi-blackwhite.de\/#about\">Zements\u00e4cken<\/a> reichte. Letzteres produziert die Firma <a href=\"http:\/\/www.nyuzi-blackwhite.de\/\">Nyuzi-Blackwhite<\/a> in Kenia, wo die Firmengr\u00fcnderin ein Praktikum machte. Mittlerweile arbeite sie mit einem f\u00fcnfk\u00f6pfigen Team zusammen, das die Zements\u00e4cke aus der wachsenden Baubranche in Kenia zu elf verschiedenen Produkten verarbeitet.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Nachhaltige Initiativen \u201eum die Ecke\u201c und die inneren Werte des Elefantendung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch Initiativen, die aus heimischen Gefilden kommen, konnten sich auf der Fair Handeln gut pr\u00e4sentieren: Die <a href=\"http:\/\/weekoflinks.org\/\">Week of Links<\/a>, ein studentisches Projekt aus T\u00fcbingen, das Themen der nachhaltigen Entwicklung interdisziplin\u00e4r an der Universit\u00e4t angeht, wurde mit einem Preis und der F\u00f6rderung durch das Baden-W\u00fcrttembergische Staatsministerium und die <a href=\"https:\/\/www.sez.de\/\">SEZ<\/a> anerkannt. Die Initiative, die jedes Semester Workshops und Informationsveranstaltungen organisiert, wird also hoffentlich auch n\u00e4chstes Semester ihr Programm in T\u00fcbingen auffahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15100\" aria-describedby=\"caption-attachment-15100\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9872_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15100 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9872_print-1038x647.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"647\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15100\" class=\"wp-caption-text\">Die T\u00fcbinger Initiative &#8222;Week of Links&#8220; betrieb zusammen mit der Weltethos-Stiftung einen Stand auf der Messe.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenfalls aus der Region kommt die <a href=\"https:\/\/diegrasdruckerei.de\/\">Grasdruckerei<\/a>. Den Stand der Firma aus Stuttgart umgab ein frischer Heugeruch, ein t\u00e4towierter Mittzwanziger erkl\u00e4rte uns warum: Die <a href=\"https:\/\/diegrasdruckerei.de\/\">Grasdruckerei<\/a> stellt verschiedene Papierprodukte aus Gras her und verbraucht so \u201e50% weniger CO<sup>2<\/sup>, Wasser und Energie\u201c. Auf das Bleichen des Papieres mit umweltsch\u00e4digenden Chemikalien verzichtet die Druckerei und setzt stattdessen auf eine Schicht Naturkreide. \u201eDas Gras kommt von der Schw\u00e4bischen Alb\u201c, um die Lieferkette m\u00f6glichst regional zu halten, bekam man am Stand zu h\u00f6ren. Die Abfallprodukte der Landwirtschaft zu nutzen, statt B\u00e4ume zu f\u00e4llen, wirkt gerade mit Blick auf die weitl\u00e4ufigen Weidefl\u00e4chen der Schw\u00e4bischen Alb direkt vor unserer T\u00fcr sehr naheliegend.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15099\" aria-describedby=\"caption-attachment-15099\" style=\"width: 503px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9836_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15099\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9836_print-503x672.jpg\" alt=\"\" width=\"503\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15099\" class=\"wp-caption-text\">Das &#8222;E-Schrottmonster&#8220; sollte die Schnelllebigkeit von elektrischen Konsumg\u00fctern darstellen.