{"id":17213,"date":"2019-11-18T11:00:31","date_gmt":"2019-11-18T11:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=17213"},"modified":"2021-02-17T22:38:25","modified_gmt":"2021-02-17T22:38:25","slug":"tuebinger-staedtepartnerschaften-aix-en-provence","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/11\/18\/tuebinger-staedtepartnerschaften-aix-en-provence\/","title":{"rendered":"T\u00fcbinger St\u00e4dtepartnerschaften -Aix-en-Provence"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Die Stadt T\u00fcbingen pflegt seit den 1950er Jahren St\u00e4dtepartnerschaften, um den kulturellen und internationalen Austausch voranzubringen. Zus\u00e4tzlich zu der ersten Partnerschaft 1959\u00a0mit Monthey, in der Schweiz, wurden \u00fcber die Jahre noch zehn weitere Partnerschaften mit St\u00e4dten auf der ganzen Welt geschlossen. \u00dcber einige dieser St\u00e4dte wird in dieser <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/cat\/artikelreihen\/tuebinger-staedtepartnerschaften\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikelreihe<\/a> berichtet werden, von RedakteurInnen, von denen manche selbst schon die St\u00e4dte, ihre Menschen und ihre Kultur kennenlernen durften.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T\u00fcbingen, 1955: Im franz\u00f6sischen Viertel und in der Loretto-Kaserne leben <a href=\"http:\/\/franzosen-tuebingen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">franz\u00f6sische Besatzungssoldaten<\/a>, die franz\u00f6sische Schule ist gerade in ein eigenes Geb\u00e4ude umgezogen. Das Besatzungsregime ist kaum beendet, als die T\u00fcbinger Stadtverwaltung Kontakt mit ihrem Pendant im franz\u00f6sischen Aix-en-Provence aufnimmt \u2013 der erste Schritt auf dem Weg zur St\u00e4dtepartnerschaft. Auftrieb bekam das Kooperationsbestreben durch die Universit\u00e4ten Aix und T\u00fcbingen, die 2007 das 50-j\u00e4hrige Bestehen ihrer Zusammenarbeit feierten. Doch die Uni-Kooperation zu einer vollen St\u00e4dtepartnerschaft auszubauen, gestaltete sich zun\u00e4chst noch schwierig. \u201eDa waren nat\u00fcrlich die Gedanken an die Kriege\u201c, erkl\u00e4rt Friederike Hoyler, die bei der Stadt T\u00fcbingen die Partnerschaft betreut. Aufgrund der zeitlichen Kriegsn\u00e4he und des noch herrschenden Misstrauens gegen\u00fcber den Deutschen dauerte es nach der ersten Kontaktaufnahme noch f\u00fcnf Jahre, bis die Partnerschaft besiegelt werden konnte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17214\" aria-describedby=\"caption-attachment-17214\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17214\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Terrasse-cr\u00e9dit-Sophie-Spiteri-11-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17214\" class=\"wp-caption-text\">Die s\u00fcdfranz\u00f6sische Stadt liegt in der N\u00e4he von Marseille und kann sich \u00fcber 300 Sonnentage im Jahr freuen.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>T\u00fcbingen und Aix als deutsch-franz\u00f6sische Vorreiter <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem gilt T\u00fcbingens Partnerschaft mit der s\u00fcdfranz\u00f6sischen Stadt als Paradebeispiel f\u00fcr die deutsch-franz\u00f6sische Freundschaft. Denn die Partnerschaft entstand 1960, drei Jahre vor der offiziellen Auss\u00f6hnung Deutschlands und Frankreichs im Elys\u00e9e-Vertrag. Nur einige wenige deutsche St\u00e4dte wie Ludwigsburg h\u00e4tten fr\u00fcher franz\u00f6sische Partnerschaften geschlossen, erz\u00e4hlt Friederike Hoyler. \u00dcberhaupt habe es wenig Partnerschaften vor den 50er-Jahren gegeben, da die deutsch-franz\u00f6sischen St\u00e4dtekooperationen die Idee der Partnerschaft \u00fcberhaupt popularisiert h\u00e4tten. \u201eDie deutsch-franz\u00f6sischen Partnerschaften hatten ganz klassisch die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung zum Ziel. Heute steht das nicht immer im Vordergrund, mit <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2019\/11\/04\/tuebinger-staedtepartnerschaften-moshi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Moshi<\/a> zum Beispiel haben wir eher eine Umweltpartnerschaft\u201c, sagt Hoyler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit fast 60 Jahren also setzen sich die Aixer*innen und T\u00fcbinger*innen f\u00fcr die deutsch-franz\u00f6sische Freundschaft ein, wof\u00fcr auch schon Preise an die beiden St\u00e4dte gingen: 1965 erhielten beide St\u00e4dte f\u00fcr ihr Engagement gemeinsam den Europapreis. Au\u00dferdem vergibt die <a href=\"https:\/\/dfgtuebingen.wordpress.