{"id":15184,"date":"2019-05-04T14:00:52","date_gmt":"2019-05-04T14:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=15184"},"modified":"2021-02-19T18:03:45","modified_gmt":"2021-02-19T18:03:45","slug":"wer-der-spur-der-mode-folgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/05\/04\/wer-der-spur-der-mode-folgt\/","title":{"rendered":"Wer der Spur der Mode folgt\u2026"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Woher kommt meine Kleidung? Was passiert mit meiner Kleidung, wenn ich sie nicht mehr brauche? Solche und \u00e4hnliche Fragen stellen sich immer mehr Menschen. Antworten und Denkanst\u00f6\u00dfe liefert der neue <a href=\"https:\/\/de.actionbound.com\/\">Actionbound<\/a> \u201eDer Mode auf der Spur\u201c. Kupferblau hat\u00a0<span style=\"color: #000000;\">das Spiel<\/span> f\u00fcr euch ausprobiert.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine innere Studenten-Uhr steht auf \u201edefinitiv viel zu fr\u00fch\u201c, als wir uns am Freitagmorgen um 8.30 an der Stadtbibliothek treffen. Hier wollen wir an einer digitalen Schnitzeljagd, einem so genannten Actionbound, zum Thema Faire Mode in T\u00fcbingen im Rahmen der FAIRstrickt-Aktionswoche teilnehmen. Gemeinsam mit einer 7. Klasse der Franz\u00f6sischen Schule machen wir uns zun\u00e4chst daran, die zehn umsatzst\u00e4rksten Unternehmen der Modebranche in die richtige Reihenfolge zu bringen. Auf den ersten Pl\u00e4tzen, wenig \u00fcberraschend, Nike, die Inditex-Gruppe, zu der unter anderem Zara geh\u00f6rt und H&amp;M.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15188\" aria-describedby=\"caption-attachment-15188\" style=\"width: 999px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15188 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCF7936-999x672.jpg\" alt=\"\" width=\"999\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15188\" class=\"wp-caption-text\">Eine kurze Einf\u00fchrung gab es in der Stadtbibliothek mit Infos zu bekannten Modemarken wie Adidas und Nike.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann geht es los: Nachdem wir uns die Actionbound-App heruntergeladen haben, ist Team Kupferblau startbereit. Die erste Aufgabe gibt es direkt vor der Stadtbibliothek (wir bekommen f\u00fcnf Punkte, weil wir den Ort gefunden haben): Macht ein Gruppenfoto, auf dem ihr eure Lieblingskleidungsst\u00fccke hervorhebt. Das Selfie, das im Ergebnis entsteht, enthalten wir euch aus \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden besser vor\u2026<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Tonnenweise Altkleider<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter zur n\u00e4chsten Station, ein Altkleidercontainer. Die Stationen m\u00fcssen nicht in der vorgegebenen Reihe gespielt werden, so kommen sich die Gruppen nicht ins Gehege. An dieser Station<span style=\"color: #000000;\"> fragt uns die App,<\/span> wie viele Tonnen Kleidung jedes Jahr in Deutschland in Altkleidercontainern landen. Unsere Vermutung, 60.000t, kommt der Realit\u00e4t nicht mal nahe. Tats\u00e4chlich w\u00fcrde die in Deutschland jedes Jahr entsorgte Menge an Altkleidung, gemessen in LKW-Ladungen, ausreichen, um eine L<span style=\"color: #000000;\">KW-Schlange von Flensburg bis Innsbruck zu bilden \u2013 Luftlinie rund 850km. Aus Mangel an Passanten, die wir f\u00fcr die n\u00e4chste Aufgabe, eine Umfrage, befragen k\u00f6nnten (ich wiederhole mich: Es ist eindeutig noch zu fr\u00fch und es nieselt <\/span>auch noch!), gehen wir direkt zur n\u00e4chsten Station.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die f\u00fchrt uns in den Contigo-Fairtrade-Shop. Wie der Name schon sagt, gibt es hier Waren aus fairem Handel und zu jedem Produkt gibt es Herstellerinformationen. Auch \u00fcber zus\u00e4tzliche Pluspunkte der Hersteller, wie z.B. die F\u00f6rderung Alleinerziehender oder Behinderter, informiert Contigo. Darum f\u00e4llt es uns auch schwer, die Aufgabe zu l\u00f6sen: Was gef\u00e4llt euch am besten an den vorgestellten Produzenten? Wir finden: Alles tolle Initiativen! Anschlie\u00dfend m\u00fcssen wir noch die zehn Prinzipien des fairen Handels sortieren, bevor wir wieder in das kalte Nieselwetter treten. N\u00e4chste Station: Holzmarkt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15189\" aria-describedby=\"caption-attachment-15189\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15189 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCF7954-1038x646.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"646\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15189\" class=\"wp-caption-text\">Die Kampagne #WhoMadeMyClothes soll die Hersteller auffordern, ihre Lieferanten zu ver\u00f6ffentlichen, um damit bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferkette zu erreichen.