{"id":155,"date":"2011-02-15T19:13:25","date_gmt":"2011-02-15T19:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=155"},"modified":"2021-02-21T14:04:15","modified_gmt":"2021-02-21T14:04:15","slug":"kein-kaltes-kino","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2011\/02\/15\/kein-kaltes-kino\/","title":{"rendered":"Kein kaltes Kino"},"content":{"rendered":"<p>Die Kinos T\u00fcbingens waren vom 4. bis 10. November ganz auf Frankreich eingestellt: Bereits zum 27. Mal fanden die Franz\u00f6sischen Filmtage statt. \u00dcber 70 Werke von Filmemachern der franz\u00f6sischsprachigen Welt wurden hier und in Stuttgarter Kinos vorgestellt. Zum ersten Mal organisierte Christopher Buchholz, der als Schauspieler unter anderem in <em>Luther<\/em> mitwirkte, die Veranstaltung.<\/p>\n<p><em>Von Hannah Steinhoff<\/em><\/p>\n<p>\u00dcbergreifendes Thema des Festivals war das Motto \u201eFast schon menschlich \u2013 D\u00e9j\u00e0 presque humain\u201c. Die Grenzen menschlichen Handelns seien f\u00fcr ihn besonders interessant, so Christopher Buchholz. \u201eAuf der einen Seite haben wir die Orang-Utan Dame aus der Dokumentation<em> N\u00e9nette<\/em>, deren Verhalten erstaunlich menschlich ist \u2013 und auf der anderen zeigt ein Film wie <em>Moloch tropical<\/em>, wie korrupt wir Menschen selbst mit einander umspringen.\u201c<\/p>\n<p>Besonders freue er sich \u00fcber die vielen jungen Talente, deren Werke bei den Filmtagen erstmals einem deutschen Publikum vorgestellt wurden. \u201eEs sind junge Filme, frech und intelligent\u201c, so Buchholz. Ein Beispiel daf\u00fcr: <em>Les amours imaginaires<\/em> von Xavier Dolan aus Qu\u00e9bec. \u201eEr ist 21 und er ist ein Meister\u201c, sagte Buchholz begeistert.<\/p>\n<p>Aufstrebende Filmemacher aus der Region stellten ihre Werke beim <em>Cin\u00e9slam<\/em> vor, bei dem eine Anzahl von Kurzfilmen gezeigt wurde. Die gr\u00f6\u00dfere Einbeziehung von Kurzfilmen sei eine Bereicherung f\u00fcr das Festival, so Buchholz, denn diese Form erlaube es K\u00fcnstlern, sich auf Bilder und Effekte mehr als auf die Dramaturgie zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Zur F\u00f6rderung des Nachwuchses vergaben die Veranstalter mit Unterst\u00fctzung verschiedener Sponsoren mehrere Preise. Der mit insgesamt 22.500 Euro dotierte Publikumspreis ging an Romain Goupil f\u00fcr den Film <em>Les mains en l\u2019air \u2013 H\u00e4nde hoch<\/em>, in dem eine Gruppe Pariser Grundsch\u00fcler mit allen Mitteln die Abschiebung ihres Freundes zu verhindern versuchen. 20.000 Euro des Preisgelds sollen an einen deutschen Filmverleih gehen, um den Film auch in andere deutsche Kinos zu bringen.<\/p>\n<p>Dass die Franz\u00f6sischen Filmtage auch an Studierende als Publikum sehr interessiert seien, betonte Christoph Buchholz. \u201eWir wollen hier kein kaltes, \u201aintellektuelles\u2018 Kino zeigen\u201c, sagte er. \u201eStudenten sind keine Idioten. Aber anspruchsvoll muss nicht immer bedeuten, dass nur der Kopf angesprochen wird. Mir ist wichtig, dass Filme emotional anspruchsvoll sind.\u201c<\/p>\n<p>Auch hinter den Kulissen waren viele Studierende beteiligt. Das Veranstaltungsteam beinhaltete eine Reihe engagierte Studenten und Studentinnen, die sich zum Beispiel um die Organisation des Festivals, das Marketing und die Unterbringung der G\u00e4ste k\u00fcmmerten. Studierende des medienwissenschaftlichen Seminars organisierten ein Festival TV, welches mit Interviews und Studiosendungen \u00fcber die beteiligten K\u00fcnstler und Organisatoren berichtete.<\/p>\n<p>Zum Schluss die Frage, was denn das franz\u00f6sische Kino so besonders macht. Christopher Buchholz, der sein Leben mit dem franz\u00f6sischen und deutschen Film verbracht hat, sieht die Antwort im Umgang mit Emotionen: \u201eDer franz\u00f6sische Film hat mehr Leichtigkeit, wenn es um die Darstellung von Gef\u00fchlen geht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kinos T\u00fcbingens waren vom 4. bis 10. November ganz auf Frankreich eingestellt: Bereits zum 27. 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