{"id":202,"date":"2011-02-15T17:11:47","date_gmt":"2011-02-15T17:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=202"},"modified":"2021-02-21T14:05:22","modified_gmt":"2021-02-21T14:05:22","slug":"tell-me-a-story","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2011\/02\/15\/tell-me-a-story\/","title":{"rendered":"Tell me a story!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Woche im Zeichen der Frau. Vom 18. bis 24. November 2010 strahlte das T\u00fcbinger Kino \u201eMuseum\u201c 27 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Herren L\u00e4nder aus, die eines gemeinsam hatten: Sie machten Frauenschicksale zum Thema.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Lena B\u00fchler<\/em><\/p>\n<p>Ein junges Ehepaar beginnt zu streiten. Der Streit eskaliert, als er sie ohrfeigt. Sie m\u00f6chte gehen, doch er wirft sie zu Boden und schl\u00e4gt weiter auf sie ein. Sie wehrt sich, kann aber nichts ausrichten. Er packt sie bei den Haaren, st\u00f6\u00dft ihr Gesicht auf den harten Flie\u00dfenboden. Zweimal. Blutend l\u00e4sst er sie in ihrem gemeinsamen Haus zur\u00fcck. Verst\u00f6rende Szenen wie diese sind in dem in Venedig pr\u00e4mierten Film \u201eScheherazade &#8211; Tell me a story\u201c zu sehen, der in seinem Herkunftsland \u00c4gypten f\u00fcr heftige Kontroversen sorgte. In T\u00fcbingen wurde der Streifen im Rahmen des Filmfestes \u201eFrauenWelten\u201c gezeigt, welches dieses Jahr sein zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um feierte.<\/p>\n<p><strong>Nur harter Tobak?<\/strong><\/p>\n<p>Ziel dieser Filmtage ist es, auf Missst\u00e4nde aufmerksam zu machen, unter denen Frauen auf der ganzen Welt zu leiden haben. \u201eScheherazade\u201c beispielsweise thematisiert die noch immer untergeordnete Rolle von Frauen in islamischen L\u00e4ndern, auch wenn die Gesellschaft noch so sehr von westlichen Werten gepr\u00e4gt zu sein scheint. Doch nicht alle Filme waren derart schwer verdaulich. In erster Linie wurden Geschichten von starken Frauen erz\u00e4hlt, die sich in au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situationen wiederfinden. Dies konnte dann ber\u00fchrend, grotesk, schockierend, aber auch ungemein lustig sein. So wie in der satirischen Kom\u00f6die \u201eThe Kids Are All Right\u201c, in der das Auftauchen des Samenspenders das Ehe- und Familienleben eines lesbischen Paares v\u00f6llig auf den Kopf stellt.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Filme f\u00fchren nicht zum Umdenken\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Organisiert werden die \u201eFrauenWelten\u201c von \u201eTerre des Femmes\u201c, einer Frauenrechtsorganisation, die 1981 in Hamburg gegr\u00fcndet wurde und deren Hauptsitz sich seit 1990 in T\u00fcbingen befindet. Der Internationale Tag \u201eNEIN zu Gewalt an Frauen\u201c am 25. November l\u00e4utete das Ende der \u201eFrauenWelten\u201c ein. Irene Jung, Organisatorin des Filmfestes und Christa Stoll, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von \u201eTerre des Femmes\u201c, luden zu einer abschlie\u00dfenden Pressekonferenz im Rathaus. \u201eDie Reaktion des Publikums war durchweg positiv, s\u00e4mtliche G\u00e4ste waren begeistert\u201c, res\u00fcmierte Christa Stoll: \u201eDie Nachfrage ist im Vergleich zu den vergangenen Jahr deutlich gestiegen.\u201c Trotzdem waren auch kritische Stimmen zu h\u00f6ren: \u201eKein Mensch sieht sich so einen Film an, um gel\u00e4utert zu werden\u201c, sagte ein Rottenburger Realschullehrer nachdem er sich den Film \u201eScheherazade- Tell me a story\u201c angesehen hatte. \u201eEine \u00fcberraschende Konfrontation, zum Beispiel in Form einer Sneak Preview, w\u00e4re viel effektiver.\u201c Nichtsdestoweniger wurde nach der Pressekonferenz nach einer Ansprache des Oberb\u00fcrgermeisters Boris Palmer vor dem T\u00fcbinger Rathaus die Fahne von \u201eTerre des Femmes\u201c gehisst. Dies geschieht am 25. November auf der ganzen Welt, um symbolisch jenen zu Gedenken, denen vor 11 Jahren der Tag \u201eNein zu Gewalt an Frauen\u201c gewidmet wurde: Den \u201eSchwestern Mirabal\u201c, die 1960 aufgrund ihres Widerstands gegen den Diktator der Dominikanischen Republik bei einem Attentat von der Regierung get\u00f6tet wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Woche im Zeichen der Frau. Vom 18. bis 24. 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