{"id":15576,"date":"2019-06-04T17:30:42","date_gmt":"2019-06-04T17:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=15576"},"modified":"2021-02-19T17:58:23","modified_gmt":"2021-02-19T17:58:23","slug":"historische-highlights-das-mut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/06\/04\/historische-highlights-das-mut\/","title":{"rendered":"Historische Highlights &#8211; Das MUT"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Am Sonntag fand im Museum der Universit\u00e4t T\u00fcbingen (MUT) die w\u00f6chentliche Highlight-F\u00fchrung statt. Themen waren die Urgeschichte, die Antike und das alte \u00c4gypten. Welche Sch\u00e4tze im T\u00fcbinger Schloss zu besichtigen sind erfahrt ihr hier.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die F\u00fchrung begann mit einem Abriss \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.tuepedia.de\/wiki\/Schloss_Hohent%C3%BCbingen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schloss selbst, das 1078 zum ersten Mal als Burg erw\u00e4hnt<\/a> wurde. Im 16. Jahrhundert wurde es erst zu dem Schloss ausgebaut, das wir heute besuchen k\u00f6nnen. <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2016\/05\/16\/tuebinger-museen-museum-der-universitaet-tuebingen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das Museum, das seit 1997 besteht<\/a>, beherbergt einige Fakult\u00e4ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inhaltlich war die F\u00fchrung von da an thematisch aufgebaut und in Urgeschichte, antikes Griechenland, vorderer Orient und altes \u00c4gypten gegliedert. Nat\u00fcrlich durfte aber die derzeitige Sonderausstellung \u201e<a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2019\/05\/01\/mit-der-zeichnung-denken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leonardo Da Vincis Maschinen zwischen Wissenschaft und Kunst<\/a>\u201c auch nicht fehlen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Vor 40 000 Jahren&#8230;<u><br \/>\n<\/u><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vortrag \u00fcber Urgeschichte behandelte Objekte im Alter von rund 40 000 Jahren, <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2017\/07\/10\/weltkulturerbe-verdiente-auszeichnung-fuer-einmalige-funde-der-menschheitsgeschichte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die zum Weltkulturerbe z\u00e4hlen<\/a>. Einige sind nur auf Tafeln als Fotografien zu sehen, andere wie die ber\u00fchmte T\u00fcbinger Pferdefigur oder eine Fl\u00f6te aus Vogelknochen, konnte man in Schauk\u00e4sten bewundern. Die meisten dieser Objekte entstammen Grabungen in Albh\u00f6hlen, vor allem der <a href=\"http:\/\/www.archaeopark-vogelherd.de\/vogelherdhohle\">Vogelherdh\u00f6hle<\/a>. Das aus Mammutelfenbein geschnitzte Pferd wird als Kunstgegenstand oder Totem interpretiert, wobei ein Totem den Nutzen hat, dass es seine Kraft oder F\u00e4higkeit auf den Menschen \u00fcbertr\u00e4gt. F\u00fcr die Kunstfertigkeit der urzeitlichen Menschen spricht ebenso die Fl\u00f6te, von deren Nachbauten Musik zu h\u00f6ren war. <a href=\"https:\/\/www.tuepedia.de\/wiki\/Venus_vom_Hohlen_Fels\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die \u201eVenus\u201c, die nicht im Original, sondern nur auf einer Tafel pr\u00e4sentiert wurde, galt als Fruchtbarkeitssymbol.<\/a><\/p>\n<figure style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/26\/Vogelknochenfloete-komprimiert.jpg\/800px-Vogelknochenfloete-komprimiert.jpg\" alt=\"File:Vogelknochenfloete-komprimiert.jpg\" width=\"800\" height=\"534\" data-file-height=\"4912\" data-file-width=\"7360\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Die Fl\u00f6te aus G\u00e4nsegeierknochen ist rund 40.000 Jahre alt und wurde auf der Schw\u00e4bischen Alb gefunden.<\/figcaption><\/figure>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Okzident und Orient<u><br \/>\n<\/u><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das unumstrittene Highlight der Griechenland-Ausstellung war auf jeden Fall der Waffenl\u00e4ufer. Es handelt sich dabei um eine Bronzefigur aus dem f\u00fcnften Jahrhundert, also circa der Mitte der Eisenzeit, die als Beginn der universit\u00e4ren Sammlung gelten kann. Doch was ist ein Waffenl\u00e4ufer? Es handelt sich bei dieser Figur um die Darstellung eines Sportlers. Fast nackt, nur mit einem Helm und einem Schild am Arm bekleidet liefen die antiken Athleten, die Waffenl\u00e4ufer, bei sportlichen Veranstaltungen um die Wette. Dabei galt nur der Sieg als Erfolg &#8211; \u00a0auf keinen Fall durfte man den zweiten Platz belegen, dies wog schlimmer, als bei den Letzten zu bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders an dieser Figur ist aber vor allem die Gestaltung, denn sie scheint an der Schnittstelle zweier Kunstepochen hergestellt worden zu sein. Der \u201earchaische Kopf\u201c verf\u00fcgt \u00fcber den typisch archaischen, starren Gesichtsausdruck, w\u00e4hrend der \u201eklassische K\u00f6rper\u201c v\u00f6llig in Bewegung ist.