{"id":16255,"date":"2019-08-01T09:03:34","date_gmt":"2019-08-01T07:03:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=16255"},"modified":"2019-08-01T09:03:34","modified_gmt":"2019-08-01T07:03:34","slug":"__trashed-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/08\/01\/__trashed-2\/","title":{"rendered":"Sommertheater: \u00dcber die Neckarinsel direkt nach Verona"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Das Landestheater T\u00fcbingen lud dieses Jahr zum Sommertheater auf der Neckarinsel ein. Im Programm: Shakespeares tragisches Liebesdrama <\/strong><\/em><strong>Romeo und Julia<\/strong><em><strong> aus dem Jahr 1597. Die Inszenierung nach der deutschen \u00dcbersetzung von Thomas Brasch, unter der Regie von Christoph Roos, entf\u00fchrt die Zuschauer in ein Verona voller Musik, Tragik und Action. <\/strong><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Idyllischer k\u00f6nnte der Auff\u00fchrungsort nicht sein. Nach einem kurzen Spaziergang \u00fcber die Neckarinsel, der den Zuschauern die M\u00f6glichkeit gibt den Trubel der Stadt hinter sich zu lassen, ist das gro\u00dfe rote Herz \u00fcber dem Eingang des Freilichttheaters zu erkennen. Vom Sitzplatz aus kann durch das dichte Bl\u00e4tterdach der Platanen rings um die B\u00fchne ein Blick auf die Altstadt erhascht werden. Man befindet sich noch immer inmitten der Stadt und doch scheinbar in einer anderen Welt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16256\" aria-describedby=\"caption-attachment-16256\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16256\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bild-1-Heike-Beirle-1-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16256\" class=\"wp-caption-text\">Das rote Herz weist den Zuschauern den Weg nach Verona.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das B\u00fchnenbild ist modern, es hebt sich durch robuste Metallrahmen und den geschickten Einsatz von Glas vom Gr\u00fcn der B\u00e4ume ab. Trommeln und diverse andere Instrumente aus Holz pr\u00e4gen die minimalistische Kulisse. Was will man auch mehr? Eine sch\u00f6nere B\u00fchne als die Platanenallee gibt es wohl kaum.<\/p>\n<h3><strong>Actionreich und dynamisch <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon die ersten Minuten des Schauspiels machen deutlich, dass es sich hier um ein dynamisches, actionreiches Schauspiel handelt. Die beiden verfeindeten Familien fahren unter lautem Getrommel auf die B\u00fchne ein. Die Capulets in blauer Montur rufen laut: \u201eHabt ihr uns den Finger gezeigt?\u201c, die Montagues in rot: \u201eVielleicht war da was mit dem Finger\u201c. Es kommt sofort zur ersten handgreiflichen Auseinandersetzung und die Zuschauer werden Zeugen eines mitrei\u00dfenden Zweikampfes zwischen Tybalt (Nicolai Gonther) und Benvolia (Lisa Lantin), der j\u00e4h von Lady Prinz (Susanne Weckerle) unterbrochen wird.<\/p>\n<h3><strong>Die Capulets laden zum Ball<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell wird die Situation der beiden Familien erl\u00e4utert und nachdem die Capulets sich zur\u00fcckgezogen haben, taucht auch endlich Romeo (Rinaldo Steller) auf. Dieser wird von Benvolia aufgrund seiner ungl\u00fccklichen Liebesbeziehung zu Rosalind aufgezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch Zufall begegnen die beiden Montagues einem Diener der Capulets, der Schwierigkeiten hat beim Lesen der G\u00e4steliste auf dem Maskenball seines Herren. Hilfsbereit unterst\u00fctzen die beiden den verzweifelten Diener und verlesen die Namen der G\u00e4ste. Nachdem Rosalinds Name auch auf der G\u00e4steliste steht (auch Boris Palmero geh\u00f6rt zu den Ehreng\u00e4sten), beschlie\u00dfen die beiden kurzerhand, auch zu dem Ball zu gehen. Dieser wird anl\u00e4sslich Julias Verlobung gegeben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16257\" aria-describedby=\"caption-attachment-16257\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16257\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bild-2-Heike-Beirle-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16257\" class=\"wp-caption-text\">Die Zuschauer folgen gebannt dem Geschehen auf der B\u00fchne.<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Liebe auf den ersten Blick<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Ball kommt es zur ersten Begegnung zwischen Romeo und Julia (Mattea Cavic). Die beiden verlieben sich sofort ineinander und es kommt zum traumhaft inszenierten ersten Kuss. Eine Trommel im Hintergrund schl\u00e4gt im Rhythmus eines Herzens, w\u00e4hrend sie sich tief in die Augen schauen. Ihre Lippen ber\u00fchren sich, die Trommel verstummt, das Publikum h\u00e4lt den Atem an, die Welt steht still.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eEs ist dein Name nur: Der ist mein Feind.\u201c \u2013 \u201eNenn Liebster mich, und ich bin neu getauft.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3><strong>Das tragische Ende<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von da an geht alles Schlag auf Schlag. Es kommt zur \u00fcberst\u00fcrzten, heimlichen Heirat und zur finalen Auseinandersetzung zwischen Tybalt und Mercutio (J\u00fcrgen Herold), bei der Mercutio stirbt und anschlie\u00dfend von Romeo ger\u00e4cht wird. Daraufhin wird Romeo von Lady Prinz aus Verona verbannt. Julia selbst will nur ihre kommende Hochzeit mit dem Grafen Paris (Patrick Slanzi) verhindern. Letztendlich kommt es zum tragische Missverst\u00e4ndnis zwischen Julia und Romeo.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16258\" aria-describedby=\"caption-attachment-16258\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16258\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bild-3-Heike-Beirle-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16258\" class=\"wp-caption-text\">Mercutio stirbt in Benvolias Armen.<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Fazit \u2013 absolut sehenswert<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Inszenierung des Landestheaters T\u00fcbingen \u00fcberzeugt durch actiongeladene Szenen, musikalische Untermalung und eine tolle Kulisse. Die sexuellen Anspielungen, die anschaulich dargestellt werden, sind \u00fcberspitzt, wirken aber nicht \u00fcbertrieben. Das ganze St\u00fcck schafft die perfekte Balance zwischen Witz, Dynamik und Tragik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch dass Benvolio, nachdem Jens Lamprecht aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ausgefallen ist, kurzerhand zu Benvolia wurde, st\u00f6rt keineswegs. Im Gegenteil, das Ensemble des LTT zeigt damit, wie flexibel und professionell sie sind und dass das Geschlecht nebens\u00e4chlich ist und Raum f\u00fcr Interpretationen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die drei letzten Auff\u00fchrungen am Donnerstag (01.08.), Freitag (02.08.) und Samstag (03.08.) sind leider bis auf den letzten Platz ausverkauft.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Heike Beirle<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Titelbild:<\/span> Martin Sigmund<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":373,"featured_media":16259,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,62],"tags":[11,34,1927,427,5025,5062,225,5063,18,19,878,20,22],"class_list":["post-16255","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kultur","tag-featured","tag-kultur","tag-landestheater-tuebingen","tag-ltt","tag-neckarinsel","tag-romeo-und-julia","tag-sommer","tag-sommertheater","tag-studierende","tag-tubingen","tag-tuebingen-theater","tag-uni-tuebingen","tag-universitaet-tuebingen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/373"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16255"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16255\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}