{"id":17835,"date":"2019-12-13T16:00:00","date_gmt":"2019-12-13T16:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=17835"},"modified":"2021-02-17T22:32:12","modified_gmt":"2021-02-17T22:32:12","slug":"warum-ist-fairtrade-kein-thema-fuer-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2019\/12\/13\/warum-ist-fairtrade-kein-thema-fuer-sie\/","title":{"rendered":"Warum ist Fairtrade (k)ein Thema f\u00fcr Sie?"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u201eHauptsache es schmeckt\u201c &#8211; das ist die Aussage vieler Besucher*innen der <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/tag\/chocolart\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ChocolART<\/a> in der Fairtrade-Stadt T\u00fcbingen. Deutschlands gr\u00f6\u00dftes Schokoladen-Festival lockt auch dieses Jahr wieder Tausende aus Europa in die weihnachtlich geschm\u00fcckten Gassen T\u00fcbingens. Doch sollte das wirklich das einzige Kriterium beim Kauf von Schokolade sein?<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ChocolART bietet alles, was das Herz begehrt: Von schoko-ummantelten Fr\u00fcchten, \u00fcber italienische Schokoladencreme, bis hin zu Schokoladentafeln verfeinert mit exotischen Zutaten, zum Beispiel Physalis oder Lavendel.&nbsp; F\u00fcr die Schokoladenh\u00e4ndler*innen und Konsument*innen spielen zunehmend weitere Kriterien eine Rolle. Die meisten St\u00e4nde schm\u00fccken sich mittlerweile mit Labeln und Symbolen f\u00fcr laktosefreie, vegane und Fairtrade Schokolade.<\/p>\n<h3><strong>Fairtrade-Schokolade<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum nun Fairtrade als Kriterium beim Schokoladenkauf? Unter welchen Bedingungen kommerzielle Schokolade hergestellt wird, ist nicht allen Schokoladenliebhaber*innen bewusst. In vielen s\u00fcdamerikanischen und westafrikanischen L\u00e4ndern leiden die Kleinbauern unter Ausbeutung und mickrigen Kakaopreisen. Erwachsene f\u00fcr Plantagenarbeit anzustellen ist zu teuer, folglich ist Kinderarbeit an der Tagesordnung, um die Existenz der Familien zu sichern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17838\" aria-describedby=\"caption-attachment-17838\" style=\"width: 504px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17838 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Bild2-Chocolart-504x672.jpg\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"672\"><figcaption id=\"caption-attachment-17838\" class=\"wp-caption-text\">Verk\u00e4uferinnen des Pakari\/Kallari Stands vor ihrem fairen Schokoladensortiment aus Equador.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die menschenunw\u00fcrdigen Zust\u00e4nde zu verbessern, achten immer mehr H\u00e4ndler*innnen und Hersteller*innen nach eigener Aussage darauf, dass faire Arbeitsbedingungen herrschen und ein gewisses Grundeinkommen gesichert ist. Dies erm\u00f6glicht den Kindern Zugang zu Bildung und einer besseren Zukunft. Die Stadt T\u00fcbingen ergreift ebenfalls Ma\u00dfnahmen, um das Ziel zu erreichen.<\/p>\n<h3><strong>&#8230;in T\u00fcbingen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Engagement von B\u00fcrger*innen, Handel und den Gastronomiebetrieben macht die Stadt T\u00fcbingen seit 2010 zur Fairtradestadt. Die Kriterien daf\u00fcr reichen von Bildungsangeboten an Schulen, \u00fcber faire Produkte in der Stadtverwaltung, bis hin zu konkreten Vorgaben. So muss es mindestens 15 faire Handels- und Gastronomiebetriebe in der Stadt geben. Au\u00dfer Schokolade werden auch Kleidung, Blumen und Schmuck aus fairem Handel verkauft. Um die \u00d6ffentlichkeit auf die M\u00f6glichkeiten aufmerksam zu machen, gibt es den fairen Einkaufsf\u00fchrer auf der <a href=\"https:\/\/www.tuebingen.de\/einkaufsfuehrer\/fairtrade\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Homepage der Stadt T\u00fcbingen<\/a>. So kann und muss sich jeder selbst informieren, wo faire Produkte angeboten werden. Solche Informationsm\u00f6glichkeiten sind jedoch nicht \u00fcberall gegeben.