<\/p>\n<figure style=\"width: 423px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"shrinkToFit\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/9\/98\/Waffenlaeufer.jpg\" alt=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/9\/98\/Waffenlaeufer.jpg\" width=\"423\" height=\"632\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Die Bronzestatue des Waffenl\u00e4ufers ist ohne Zweifels eines der Highlights im Museum der Universit\u00e4t.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der F\u00fchrung sollte von den Anwesenden erraten werden, um was es sich bei drei seltsamen Objekten in einem Schaukasten handelte. Keiner der Besucher kam auch nur in die N\u00e4he der richtigen Antwort: es handelte sich bei diesen um sogenannte \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strigilis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Strigilis<\/a>\u201c, Schaber die die Athleten nach dem Wettkampf benutzten, um sich Haut\u00f6l und Schmutz vom K\u00f6rper zu kratzen. Auf diese Interpretation konnte man aber nur kommen, da Strigilis im Gebrauch auch auf Vasen abgebildet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die griechische Antike umfangreich behandelt wurde, wurde zur Geschichte des Nahen Ostens eher wenig vorgetragen. Vor allem der heutige Irak und Syrien liegen in dem Gebiet, das heute als Vorderer Orient bezeichnet wird. Man geht davon aus, dass viele Entwicklungen der Menschheit hier ihren Anfang genommen haben. So wurde hier zwischen circa 5000 und 4000 v. Chr. die Keilschrift entwickelt, der erst sp\u00e4ter in \u00c4gypten die Hieroglyphen folgten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Schwere Herzen und ein Rinderschenkel &#8211; Der Totenkult der \u00c4gypter<u><br \/>\n<\/u><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vortrag widmete sich hier aber vor allem dem Totenkult, der f\u00fcr die \u00c4gypter wichtig war, da sie schon eine Jenseitsvorstellung hatten und an ein Leben nach dem Tod glaubten. Die Besucher hatten die Gelegenheit, den Nachbau einer Grabvorkammer des Beamten Seschemnenfer III der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altes_Reich#5._Dynastie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">f\u00fcnften Dynastie<\/a> zu besichtigen. Auf Erl\u00e4uterungen der verschiedenen Zeichnungen an der Kammer folgte eine Erkl\u00e4rung, \u00fcber das Abw\u00e4gen der Taten eines Verstorbenen: Das Herz wurde auf eine Waagschale gelegt, auf die andere eine Feder. War das Herz durch zu viele schlechte Taten beschwert, war der Tote verdammt.<\/p>\n<figure style=\"width: 819px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"mw-mmv-final-image jpg mw-mmv-dialog-is-open\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/92\/MUT-9908.jpg\/1024px-MUT-9908.jpg\" alt=\"MUT-9908.jpg\" width=\"819\" height=\"546\" crossorigin=\"anonymous\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Bis heute ein R\u00e4tsel: Die Wissenschaft kann viele Artefakte nur ungen\u00fcgend erkl\u00e4ren. Derzeit wird an dieser Sternenuhr geforscht. (Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Wuselig\">Wuselig<\/a> via <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:MUT-9908.jpg\">Wikimedia Commons<\/a><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.en\"> [CC BY-SA 4.0])<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Zweites wurde der <a href=\"https:\/\/www.unimuseum.uni-tuebingen.de\/de\/sammlungen\/aegyptische-sammlung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sarkophag des Flottenf\u00fchrers Idi<\/a> besichtigt. Er hatte seitlich in seinem Sarkophag gelegen, den Blick nach Osten zur aufgehenden Sonne hin. Im Deckel ist eine Sternenuhr eingearbeitet, die ihm wohl im Diesseits den Weg wies und ihm im Jenseits ebenso diesen Dienst erweisen sollte; darauf war neben vielem Unverst\u00e4ndlichen ein Sternbild des Gro\u00dfen Wagens allerdings als <a href=\"https:\/\/www.unimuseum.uni-tuebingen.de\/de\/sammlungen\/aegyptische-sammlung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abbild eines Rinderoberschenkels<\/a> zu sehen. Derzeit besch\u00e4ftigt sich die Abteilung \u00c4gyptologie der Universit\u00e4t und deren Direktor Professor Leitz\u00a0 mit der Sternenuhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die F\u00fchrung durch das Museum endete mit der aktuellen Sonderausstellung EX MACHINA: Im Rittersaal war zwischen den Abg\u00fcssen die besagte Ausstellung zu sehen, die sich vor allem mit Technik und Physik befasst. Leonardo Da Vinci wird als \u201eFinder und Erfinder\u201c pr\u00e4sentiert, der eben nicht nur Erfunden hatte, sondern auch Naturgesetze Entdeckt, also gefunden oder weiterentwickelt hatte. Die Exponate sind haupts\u00e4chlich Maschinen, die er selbst nie gebaut, sondern nur ersonnen hatte und die erst in neuerer Zeit hergestellt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2019\/05\/01\/mit-der-zeichnung-denken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weitere Informationen und einen Bericht \u00fcber die Ausstellung \u00fcber das italienische Universalgenie findet ihr hier. <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Bilder<\/strong><\/span>: MUT<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag fand im Museum der Universit\u00e4t T\u00fcbingen (MUT) die w\u00f6chentliche Highlight-F\u00fchrung statt. 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