{"id":1533,"date":"2013-10-13T22:41:47","date_gmt":"2013-10-13T22:41:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1533"},"modified":"2021-02-21T13:20:52","modified_gmt":"2021-02-21T13:20:52","slug":"es-gibt-nur-eine-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/10\/13\/es-gibt-nur-eine-wahrheit\/","title":{"rendered":"\u201eEs gibt nur eine  Wahrheit!\u201c"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Portr\u00e4t \u00fcber eine Studentin und ihren christlichen Glauben<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>\u201eIch glaube, es regnet!\u201c \u201eIch glaube, diese Hose steht mir nicht!\u201c \u00a0Diese S\u00e4tze kommen schnell \u00fcber die Lippen. Viele junge Leute glauben heutzutage nicht mehr im eigentlichen, religi\u00f6sen Sinne. Oder sie wissen nicht, was genau sie glauben sollen. Anja H. geh\u00f6rt nicht zu ihnen<\/strong><\/span>.<br \/>\n<em>von Pia Rox<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nNachdenklich schaut sie aus dem Fenster. Ihre Knie hat sie angezogen, die Schuhe ausgezogen. Drau\u00dfen zwitschern die V\u00f6gel. Es ist 19 Uhr und immer noch angenehm warm. Sie setzt sich aufrecht hin, dreht sich um und sagt: \u201eIch glaube!\u201c<br \/>\nAnja H. ist Christin. Sie studiert seit fast drei Jahren in T\u00fcbingen \u2014 Rhetorik und Medienwissenschaft. \u201eMein Studium macht mir Spa\u00df, ich studiere gerne. Aber irgendwie freue ich mich trotzdem, dass ich im Sommer voraussichtlich meinen Bachelor in der Tasche habe.\u201c In ihrer Freizeit unternimmt sie viel mit ihren Freunden. Bei sch\u00f6nem Wetter spielen sie am liebsten Frisbee im Botanischen Garten. Heute Abend steht aber etwas anderes auf dem Programm: Nachher geht es noch zu Campus f\u00fcr Christus.<br \/>\nDas Leben der 23-J\u00e4hrigen dreht sich nicht nur um das Studium und ihre Freunde, sondern vor allem um Gott. \u201eIch vertraue darauf, dass es einen Gott gibt, der mich liebt, an den ich mich wenden kann Und der immer da ist\u201c, sagt sie mit \u00dcberzeugung. Mit 13 Jahren entschied sich Anja, den christlichen Glauben in ihr Leben zu integrieren \u2014 sie lie\u00df sich taufen. Diese Entscheidung \u00fcberlie\u00dfen Anjas Eltern ihr selbst. Das ist so \u00fcblich in einer Freikirche. Die Kinder sollen selbst entscheiden, ob sie den Glauben annehmen oder nicht. So wie Anja. Ihre Eltern beteten viel mit ihr und erz\u00e4hlten ihr von Gott. Auch in die Kirche ging sie regelm\u00e4\u00dfig. \u201eDoch irgendwann war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich etwas sehr Wichtiges begriffen hatte\u201c, sagt Anja. \u201eGlauben ist keine Tradition, die man von den Eltern einfach so \u00fcbernimmt. Man muss sich bewusst daf\u00fcr entscheiden.\u201c<br \/>\nUnd das hat sie, bis heute. Sie nennt es die beste Entscheidung ihres Lebens.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Mit Gott fr\u00fchst\u00fccken<\/span><\/h3>\n<p>\u201eIch bekomme es nicht immer hin, Gott und Jesus in meinen Alltag zu integrieren. Aber ich glaube, dass Gott deshalb nicht b\u00f6se ist.\u201c Wenn sie nicht weiterwei\u00df, liest sie in der Bibel \u2014 zwei bis dreimal die Woche. Das ist ein wichtiger Teil ihres Lebens. Besonders wenn sie etwas bedr\u00fcckt, hilft ihr das. Beten tut sie auch, aber nicht im klassischen Sinne: \u201eIch bete. Das hei\u00dft f\u00fcr mich nicht, mich vors Bett zu knien und die H\u00e4nde zu falten, sondern ich beziehe Gott in meinen Alltag ein, indem ich in Gedanken mit ihm rede.