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">deutsch-franz\u00f6sische Gesellschaft T\u00fcbingen<\/a> alle zwei Jahre den <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2019\/07\/01\/wer-war-eigentlichgmelin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hans-Gmelin<\/a>-Preis, der abwechselnd an T\u00fcbinger*innen und Aixer*innen geht.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Studieren im sonnigen Aix <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Preis erhielten bereits einige Universit\u00e4tsmitarbeitende \u2013 denn auch heute bildet der universit\u00e4re Austausch den Kern der Partnerschaft. Wenn man an die ca. 300 Sonnentage denkt, die Aix-en-Provence jedes Jahr zu verzeichnen hat, wird man neidisch auf T\u00fcbinger Studierende, die gerade das Wintersemester in Aix verbringen. Austauschprogramme werden in vielf\u00e4ltigen Studieng\u00e4ngen angeboten, von Chemie \u00fcber Informatik \u00fcber Sport bis hin zu nat\u00fcrlich Romanistik. Auch zwei Studieng\u00e4nge mit Doppelabschl\u00fcssen bieten die Universit\u00e4ten Aix-Marseille und T\u00fcbingen an: Den Master \u201eInterkulturelle Deutsch-Franz\u00f6sische Studien\u201c und den Geschichtsstudiengang \u201eT\u00fcbAix\u201c im Bachelor und Master. Bei T\u00fcbAix im Master wird ein Jahr in T\u00fcbingen studiert, ein Jahr in Aix; ebenso bei den Deutsch-Franz\u00f6sischen Studien, die als interdisziplin\u00e4rer Studiengang zum Beispiel Kurse aus Literatur-, Medien- und Politikwissenschaften beinhalten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17215\" aria-describedby=\"caption-attachment-17215\" style=\"width: 447px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17215\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rues-dAix-cr\u00e9dit-R.-Cintas-Flores-7-447x672.jpg\" alt=\"\" width=\"447\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17215\" class=\"wp-caption-text\">\u00c4hnlich wie T\u00fcbingen hat Aix-en-Provence eine gro\u00dfe Altstadt und eine sehr alte Universit\u00e4t \u2013 aus dem Jahr 1409.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eDie T\u00fcbinger sind sehr frankophil\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Besuch aus Aix k\u00f6nnen sich die T\u00fcbinger*innen zum Beispiel beim j\u00e4hrlichen <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2016\/09\/16\/ein-markt-zum-verlieben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">umbrisch-provenzalischen Markt<\/a> freuen, bei dem es K\u00f6stlichkeiten aus Aix-en-Provence und Perugia gibt. Einen frischen Markt gibt es in Aix jeden Tag, in der Altstadt mit ihren vielen Pl\u00e4tzen und Brunnen in der N\u00e4he des Prachtboulevards Cours Mirabeau. Folgt man dem Cours Mirabeau bis zum Brunnen \u201aFontaine de la Rotonde\u2018 und f\u00e4hrt dort s\u00fcdlich ab, ist man in einer halben Stunde in Marseille. Eine halbe Stunde \u00f6stlich von Aix hingegen kann man in die Fu\u00dfstapfen des wohl ber\u00fchmtesten Sohnes der Stadt treten: Paul C\u00e9zanne. Hier befindet sich das Sainte-Victoire-Gebirge, das C\u00e9zanne nach stundenlanger Betrachtung in einer Serie von Gem\u00e4lden festhielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutige Aixer K\u00fcnstlerInnen werden n\u00e4chstes Jahr zum 60. Jubil\u00e4um der Partnerschaft in T\u00fcbingen begr\u00fc\u00dft. Die V\u00f6lkerfreundschaft ist heute selbstverst\u00e4ndlich, das Interesse richtet sich um so mehr auf kulturellen, akademischen und sprachlichen Austausch. \u201eDie T\u00fcbinger sind sehr frankophil\u201c, sagt Hoyler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Fotos:<\/u>\u00a0 Sophie Spiteri, Regis Cintas Flores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt T\u00fcbingen pflegt seit den 1950er Jahren St\u00e4dtepartnerschaften, um den kulturellen und internationalen Austausch voranzubringen. 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