{"id":1896,"date":"2013-11-20T11:07:15","date_gmt":"2013-11-20T11:07:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=1896"},"modified":"2021-02-21T13:05:38","modified_gmt":"2021-02-21T13:05:38","slug":"verborgen-vergessen-verwunschen-tubingen-auf-den-zweiten-blick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/11\/20\/verborgen-vergessen-verwunschen-tubingen-auf-den-zweiten-blick\/","title":{"rendered":"&quot;Verborgen, vergessen, verwunschen -T\u00fcbingen auf den zweiten Blick&quot;"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>T\u00fcbingen ist mehr als H\u00f6lderlinturm und Stiftskirche: Die Masterstudenten der Medienwissenschaft zeigen das in einer Abschlussarbeit, in Form der Ausstellung &#8222;Verborgen, vergessen<\/em><\/strong><strong><em>, verwunschen -T\u00fcbingen auf den zweiten Blick&#8220;. Ein Besuch hier lohnt sich: Es ist als w\u00e4re man weit weg, dabei ist man der Stadt so nah wie noch nie.<\/em><\/strong><br \/>\n<em>von Emma Marx &amp;\u00a0Valerie Eiseler\u00a0<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p dir=\"ltr\">M\u00f6chte man sich \u00fcber die studentische Stadt T\u00fcbingen informieren, st\u00f6\u00dft man auf idyllische Postkartenansichten mit Motiven wie dem verschneiten H\u00f6lderlinturm, die Stiftskirche im Abendlicht, der \u00a0Rathausplatz mit Touristen&#8230; &#8211; Fast schon eine M\u00e4rchenstadt, nah am Rande der Utopie. Auch andere Internetquellen bieten nicht viel mehr Abwechselung, au\u00dfer man interessiert sich f\u00fcr den CO2-Aussto\u00df der Stadt (der \u00fcbrigens ziemlich gering ist&#8230;) oder die Tatsache, dass der Mittelpunkt des Landes Baden-W\u00fcrttemberg in einem kleinen Stadtw\u00e4ldchen mitten in T\u00fcbingen liegt. Dieser Ort scheint so perfekt, dass es ziemlich schnell langweilig werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>\u00a0T\u00fcbingen ist fast schon eine M\u00e4rchenstadt, nah am Rande der Utopie.<\/strong><\/p>\n<p>Als die 23 Masterstudenten der Medienwissenschaft ein Thema f\u00fcr ihre gemeinsame Abschlussarbeit suchten, waren zwei Dinge schnell klar: Jeder soll die M\u00f6glichkeit bekommen, sein pers\u00f6nliches Lieblingsmedium in den Vordergrund zu stellen und: es soll um diese Stadt gehen, die &#8222;den Flair eines liebevoll restaurierten mittelalterlichen Stadtkerns mit der bunten Betriebsamkeit und dem Lebensgef\u00fchl einer jungen Studentenstadt [verbindet]&#8220;. (O-Ton <a href=\"http:\/\/www.tuebingen.de\">www.tuebingen.de<\/a>)<br \/>\n<strong>Wie perfekt ist die Stadt wirklich? Gibt es da nicht auch ein bisschen Schmutz, d\u00fcstere Geheimnisse, kuriose Seiten?<\/strong><br \/>\nWie perfekt ist die Stadt wirklich? Gibt es da nicht auch ein bisschen Schmutz, d\u00fcstere Geheimnisse, kuriose Seiten oder anders gefragt: Gibt es diese eine Geschichte, die dem Kitsch noch das goldene Kr\u00f6nchen aufsetzt? Wie w\u00e4re es, eine Ausstellung \u00fcber die Geschichten zu machen, die man sich eigentlich bei einem Bier unter Freunden erz\u00e4hlt?Die Studenten fingen an zu recherchieren: sie st\u00fcrzten sich auf unterschiedlichste Themen, tauchten ein in Projekt, von dessen Existenz sie vorher nicht einmal gewusst hatten und kramten viel Gegens\u00e4tzliches, Sch\u00f6nes und Trauriges, Verstaubtes und \u00a0auch so manch Funkelndes hervor.