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Abfallprodukt der besonderen Art verarbeitet auch <a href=\"http:\/\/www.elecosy.com\/de\/\">Elecosy <\/a>zu Papierprodukten und verbindet so \u00f6kologische Aspekte mit dem Tierschutz. \u201eThe elephant paper\u201c wird aus Elefantenmist hergestellt und tr\u00e4gt so zum Erhalt der tr\u00f6tenden Riesen bei. Die Frau am Stand erkl\u00e4rte uns, dass die Dickh\u00e4uter in Sri Lanka lange Zeit von den ans\u00e4ssigen Bauern als Sch\u00e4dlinge angesehen wurden, die Felder verw\u00fcsteten und so die Ernte gef\u00e4hrdeten. Das Projekt mache Elefanten zu Nutztieren, deren Erhalt der Bev\u00f6lkerung nun auch aus wirtschaftlicher Perspektive lohnend erscheint. Und weil sich Elefanten streng vegan ern\u00e4hren, ist die Gewinnung von Fasern aus deren Mist mit relativ wenig Aufwand verbunden. <a href=\"http:\/\/www.elecosy.com\/de\/\">Elecosy<\/a> hat es also tats\u00e4chlich geschafft, aus \u201eSchei\u00dfe Gold zu machen\u201c und nebenbei noch einen Beitrag zum Artenschutz zu liefern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem Einzelhandel befanden sich aber auch Initiativen und Unternehmen der Finanzbranche auf der Fair Handeln. Die <a href=\"https:\/\/www.gls.de\/privatkunden\/\">GLS Bank<\/a> pr\u00e4sentierte an ihrem Stand, wie Investitionen sozial und \u00f6kologisch funktionieren und wie auch Banken es schaffen k\u00f6nnen, ihre Renditen nicht auf dem R\u00fccken von Menschen oder der Umwelt zu erwirtschaften. Die Initiative <a href=\"https:\/\/www.oikocredit.de\/\">OikoCredit<\/a> stellte verschieden Produkte aus, die mithilfe ihres Systems von Micro-Krediten vom Rei\u00dfbrett in die Fertigung gelangen konnte. Schon durch das Anlegen von wenigen hundert Euro k\u00f6nnen so \u00fcber 700 Projekte weltweit unterst\u00fctzt werden. So entwickelten beispielsweise indische Ingenieure eine Solarleuchte, die auch finanziell schw\u00e4cher gestellten Menschen in abgeh\u00e4ngten Regionen elektrisches Licht erm\u00f6gliche. Ein \u00e4hnliches Konzept hat auch das Start-Up <a href=\"https:\/\/sonnenrepublik.de\/\">Sonnenrepublik<\/a>, das Solarpaneele zum Aufladen von Smartphones und anderen Ger\u00e4ten in Deutschland vertreibt. Nat\u00fcrlich nachhaltig und fair produziert.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">\u201eLeute ansprechen, die normalerweise nicht in der Thematik Fairtrade und Nachhaltigkeit drin sind\u201c<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fair Handeln war voll von klugen Ideen, hellen K\u00f6pfen und dem Wunsch die Welt zu verbessern. Hannah K\u00f6ninger, eine Studentin aus T\u00fcbingen, war ma\u00dfgeblich daran beteiligt, dass dies funktionieren konnte. Sie hat die Messe im Rahmen eines Praktikums mit organisiert. Wir konnten ihr auf der Messe einige Fragen stellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie ist die Fair Handeln entstanden?<\/strong><\/p>\n<p>Die SEZ [Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit, Anm. d. Red.] hat die Fair Handeln ins Leben gerufen. Anfangs fand sie im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt, sp\u00e4ter ist sie dann umgezogen auf das Messeareal. Hier gibt es einfach mehr Platz und man hat auch G\u00e4ste von den anderen Messen. Seit 2009 veranstaltet die SEZ die Fair Handeln gemeinsam mit der Landesmesse Stuttgart im Rahmen der Fr\u00fchjahrsmessen.\u00a0 Die SEZ ist hierbei fachliche und ideelle Tr\u00e4gerin der Messeveranstaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Seit wann existiert die Fair Handeln?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fair Handeln findet jetzt zum elften Mal hier auf der Messe statt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15102\" aria-describedby=\"caption-attachment-15102\" style=\"width: 316px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9645_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15102\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_9645_print-413x672.