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die Filialen von H&amp;M und New Yorker geht es an dieser Station um die Arbeitsbedingungen in den produzierenden L\u00e4ndern. Ein kurzer Film informiert \u00fcber die Katastrophe des <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/268127\/textilindustrie-bangladesch\">Rana Plaza<\/a>, bei der 2013 \u00fcber tausend Menschen starben, haupts\u00e4chlich Textilarbeiter*innen. In der Folge formierte sich globaler Protest gegen die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie, zahlreiche Kampagnen wurden ins Leben gerufen, so z.B . <a href=\"https:\/\/www.fashionrevolution.org\/\">fashionrevolution<\/a> und <a href=\"http:\/\/whomademyclothes.org\/\">#whomademyclothes.<\/a><span style=\"color: #000000;\"> Unsere Aufgabe hier: Ein Foto zu letzterem Hashtag zu machen. Di<\/span>e Kleidungsst\u00fccke werden umgedreht, sodass das Label zu sehen ist. So sollen die Modemarken direkt angesprochen werden. Da allerdings keiner von uns Lust auf einen Striptease auf dem Holzmarkt hat, beschr\u00e4nken wir uns bei dem Foto heute auf unsere Jacken.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Second Hand kaufen statt neue Kleider in den Umlauf zu bringen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenige Schritte weiter erwartet uns die n\u00e4chste Station, der Second-Hand-Laden Unikat. Hier setzen wir uns mit allgemeinen Aspekten von Second-Hand-L\u00e4den auseinander und \u00fcberlegen, wodurch unsere Outfits eigentlich beeinflusst werden. Zum Schluss haben wir noch sehr viel Spa\u00df dabei, ein echtes Vintage-Outfit zu kreieren. Dann eilen wir weiter zur n\u00e4chsten Station, ebenfalls ein Bekleidungsgesch\u00e4ft: Style afFAIRe.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15190\" aria-describedby=\"caption-attachment-15190\" style=\"width: 1009px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15190 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCF7958-1009x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1009\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15190\" class=\"wp-caption-text\">Baumwolle ist ein beliebter Rohstoff f\u00fcr Kleidung &#8211; aber Hanf zum Beispiel ist umweltfreundlicher und zieht so langsam nach.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben jeder Menge Kleidung aus fairem Handel, Bio-Baumwolle und\/oder recycelten Materialien erwartet uns hier eine Aufgabe: Wir m\u00fcssen Fasern aus Baumwolle, Hanf, Viskose und recyceltem Polyester den daraus hergestellten Stoffen zuordnen. Gar nicht so einfach! Danach spielen wir noch ein Quiz und staunen \u00fcber einige der Fakten: So produziert die Herstellung von recyceltem Polyester zum Beispiel 37% weniger CO<sub>2 <\/sub>als die Herstellung von Polyester aus Erd\u00f6l.<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der letzten Station, der Handweberei, erwarten uns Beate Lorenz-Wiese und ihr Team. In dem kleinen Inklusionsbetrieb arbeiten die Mitarbeiterinnen noch mit den traditionellen Handwerksmethoden. Beate Lorenz-Wiese zeigt uns, wie Wolle mit dem Spinnrad gesponnen wird, sie braucht ca. eine Stunde f\u00fcr 100g Wolle. Die gesponnene Wolle wird entweder verkauft oder an den Webst\u00fchlen zu Stoffen weiterverarbeitet. Der Zeitaufwand f\u00fcr handgewebte Stoffe ist enorm und wir bekommen ein ganz anderes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wie viel Arbeit trotz vieler automatisierter Schritte immer noch in einem Kleidungsst\u00fcck steckt.<\/p>\n<h3>Action f\u00fcr alle Interessierten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck an der Stadtbibliothek werden wir von Marieke Kodwei\u00df vom EPiZ und ihrem Team in Empfang genommen. Nach und nach trudeln auch die Sch\u00fcler*innen und die Betreuer*innen der einzelnen Stationen ein. W\u00e4hrenddessen erkl\u00e4rt uns Kodwei\u00df, dass der Actionbound auch nach der Aktionswoche noch spielbar sein wird. \u201eIm Prinzip kann jeder den Actionbound einfach f\u00fcr sich spielen. Auf Anfrage k\u00f6nnen wir aber auch Referent*innen f\u00fcr die einzelnen Stationen zur Verf\u00fcgung stellen, zum Beispiel f\u00fcr Schulklassen.\u201c Das Ziel des Actionbound sei es gewesen, dass sich Sch\u00fcler*innen, aber auch andere Interessierte mit der Thematik der fairen Mode auseinandersetzen und Denkanst\u00f6\u00dfe bekommen, welche Alternativen es gibt und wo man diese in T\u00fcbingen finden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Team Kupferblau hat den Actionbound auf jeden Fall erfolgreich beendet: 75 von 85 m\u00f6glichen Punkten (wir haben vergessen, ein Audio aufzunehmen\u2026 ). Spa\u00df hat uns die Stadtrallye trotz der fr\u00fchen Morgenstunde (die inzwischen eher zur Mittagsstunde geworden ist) und des Nieselwetters gemacht. Sie hat uns zum Denken angeregt und obwohl wir alle schon Vorkenntnisse \u00fcber die Thematik hatten, konnten wir noch einige neue Dinge lernen und neue Orte entdecken. <span style=\"color: #000000;\">Wer sich also f\u00fcr faire Mode im Allgemeinen und Optionen in T\u00fcbingen im Besonderen interessiert, dem sei der Actionbound \u201eDer Mode auf der Spur\u201c sehr empfohlen!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Lisamarie Haas<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woher kommt meine Kleidung? Was passiert mit meiner Kleidung, wenn ich sie nicht mehr brauche? Solche und \u00e4hnliche Fragen stellen sich immer mehr Menschen. 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