\u201c Sei es beim Fr\u00fchst\u00fcck, beim Einkaufen oder in einem ruhigen Moment in der Uni\u00a0 \u2014 mit Gott reden k\u00f6nne sie immer.<br \/>\nDoch in der Bibel zu lesen und mit ihm zu reden, ist f\u00fcr Anja nicht der einzige Weg, Gott in ihren Alltag zu integrieren. Gemeinschaft und der Austausch mit anderen \u00fcber den christlichen Glauben sind f\u00fcr sie sehr wichtig. W\u00f6chentlich leitet sie eine Kindergruppe bei den Pfadfindern. Jeden Freitag erz\u00e4hlt sie den Kleinen von Gott und liest aus der Bibel vor. Mit Christen in ihrem Alter trifft sie sich auch regelm\u00e4\u00dfig, denn viele ihrer Freunde sind Christen.<br \/>\nUm 20 Uhr beginnt das Treffen von Campus f\u00fcr Christus. Die Stuhlreihen sind voll besetzt. Doch kaum jemand sitzt. Vorne spielt eine Band. Sie singen Lieder \u2014 Lieder \u00fcber Gott. Nicht nur die Band singt, sondern jeder im Raum. Einige stehen einfach da und singen, andere schlie\u00dfen dabei die Augen, ein paar strecken die H\u00e4nde Richtung Himmel. Mitten unter ihnen ist auch Anja. Leicht wippt sie zum Takt der Musik hin und her. Heute ist bei Campus f\u00fcr Christus OASE \u2014 der offene Abend im Semester.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Campus f\u00fcr Christus<\/span><\/h3>\n<p>Hier trifft sich die christliche Studentengruppe einmal in der Woche, um gemeinsam zu beten und dem stressigen Unialltag f\u00fcr einen Moment zu entfliehen. Zusammen singen sie Lieder \u00fcber Gott und diskutieren \u00fcber theologische Themen. Die Abende werden jede Woche von einer anderen Gruppe vorbereitet \u2014 jeder Hauskreis ist einmal dran. Auch Anja ist in einem Hauskreis, schon seit fast drei Jahren. Einmal w\u00f6chentlich treffen sie sich in der kleineren Runde, um zu beten, in der Bibel zu lesen und sich gegenseitig von ihrer Woche zu erz\u00e4hlen. \u201eDas ist immer eine sehr vertraute Runde. Die meisten z\u00e4hlen mittlerweile zu meinen besten Freunden hier in T\u00fcbingen\u201c, erz\u00e4hlt die Medienwissenschaftsstudentin. Besonders gef\u00e4llt ihr die Offenheit in der Gruppe, denn hier kann Anja auch \u00fcber ihre Fragen und Zweifel reden. \u201eNat\u00fcrlich zweifele ich, das ist ganz normal!\u201c Den anderen aus ihrem Hauskreis geht es nicht anders. Gemeinsam diskutieren sie und suchen nach Antworten: \u201eManchmal gibt es keine, deswegen hei\u00dft das ja auch Glauben\u201c, sagt Anja mit fester Stimme, \u201eGlauben bedeutet Vertrauen, nicht Wissen!\u201c<br \/>\nHauskreise und OASE-Abende z\u00e4hlen nicht zu den einzigen Aktivit\u00e4ten von Campus f\u00fcr Christus, an denen Anja teilnimmt. Zum Beispiel gibt es einmal im Jahr die WogeLe \u2014 die Woche des gemeinsamen Lebens. Mit Sack und Pack ziehen die jungen Christen f\u00fcr eine Woche in das Gemeindehaus. Jeder lebt so weiter, wie gew\u00f6hnlich, nur mit einem Unterschied: Sie essen, wohnen und schlafen f\u00fcr eine Woche woanders. Das Gemeindehaus ist in dieser Zeit kaum wiederzuerkennen: \u00dcberall liegen Schlafs\u00e4cke und Isomatten herum, mehrere Tische stehen aneinandergereiht und auf dem gro\u00dfen, braunen Sofa sitzt immer jemand. \u201eMan muss sich das wie eine gro\u00dfe WG vorstellen. Zwar kommt der Schlaf dabei immer ein bisschen zu kurz, aber daf\u00fcr ist das jedes Mal eine unvergessliche Zeit\u201c, so Anja.<br \/>\nAn Campus f\u00fcr Christus gef\u00e4llt Anja besonders, dass einfach jeder kommen kann \u2014 egal ob und an was er glaubt. \u201eMan muss auch nicht immer alles gut finden, das tue ich auch nicht. Da bei uns verschiedene christliche Konfessionen vertreten sind, gibt es auch sehr viele verschiedene Meinungen\u201c, sagt Anja. Aber was genau glaubt sie eigentlich?