{"id":1736,"date":"2013-11-08T14:02:07","date_gmt":"2013-11-08T14:02:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1736"},"modified":"2021-02-21T13:13:07","modified_gmt":"2021-02-21T13:13:07","slug":"mit-der-uni-nach-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/11\/08\/mit-der-uni-nach-paris\/","title":{"rendered":"Mit der Uni nach Paris"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vier Tage voller Film, Interviews und launischer Regisseure. Zwei Studentinnen der Universit\u00e4t T\u00fcbingen fuhren anl\u00e4sslich der franz\u00f6sischen Filmtage nach Paris, um dort f\u00fcr festival TV zu arbeiteten.<\/strong><br \/>\n<em>von Marina Schulz<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nBarbara Kiolbassa und Anna Wieland hatten einen vollen Terminkalender. In den vier Tagen, die sie in Paris verbrachten, machten sie zahlreiche Interviews, trafen ber\u00fchmte Regisseure, Drehbuchautoren und Musiker. Die beiden Medienwissenschaftsstudentinnen im Master durften im Rahmen der franz\u00f6sischen Filmtage in die franz\u00f6sische Hauptstadt reisen, um dort f\u00fcr festival TV zu arbeiten. Die Aufgabe, die die beiden im Gep\u00e4ck hatten, versprach spannende aber auch stressige Tage. Jede von ihnen sollte am Ende der Reise Material f\u00fcr zwei Filmportraits \u00fcber verschiedene Pers\u00f6nlichkeiten und zwei Magazinbeitr\u00e4ge mit nach Hause bringen. Die beiden waren jedoch nicht auf sich allein gestellt. Begleitet wurden sie von Auszubildenden des SWRs, die sich um Kamera, Ton und Technik k\u00fcmmerten. Barbara und Anna konnten sich also v\u00f6llig auf den redaktionellen Teil der Produktion konzentrieren. Diese Verantwortung war f\u00fcr beide schon Herausforderung genug, denn keine von ihnen hatte viel Vorerfahrung im Fernsehjournalismus.<br \/>\nDarin spiegelt sich die Grundidee von festival TV wider. Es handelt sich um ein Ausbildungsprojekt, das jungen Leuten die Chance gibt praktische Erfahrung zu sammeln. Studierende der Uni und Auszubildende des SWRs machen gemeinsam Fernsehen, k\u00f6nnen unter realen Bedingungen den Entstehungsprozess einer Produktion mitgestalten und sich ausprobieren. Angeleitet werden sie dabei von erfahrenen Medienprofis und dem Zentrum f\u00fcr Medientechnik.<br \/>\nAuch Barbara und Anna standen mit Julika Herzog und Till Becker zwei Profis zur Seite, die ihnen helfend unter die Arme griffen. Daf\u00fcr waren beide besonders dankbar. \u201eOhne Julika und Till w\u00e4ren unsere Beitr\u00e4ge niemals so gut geworden, wie sie jetzt sind. Es war eine riesen Erleichterung die beiden dabei zu haben\u201c, erz\u00e4hlt Barbara.<br \/>\n<strong>Reiseplanung und launische Regisseure<\/strong><br \/>\nSchon vor der eigentlichen Reise hatten Barbara und Anna viel zu tun, denn auch die Planung des Trips und die Organisation der Interviewtermine geh\u00f6rten zu ihren Aufgaben. Lediglich eine Woche Zeit hatten sie, um Interviewpartner ausfindig zu machen, Termine anzufragen, zu recherchieren und einen Zeitplan aufzustellen. Viele Fragen mussten gekl\u00e4rt werden: Wo wird gedreht? D\u00fcrfen wir den Regisseur zuhause besuchen? Welche Fragen d\u00fcrfen gestellt werden, wor\u00fcber darf nicht geredet werden? Barbara hatte besonders Pech mit ihren Interviewpartnern. Vier Tage vor der Abfahrt wurden alle Termine abgesagt. Also ging die Recherche von vorne los.<br \/>\nIn einem eint\u00e4gigen Workshop vor der Abreise wurden ihnen noch schnell die Grundlagen des Portraits und der richtige Umgang mit Interviewpartnern erkl\u00e4rt. Vor Ort stellten sie jedoch sehr bald fest, dass Theorie und Praxis zwei v\u00f6llig unterschiedliche Dinge sind. Manche Regisseure machten es den Neulingen nicht gerade leicht. Einer der Interviewpartner kam eine Stunde zu sp\u00e4t, war schlecht gelaunt und hatte keine Lust, die Fragen der Studentinnen zu beantworten. Nach eineinhalb Stunden brach er das Interview ab und setzte das Team vor die T\u00fcr. \u201eWir waren alle wie vor den Kopf gesto\u00dfen. Das war ein richtiger Tiefschlag gleich am ersten Tag\u201c, erz\u00e4hlt Barbara. Aber das sei nur eine negative Erfahrung zwischen unz\u00e4hligen tollen Momenten gewesen, erg\u00e4nzt sie.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>\u201cEs war unglaublich meinen Beitrag auf der gro\u00dfen Kinoleinwand zu sehen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Gelernt haben die beiden jede Menge in den vier Tagen, learning by doing sozusagen. Barbara fiel das nicht immer leicht: \u201eMan muss einen Menschen innerhalb von drei Stunden aufbrechen, das fiel mir besonders schwer. Man hat nur wenig Zeit, also muss man versuchen in wenigen Momenten einer Person m\u00f6glichst nahe zu kommen. Man muss eine Balance zwischen Menschlichkeit und journalistischer Beharrlichkeit finden\u201c.<br \/>\nZur\u00fcck in T\u00fcbingen ging es sofort weiter \u2013 die Beitr\u00e4ge mussten geschnitten werden. Gemeinsam mit den Mediengestaltern des SWRs verbrachten Barbara und Anna eine Woche lang jeden Tag im AVID-Pool um die Beitr\u00e4ge zu bearbeiten. Festival TV gab ihnen die M\u00f6glichkeit in alle Bereiche des Fernsehjournalismus zu schnuppern. So bekam Barbara die Chance einen ihrer Beitr\u00e4ge selbst einzusprechen. Ein Job den normalerweise Leute mit professioneller Sprecherausbildung \u00fcbernehmen. Anna konnte w\u00e4hrend der Festivaltage sogar ihr Moderationstalent testen. In einer der Studiosendungen begr\u00fc\u00dfte sie live die franz\u00f6sischen G\u00e4ste und befragte sie zu ihren Filmen, w\u00e4hrend Barbara sich als Saalreporterin ausprobierte.<br \/>\n\u201eDiese drei Wochen waren unglaublich anstrengend, aber das hat sich gelohnt. Es war unglaublich meinen Beitrag auf der gro\u00dfen Kinoleinwand zu sehen\u201c, schw\u00e4rmt Barbara. \u201eFestival TV ist ein super Projekt. Ich h\u00e4tte sonst niemals die Chance gehabt so viel auszuprobieren, n\u00e4chstes Jahr will ich auf jeden Fall wieder mitmachen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Tage voller Film, Interviews und launischer Regisseure. 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