{"id":1793,"date":"2013-11-09T18:49:30","date_gmt":"2013-11-09T18:49:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1793"},"modified":"2021-02-21T13:11:04","modified_gmt":"2021-02-21T13:11:04","slug":"1793","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/11\/09\/1793\/","title":{"rendered":"\u201eC&#8217;est nul, la souffrance!\u201c"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\"><strong>Aussagekr\u00e4ftige Portr\u00e4ts und das Ende einer \u00c4ra von sorglosem Luxus \u2013 davon erz\u00e4hlt die Regisseurin und Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi in ihrem neuen Film \u201eUn Ch\u00e2teau en Italie\u201c (Ein Schloss in Italien). Es ist der dritte Baustein einer autobiographisch inspirierten Reihe, der am 30. Oktober 2013 in die franz\u00f6sischen Kinos kam und in T\u00fcbingen im Rahmen der Franz\u00f6sischen Filmtage gezeigt wurde.<\/strong><!--more--><br \/>\nSie sind Italiener, leben in Paris und unterhalten ein beschauliches Domizil in Piemont: Louise (Valeria Bruni-Tedeschi), ihr Bruder Ludovico (Filippo Timi) und ihre Mutter Marisa, deren Rolle von Marisa Borini gespielt wird.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Bislang mussten sie sich um Geld keine Sorgen machen, denn der verstorbene Vater hatte ein stattliches Verm\u00f6gen hinterlassen. &gt;&gt;Un Ch\u00e2teau en Italie&lt;&lt; erz\u00e4hlt vom Ende eines Lebensstils: vom Leben im Schloss, von Bediensteten und teuren Kunstwerken. Aber die Zeit ist nicht stehen geblieben. Das v\u00e4terliche Verm\u00f6gen ist aufgebracht und die AIDS-Erkrankung des Sohnes schl\u00e4gt weitere L\u00f6cher in die Kasse.<\/p>\n<p><em>&gt;&gt;<\/em><strong><em>chacun son sperme, chacun son mari<\/em><\/strong><em>&lt;&lt;<\/em><br \/>\nDer Film ist eine Tragikom\u00f6die, nicht nur deshalb, weil tragische und komische Momente Hand in Hand gehen. Auch die episodische Gestaltung und die Anh\u00e4ufung von Problemen und Alltagsverwirrungen unterstreichen das Genre. Zentral und sinnbildlich f\u00fcr diese Zerstreutheit steht die Protagonistin Louise: mit ihren fast 44 Jahren versucht sie verzweifelt, die biologische Uhr zu \u00fcberlisten und von ihrem jungen Freund Nathan (Louis Garrel) schwanger zu werden, der jedoch gar nicht Vater werden will.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Durch ihre Selbstverliebtheit verliert sie nicht nur ihren geliebten Bruder aus den Augen, sondern l\u00e4sst noch weitere Personen als gescheiterte Existenzen am Wegrand zur\u00fcck: So etwa ihre Jugendliebe Serge, der arbeitslos, vom Alkohol und den Geldgeschenken der Familie abh\u00e4ngig, nie von Louise loszukommen scheint.<\/p>\n<p>\u00a0&gt;&gt;<strong><em>Anche i ricchi piangon<\/em><\/strong><em>&lt;&lt;<\/em><strong><em> &#8211; auch die Reichen weinen<\/em><\/strong><br \/>\nDie Regisseurin l\u00e4sst nicht nur die Darsteller selbst, sondern auch symbolisch inszenierte Objekte erz\u00e4hlen. So wird mit dem Bild des kranken Kastanienbaums, der im Garten das Anwesens steht und sprichw\u00f6rtlich &gt;&gt;ausgetauscht&lt;&lt; werden muss, die unheilbare Krankheit des Sohnes auf den Plan gebracht. Am Tag seiner Beerdigung wird der besagte neue Kastanienbaum aus \u00d6sterreich angeliefert und eingesetzt, was den Rahmen der Trauerfeier sprengt und den Zuschauer mit einem ambivalenten Gef\u00fchl zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Valeria Bruni-Tedeschi liefert in \u201eUn Ch\u00e2teau en Italie\u201c Einblicke in die menschliche Psyche, was stellenweise betroffen macht. Dadurch, dass diese Situationen jedoch immer wieder ins Groteske abgewendet werden, entsteht eine kraftvolle Mischung der Genres, die den Film originell macht.<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aussagekr\u00e4ftige Portr\u00e4ts und das Ende einer \u00c4ra von sorglosem Luxus \u2013 davon erz\u00e4hlt die Regisseurin und Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi in ihrem neuen Film \u201eUn Ch\u00e2teau &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":256,"featured_media":1794,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[509,62],"tags":[510],"class_list":["post-1793","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klartext","category-kultur","tag-zimmertheater"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/256"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1793"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24223,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1793\/revisions\/24223"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}