<br \/>\n\u201eIch glaube an Jesus Christus. Ich glaube, dass Jesus tats\u00e4chlich gelebt hat, also auch im historischen Sinne. Er ist am Kreuz gestorben und auferstanden. Ich glaube, dass Gott die Erde und somit auch jeden Menschen geschaffen hat. Das hei\u00dft, jeder Mensch ist gewollt und Gott w\u00fcnscht sich eine Beziehung zu jedem einzelnen!\u201c Das sind ihrer Meinung nach auch die zentralen Aussagen der Bibel. Der Rest ist f\u00fcr Anja nicht relevant. Sie pers\u00f6nlich glaubt beispielsweise nicht an die Sch\u00f6pfungsgeschichte wie sie in der Bibel steht. Zentral sei nur, dass Gott die Erde geschaffen hat, egal wie das genau abgelaufen ist. \u201eGott ist allm\u00e4chtig und kann somit auf jede erdenkliche Art die Welt und den Menschen geschaffen haben\u201d, so die junge Christin.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">\u201eAndere Religionen sind falsch!\u201c<\/span><\/h3>\n<p>Bis sie ihren Glauben so deutlich definieren konnte, ist einige Zeit vergangen. Vieles ist ihr erst im Laufe der Jahre klar geworden: \u201eWenn ich jetzt auf die Zeit zur\u00fcckblicke, in der ich mich habe taufen lassen, denke ich oft, dass ich damals noch einiges \u00fcberhaupt nicht verstanden habe. Aber das hat sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt und wird sich in Zukunft auch noch fortsetzen.\u201c Denn laut der 23-J\u00e4hrigen lernt man bekanntlich nie aus.<br \/>\nDoch eines hat sie f\u00fcr sich definiert: Es gibt nur eine Wahrheit \u2014 und zwar die Wahrheit Gottes. Aber von welchem Gott? F\u00fcr Anja gibt es nur den christlichen Gott \u2014 und das ist nicht der gleiche wie in den anderen Religionen, da es f\u00fcr sie zu viele Unterschiede zwischen den Darstellungen von Gott gibt. \u201eWenn ich nicht glauben w\u00fcrde, dass das, was ich glaube, die Wahrheit ist, dann w\u00fcrde ich es nicht glauben. Und daher m\u00fcssen rein logisch gesehen, die anderen Religionen falsch sein.\u201c<br \/>\nMittlerweile ist es drau\u00dfen dunkel. Der offizielle Teil des OASE-Abends ist zu Ende. Anja unterh\u00e4lt sich noch mit ein paar Freunden. Die St\u00fchle stehen nicht mehr in Reihen, sondern wurden zu kleinen Gruppen zusammengestellt. Die ersten verabschieden sich schon. Es ist 23 Uhr und Campus f\u00fcr Christus f\u00fcr heute vorbei. N\u00e4chste Woche Donnerstag treffen sich die Studierenden wieder \u2014 so wie jede Woche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Portr\u00e4t \u00fcber eine Studentin und ihren christlichen Glauben \u201eIch glaube, es regnet!\u201c \u201eIch glaube, diese Hose steht mir nicht!\u201c \u00a0Diese S\u00e4tze kommen schnell \u00fcber &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":244,"featured_media":1534,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62],"tags":[501,34,502],"class_list":["post-1533","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur","tag-glauben","tag-kultur","tag-religion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1533","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/244"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1533"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1533\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24249,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1533\/revisions\/24249"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}