{"id":17513,"date":"2019-12-06T13:24:58","date_gmt":"2019-12-06T13:24:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=17513"},"modified":"2021-02-17T22:34:01","modified_gmt":"2021-02-17T22:34:01","slug":"tuebingen-als-open-air-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/12\/06\/tuebingen-als-open-air-museum\/","title":{"rendered":"T\u00fcbingen als Open-Air-Museum"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;<em><strong>Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man f\u00fcr Geld bekommt.&#8220;, hat schon Albert Einstein gesagt. Viele Studierende leben nach diesem Motto und versuchen mit BAf\u00f6G und einem kleinen Nebenjob \u00fcber die Runden zu kommen. Kunst und Kultur kommt dabei jedoch oft zu kurz. &#8222;Neun Euro f\u00fcr eine Konzertkarte mit Studierendenrabatt? Wer kann sich das denn leisten?&#8220; oder &#8222;Die Kunsthalle ist donnerstags f\u00fcr Studierende umsonst? Wie bl\u00f6d, gerade Donnerstag ist mein vollster Tag.&#8220; Falls einem diese S\u00e4tze bekannt vorkommen, gibt es eine gute Nachricht f\u00fcr alle Kunstinteressierten, die glauben, weder die Zeit noch das Geld f\u00fcr die sch\u00f6nen Dinge des Lebens zu haben. T\u00fcbingen ist quasi ein Open-Air-Museum! Du l\u00e4ufst m\u00f6glicherweise jeden Tag auf dem Weg zur Uni an einem Kunstwerk vorbei.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Das Buchkaffee &#8222;Vividus&#8220;<\/h3>\n<figure id=\"attachment_17514\" aria-describedby=\"caption-attachment-17514\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17514 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/buchkaffee-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17514\" class=\"wp-caption-text\">Typographie von William Morris.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr alle Typographie-Fans: Hebt doch mal den Blick vom Handy oder den Lernunterlagen nach oben. William Morris sagt euch etwas? Dann lauft Richtung Nonnenhaus. Beim Nonnenhaus 7 ist der Schriftzug: &#8222;Buch [Vividus] Kaffee&#8220; zu lesen. Die Schriftart &#8222;Golden Type&#8220; des Gr\u00fcnders des &#8222;Arts and Crafts Movement&#8220; findet sich hier in Rot. D<span style=\"font-weight: 400;\">ie Schriftart wurde f\u00fcr seine Buchdesigns f\u00fcr Kelmscott Press entworfen. Morris war \u00fcberzeugt von der Kunst des Handwerks und legte viel Wert auf handwerkliche, nicht industrialisierte Arbeit.<br \/><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Mayer&#8217;sche Apotheke<\/h3>\n<figure id=\"attachment_17515\" aria-describedby=\"caption-attachment-17515\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17515 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fette-Fraktur-Typographie-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17515\" class=\"wp-caption-text\">Traditionelle Kunst in der Hirschgasse.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder doch lieber etwas traditioneller? Die &#8222;Fette Fraktur&#8220; von Johann Christian Bauer befindet sich in der Hirschgasse an der Mayer\u2019schen Apotheke. Die Gebrochene Schrift wurde nach dem Vorbild von 1513 um 1850 erneuert und findet sich auf Augenh\u00f6he unter den Fenstern der Apotheke. <span style=\"font-weight: 400;\">Die Schriftart wurde eher f\u00fcr Werbezwecke als f\u00fcr Texte entwickelt und verwendet.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Der Anlagenpark<\/h3>\n<figure id=\"attachment_17516\" aria-describedby=\"caption-attachment-17516\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17516 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nymphengruppe-2-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17516\" class=\"wp-caption-text\">Nymphenfiguren im Anlagenpark.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wer sich mehr f\u00fcr Skulpturen als Schriftarten interessiert, sollte auf dem Weg durch den Anlagenpark die Augen offen halten. Besonders auf dem Weg vom Hauptbahnhof zur Uni bietet sich dieser kleine Umweg an. Ein Replikat der Figurengruppe &#8222;Danneckersche Nymphen&#8220; (1810) von Johann Heinrich von Dannecker l\u00e4sst sich dort finden. Hierbei handelt es sich um eine Wasser- und eine Wiesennymphe. Die Wassernymphe ist diejenige, welche ihren Arm auf die Amphore st\u00fctzt und in der Hand eine Leier tr\u00e4gt. Der andere Arm liegt auf einer schlanken hohen Vase. Ihre Schwester, die Wiesennymphe, setzt der Wassernymphe einen Blumenkranz auf, aus Dank f\u00fcr das lebensspendende Nass. Als die Nymphen das Erste mal pr\u00e4sentiert wurden, war ihre schockierende Nacktheit skandal\u00f6s f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Ausstellungsort.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Neue Aula<\/h3>\n<figure id=\"attachment_17522\" aria-describedby=\"caption-attachment-17522\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17522 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Eberhard-B\u00fcste-1-1038x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17522\" class=\"wp-caption-text\">Herzog Eberhard.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich schon immer mal gefragt hat, wen eigentlich die Marmorb\u00fcsten in der Neuen Aula darstellen, der kann auf dem Weg zum H\u00f6rsaal K\u00f6nig Wilhelm I. und Herzog Eberhard im Bart bewundern. Beide B\u00fcsten sind von Theodor Wagner und um 1861\/62 entstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Nach diesen beiden netten Herren ist \u00fcbrigens auch unsere Universit\u00e4t (Eberhard-Karl) benannt. Vermutlich einer der Gr\u00fcnde, warum ausgerechnet diese beiden im gro\u00dfen Eingangsbereich stehen \ud83d\ude09<br \/><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Rathaus<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Beeindruckend ist auch der Atlas hinter dem Rathaus in der Haaggasse. Dieser ist vermutlich aus dem Jahr 1909, als das Rathaus seinen Anbau bekam. Jakob Br\u00fcllman war ein Schweizer K\u00fcnstler, der vor allem in Stuttgart viele Bauplastiken hinterlie\u00df. Der Atlas ist in der griechischen Mythologie dazu verurteilt, die Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen.<br \/><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17748\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Atlas-Statue-768x1152.jpg\" alt=\"\" width=\"763\" height=\"601\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Kunstwerke in T\u00fcbingen sind nur eine Auswahl meiner pers\u00f6nlichen Lieblingswerke. Wer sich mehr daf\u00fcr interessiert &#8211; und es ist wirklich in jeder Ecke der Stadt etwas zu finden &#8211; kann sich auf Seiten <a href=\"http:\/\/www.tuepedia.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.tuebingen-info.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> unter den Stichworten &#8222;Veranstaltungen&#8220;, &#8222;Kultur&#8220; und &#8222;Kunst im \u00f6ffentlichen Raum&#8220;, informieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Man k\u00f6nnte auch sagen: &#8222;T\u00fcbingen hat kein Museum, T\u00fcbingen ist ein Museum.&#8220; Mit dem Unterschied, dass man in diesem Fall die Kunstwerke auch anfassen darf!<br \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Clara Solarek<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":380,"featured_media":17521,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5221,14],"tags":[1344,4524,2333,11,31,1354,5220,34,245,4401,843,2592,18,19,5222,21],"class_list":["post-17513","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kunst","category-kupferplausch","tag-altstadt","tag-anlagensee","tag-architektur","tag-featured","tag-geschichte","tag-haaggasse","tag-kalligraphie","tag-kultur","tag-kunst","tag-kunstwerk","tag-museum","tag-rathaus","tag-studierende","tag-tubingen","tag-typographie","tag-universitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/380"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17513"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23456,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17513\/revisions\/23456"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}