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"514\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15102\" class=\"wp-caption-text\">Nicht Hannah K\u00f6ninger,aber trotzdem aktiv f\u00fcr den Klimaschutz: Mehrere Pinguine informierten die Anwesenden \u00fcber die Aussteller und St\u00e4nde.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist das Ziel der Fair Handeln?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fair Handeln ist eine Verkaufs- und Informationsplattform. Sie dient als Ort f\u00fcr Austausch und Vernetzung zwischen H\u00e4ndler*innen, Verk\u00e4ufer*innen und Konsument*innen. Es ist Ziel der Fair Handeln, auch die Leute anzusprechen, die normalerweise nicht in der Thematik Fairtrade und Nachhaltigkeit drin sind. Au\u00dferdem ist sie zentral f\u00fcr Unis und Initiativen, um Ideen auszutauschen, wie man die SDG\u00b4s [Von der UN ausgegebene Ziele nachhaltiger Entwicklung, Anm. d. Red.] umsetzen kann oder f\u00fcr Start-Ups, die hier ihre Produkte pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In welcher Branche ist fairer, nachhaltiger Handel am n\u00f6tigsten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube in allen Branchen &#8211; Das betrifft den Tourismus oder das Finanzwesen ebenso wie die Textil- oder Lebensmittelproduktion. Manche Unternehmen haben Ihre unternehmerische Sozialverantwortung bereits so wahrgenommen, dass das gesamte Unternehmen \u00f6konomisch, \u00f6kologisch und sozial nachhaltig produziert. In anderen sind die ohnehin bereits kleinen CSR-Abteilungen [Corporate Social Responsibility, Anm. d. Red.] noch schw\u00e4cher geworden. Doch ich denke, dass auch diesen langsam bewusst wird, dass es ohne ein verantwortliches unternehmerisches Handeln nicht mehr funktionieren wird. Ich denke, wir haben zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder wir steigen komplett aus dem System aus oder wir versuchen im System nachhaltig und sozial zu wirtschaften. Das kann klappen und das zu zeigen, ist auch Ziel der Fair Handeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ziel erreicht: Am Ende war die Fair Handeln tats\u00e4chlich ein Erfolg. Auch wenn der Gro\u00dfteil des Weltmarkts immer noch \u201ekonventionell\u201c betrieben wird, die Umwelt und die Menschen ausbeutet und den Klimawandel befeuert, war es aufmunternd zu sehen, dass Start-Ups, Initiativen und Firmen sich diesem Trend entgegenstellen wollen. Die Fair Handeln Messe hat es ein St\u00fcck weit geschafft, nachhaltige und soziale Alternativen \u201eim System\u201c zu pr\u00e4sentieren. So viele optimistische Menschen versuchen die Welt ein St\u00fcckchen besser zu machen und die Energie war tats\u00e4chlich ansteckend. Und genau da hat der Aktivist vom Foodsharing-Stand Recht. Jede*r kann mit ansetzen, jede*r muss mitansetzen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>F\u00fcr Alle die sich f\u00fcr nachhaltigen und fairen Handel interessieren, die Messe aber verpasst haben, gibt es eine Alternative in T\u00fcbingen: Noch bis zum 4. Mai findet die Aktionswoche \u201eFAIRstrickt \u2013 Wer zahlt den Preis f\u00fcr der Mode?\u201c mit Workshops, M\u00e4rkten und anderen Veranstaltungen in und um T\u00fcbingen statt. Das Programm findet Ihr <a href=\"https:\/\/www.epiz.de\/files\/inhalt\/Projekte\/FAIRstrickt\/FAIRstrickt_27.04.-04.05.2019_Programmheft.pdf\">hier<\/a>. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>Fotos:<\/u><\/strong> Daniel B\u00f6ckle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 25. bis 28. April fand die Fairtrade- und Nachhaltigkeits-Messe \u201eFair Handeln\u201c auf dem Messegel\u00e4nde in Stuttgart statt. 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