<\/p>\n<p>Es ist etwas dabei herausgekommen, dass wir nicht erwartet haben, als wir letzte Woche die Ausstellung mit dem Titel &#8222;Verborgen, vergessen, verwunschen &#8211; T\u00fcbingen auf den zweiten Blick&#8220;, besuchten: Ins oberste Stockwerk des Stadtmuseums muss man Treppensteigen. Die Balken liegen hier frei. Ein Dachboden ist nun wahrlich der ideale Ort f\u00fcr so eine Ausstellung. Die Atmosph\u00e4re ist perfekt, aber das macht nat\u00fcrlich noch lange keine gute Exposition aus. Die F\u00fchrung der 24-j\u00e4hrigen Katharina Matheis ist ebenfalls grandios, aber auch hier liegt nicht der Kern der Sache. Der ist woanders zu finden: Man betritt den Raum und wei\u00df, wie viel Arbeit in jedem einzelnen Exponat steckt. Wir sp\u00fcren es, w\u00e4hrend wir uns selbst an den Multimediastationen zu schaffen machen und uns gar nicht mehr davon losrei\u00dfen k\u00f6nnen. Jedes St\u00fcck hat seinen eigenen Rahmen, eine Besonderheit, die uns immer tiefer in neue Geschichten hineinzieht. Insgesamt sind es 12 Stationen und wir brauchen mehr als zwei Stunden, um alles auf uns wirken zu lassen. An dieser Stelle sei nicht zu viel verraten, aber ein bisschen Lust auf mehr machen, wollen wir doch.<br \/>\n<strong>Jedes St\u00fcck hat seinen eigenen Rahmen, eine Besonderheit, die uns immer tiefer in neue Geschichten hineinzieht<\/strong><br \/>\nAlso ein Beispiel: Eines der Exponate f\u00fchrt uns an einen Ort, der vom Stadtmuseum nur etwa 250 Meter entfernt liegt. Die Stimmung, die im alten Studentenkarzer in der M\u00fcnzgasse herrscht, ist in einer Ecke der Ausstellung nachempfunden. Wir sitzen hier auf einem Heuballen, h\u00f6ren selbstkomponierte Musik und sehen uns Fotos an, die Zeichnungen aus dem Karzerinneren zeigen. Es ist, als w\u00e4re man selbst dort und so geht es mit jedem Ausstellungsst\u00fcck.<br \/>\n<strong>Es ist als w\u00e4re man pl\u00f6tzlich ganz woanders: In einem Land wo Elefanten im Fluss baden und Ritter Drachen besiegen.<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Besuch dieser Ausstellung ist wie ein kleiner Ausbruch aus der Realit\u00e4t, als w\u00e4re man pl\u00f6tzlich ganz woanders, in einem Land wo Elefanten im Fluss baden und Ritter Drachen besiegen und dabei bleiben wir doch immer so nah an T\u00fcbingen, wie man der Stadt \u00fcberhaupt nur kommen kann. So, genug vorweg genommen.Es ist die M\u00fche wert, sich in die Novemberk\u00e4lte zu begeben. Ganz gewiss!<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die Ausstellung l\u00e4uft leider nur noch bis zum 24. November im Stadthaus in T\u00fcbingen. Studenten zahlen gerade mal 1,50\u20ac. Alle Anderen 2,50\u20ac.<\/p>\n<p>Weitere Informationen gibt es unter www.tuebingen-zweiterblick.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00fcbingen ist mehr als H\u00f6lderlinturm und Stiftskirche: Die Masterstudenten der Medienwissenschaft zeigen das in einer Abschlussarbeit, in Form der Ausstellung &#8222;Verborgen, vergessen, verwunschen -T\u00fcbingen auf &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":259,"featured_media":1908,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[534],"tags":[535,536,537,458],"class_list":["post-1896","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alltagswelten","tag-ausstellung","tag-medienwissenschaft","tag-stadtmuesum-tuebingen","tag-studenten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/259"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1896"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1896\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24211,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1896\/revisions\/24211"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}