{"id":1545,"date":"2013-10-17T21:45:03","date_gmt":"2013-10-17T21:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1545"},"modified":"2021-02-21T13:20:08","modified_gmt":"2021-02-21T13:20:08","slug":"einmal-wind-und-regen-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/10\/17\/einmal-wind-und-regen-bitte\/","title":{"rendered":"Einmal Wind und Regen, bitte!"},"content":{"rendered":"<h3>Eine kurze Geschichte von fast allem Irischen<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>In Irland gibt es mehr Pubs als Einwohner, hei\u00dft es. Die irische Stadt Cork im S\u00fcden der gr\u00fcnen Insel, erf\u00fcllt dieses Klischee m\u00fchelos. An jeder Stra\u00dfe reiht sich ein Pub an den anderen. Hier verbringe ich ein Semester und entdecke Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Schnell lerne ich, dass man Beamish statt Guinness trinkt, zu Pommes Chips sagt und immer einen Schirm bei sich haben sollte.<\/strong><\/span><br \/>\n<em>Von Isabell Wutz<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nMein erstes Erstaunen gilt den Schildern, den Plakaten und auch dem Universit\u00e4tslogo. All dies und noch mehr sind auf Englisch und auch auf Irisch, also zweisprachig! Die alte Sprache ist noch sehr pr\u00e4sent im Alltagsleben. Doch auch wenn sie fast keiner mehr spricht, halten die Iren stolz an diesem Erbe fest. Die eigenartige Sprache ist f\u00fcr jeden Nicht-Iren eine wahre Herausforderung. Ich selber dr\u00fccke mich vor einem Sprachkurs, doch sp\u00e4testens bei einer Vorstellungsrunde komme ich ins Schwitzen. Irische Namen wie Siobhan, Aiofe, Daire oder Taigh sind f\u00fcr mich einzigartig unaussprechlich. Meine irischen Freunde haben jedoch ihren Spa\u00df, wenn ich versuche, die Namen richtig zu sagen. Es ist aber immer dasselbe: H\u00f6rt man irische Namen, wei\u00df man nicht, wie man sie schreiben soll und liest man irische Namen, spricht man sie garantiert falsch aus. Oft genug bin ich mir nicht einmal sicher, ob es ein m\u00e4nnlicher oder weiblicher Name ist.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Welcome und F\u00e1ilte<\/span><\/h3>\n<p>Nach l\u00e4ngerem Aufenthalt kann ich nun sagen: Irland hat lediglich zwei Jahreszeiten, Fr\u00fchling und Herbst. Schon klar, Irland ist nicht f\u00fcr seine sonnigen Tage bekannt \u2014 aber, dass mir nach knapp vier Wochen drei Regenschirme kaputt gingen, ist schon ein wenig \u00e4rgerlich. Irgendwann wird mir klar: Gegen Wind und Regen kommt man nicht mit einem klapprigen Regenschirm an. Jetzt mache ich es den Iren nach und stapfe selbstbewusst ohne Schirm durch das irische Wetter.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">The early bird catches the worm<\/span><\/h3>\n<p>\u201eMesst euch nicht mit den Iren im Trinken!\u201d, das wird gleich zu Beginn allen internationalen Studenten ans Herz gelegt. Ob diese Behauptung stimmt, \u00fcberpr\u00fcfe ich in den zahlreichen Pubs und Clubs der Stadt. M\u00fchelos werden die Iren ihrem Klischee gerecht, w\u00e4hrend ich mich noch an die \u00fcppigen Alkoholpreise gew\u00f6hne. Schnell treten die trinkfesten Iren aber in den Hintergrund, als ich erfahre, dass es nicht erlaubt ist, \u00f6ffentlich Alkohol zu konsumieren. Wehleidig denke ich an sch\u00f6ne Zeiten im Sommer, wenn man in T\u00fcbingen auf der Wiese oder auf Kirchenstufen sitzt und ein Bier trinkt. Und als w\u00e4re das nicht genug, machen auch noch alle Nachtl\u00e4den um zwei Uhr zu. Da hilft es dann auch &nbsp;nichts mehr, in eine \u201eLate Bar\u201c zu gehen, die bis um halb drei ge\u00f6ffnet hat. W\u00e4hrend man in Deutschland \u00f6fter um vier noch die Tanzfl\u00e4che rockt, liegt man in Irland um halb drei schon seelig schlummernd im Bett. Was man daraus lernt: Einfach fr\u00fcher mit dem Feiern anfangen.<br \/>\nZwei Dinge sind f\u00fcr die Pubs in Irland charakteristisch \u2014 das Bier und die Musik. In Cork gilt: Hier trinkt man kein Guinness, sondern das lokal gebraute Beamish oder Murphys, wenn man dazugeh\u00f6ren will. Respekt von den Einheimischen erlangt man aber nur, wenn man auch den Unterschied zwischen den verschiedenen Pints erkennen kann. F\u00fcr mich schmecken alle Sorten zu bitter, um sie zu unterscheiden. Stattdessen trinke ich einfach einen guten irischen Whiskey. Mit dem passenden Getr\u00e4nk in der Hand und der unglaublich guten Live-Musik wird ein jedes Pub zum zweiten Wohnzimmer.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">\u201eEndlich mal kein Fu\u00dfball\u201d<\/span><\/h3>\n<p>Das denke ich mir, denn auch der Sport in Irland ist einzigartig anders. Hier spielt man lieber Gaelic Football, eine Mischung aus Fu\u00dfball und Rugby, oder Hurling. Bei Hurling sagt man sogar, es sei die schnellste Sportart der Welt. Dabei wird versucht mit Schl\u00e4gern einen kleinen harten Ball in das gegnerische Tor zu schie\u00dfen. Auch wenn dieser Sport kaum Begeisterung au\u00dferhalb Irlands findet, in Irland selbst sind alle Generationen involviert und verfolgen gespannt jedes Spiel.<br \/>\nBevor ich meinen Auslandsaufenthalt angetreten habe, dachte ich, dass sich Deutschland und Irland \u00e4hnlich sind. Man spricht zwar eine andere Sprache, aber Irland ist trotzdem ein Land in Europa \u2014 wie anders kann das schon sein? Sehr anders, lautet die Antwort. Auch wenn ein gro\u00dfer Kulturschock ausbleibt, die kleinen Dinge zu entdecken, ist doch immer am Sch\u00f6nsten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze Geschichte von fast allem Irischen In Irland gibt es mehr Pubs als Einwohner, hei\u00dft es. 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