<\/p>\n<h3><strong>Fairtrade auf der ChocolART<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um hinter die s\u00fc\u00dfe Fassade der Schokoladenst\u00e4nde auf der ChocolART zu blicken, wurden 51 St\u00e4nde zu der Herkunft ihrer Schokolade befragt. 19 St\u00e4nde behaupten, faire Schokolade anzubieten, aber nur ein F\u00fcnftel wei\u00df auch, woher der Kakao genau kommt. Das hei\u00dft,&nbsp; wo er angebaut wird, wie er nach Deutschland kommt und wo er verarbeitet wird. Oft wird sich auf Siegel oder Aussagen der Gro\u00dfh\u00e4ndler verlassen. Auf die Frage, aus welchen L\u00e4ndern der Kakao kommt, finden die meisten Befragten noch eine Antwort. Aber wie genau der Kakao angebaut wird, ob auf Kinderrechte und faire Bezahlung geachtet wird, wissen die H\u00e4ndler*innen oft selbst nicht. Nur 10 St\u00e4nde k\u00f6nnen von sich behaupten, dass sie \u00fcber Anbaubedingungen und die Lieferkette ihres Kakaos Bescheid wissen. F\u00fcr die Meisten spielen die Informationen jedoch schlicht keine Rolle. Nur bei einem F\u00fcnftel der St\u00e4nde wurde \u00fcberhaupt nach fairer Schokolade gefragt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17837\" aria-describedby=\"caption-attachment-17837\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17837 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Bild1-Chocolart.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\"><figcaption id=\"caption-attachment-17837\" class=\"wp-caption-text\">Faire Schokolade der Gmeiner Confiserie auf der ChocolART.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl faire Schokolade und fairer Handel vermehrt thematisiert werden, bleibt auf dem Schokomarkt noch viel Luft nach oben. Am Ende steht bei vielen der Geschmack im Vordergrund. Die Stadt T\u00fcbingen engagiert sich zwar bereits, die Bedingungen f\u00fcr Kakaobauern zu verbessern, die Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen jedoch immer weiter konkretisiert und ausgebaut werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dieser Artikel entstand im Rahmen des Seminars &#8222;Faire Schokolade &#8211; selbst herstellen und medial sichtbar machen&#8220;. Bei diesem Seminar haben sich die Teilnehmer*innen mit Herkunft von Kakao, den Arbeitsbedingungen f\u00fcr Kakaobauern und wie viel Geld dieser an einer Tafel Schokolade verdient besch\u00e4ftigt. Au\u00dferdem wurde sich mit dem (deutschen) Schokoladenkonsum und fairen Siegel kritisch auseinander gesetzt. Als Beispiel, wie Schokolade wirklich fair hergestellt werden kann, wurde au\u00dferdem das Konzept der Iniative Kallari aus Equador vorgestellt<\/em>.<br \/><br \/><span style=\"text-decoration: underline;\">Titelbild:<\/span> Thomas Dinges<br \/><span style=\"text-decoration: underline;\">Bilder im Text:<\/span>&nbsp; Kathrin Miller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":384,"featured_media":17840,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,534,49],"tags":[2128,562,5254,5255,1238,11,431,5256,1818,566,18,19,21],"class_list":["post-17835","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-alltagswelten","category-unipolitik","tag-career-serice","tag-chocolart","tag-equador","tag-fair","tag-fairtrade","tag-featured","tag-gerechtigkeit","tag-handel","tag-schokolade","tag-schokoladenfestival","tag-studierende","tag-tubingen","tag-universitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/384"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17835"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23452,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17835\/revisions\/23452"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}