{"id":216,"date":"2011-02-15T17:19:25","date_gmt":"2011-02-15T16:19:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=216"},"modified":"2011-02-15T17:19:25","modified_gmt":"2011-02-15T16:19:25","slug":"dich-schickt-der-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2011\/02\/15\/dich-schickt-der-himmel\/","title":{"rendered":"\u201eDich schickt der Himmel!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Highfield, Southside, summerbreeze&#8230; \u2013 Festivals sind f\u00fcr viele junge Leute fester Bestandteil der Sommersaison. Der Haken: Die Kosten! Die L\u00f6sung: Arbeit mit Vergn\u00fcgen verbinden \u2013 mit Ferienjobs auf Festivals! \u201eCatering auf Gro\u00dfveranstaltungen\u201c nannte sich ganz harmlos das Angebot, dank dem es unsere Autorin, eher dem Genre alternatives Blumenkind zuzuordnen, auf eines der gr\u00f6\u00dften Metalfestivals Deutschlands verschlug. Was sie als Kaffeefee inmitten b\u00e4r(t)iger Metalheads erlebte, k\u00f6nnt ihr hier nachlesen&#8230;<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><em>von Rena F\u00f6hr<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><em>Kolossal<\/em><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> ist das erste, was mir bei seinem Anblick durch den Kopf schie\u00dft. Seine Statur: Zwei Meter und zwei Zentner. Sein Mantel: Schwarz. Ledern. Bodenlang. Sein Haar: Wallend. Ein pechschwarzer Vorhang. Und darunter <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">zwei blaue, verschlafene, doch durchaus freundliche Augen. Strahlend-sanft, ja nahezu religi\u00f6s-verkl\u00e4rt scheint der Blick durch den schwarzen Vorhang. \u201eDich schickt der Himmel!\u201c, juchzt der Koloss schlie\u00dflich entz\u00fcckt. Innerlich seufze ich erleichtert auf, w\u00e4hrend ich frischen, dampfenden Kaffee in einen Becher f\u00fclle. Catering auf Gro\u00dfveranstaltungen \u2013 was wie ein allzu normaler Studentenjob anmutet, erh\u00e4lt auf Festivals eine ganz neue Dimension. Aufstehzeit: 5.00 Uhr. Einsatzfeld: Keine schicke Bar, sondern der Zeltplatzdschungel. Arbeitsausr\u00fcstung: Nicht etwa Tablett und Block, sondern ein Wanderrucksack, umgebaut zu einem mobilen Kaffeeautomaten. Ein bisschen mulmig war mir ja schon gewesen vor der Aufgabe, riesigen furchteinfl\u00f6\u00dfenden Gestalten Kaffee schmackhaft machen. Jedoch, ganz ohne Ironie: Es f\u00e4ngt ja mal gut an!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Also auf zur n\u00e4chsten potentiellen Kundschaft. Die besteht aus einer Crew von sieben langm\u00e4hnigen Schweizern. Neben steilem Umsatz bringt mir diese Begegnung auch noch ein ganz besonderes Kompliment ein. \u201eJa mei, wei\u00dft&#8230;\u201c sinniert ein blondgelockter B\u00e4r aus dem Nachbarland, \u201eiach find dein Dialekt wirkli so lustiach!\u201c Danke, gleichfalls! Die netten Gesellen melden sich bald wieder. Doch nicht nur um Nachschub werde ich diesmal gebeten, sondern auch um Umweltbewusstsein \u2013 \u201ein dieselben Becher noch mal. Wir sind Naturfreunde!\u201c Die n\u00e4chsten Kaffeejunkies wiegen in etwa zehn mal so viel wie mein voll beladener Kaffeerucksack, will hei\u00dfen, sie sehen mal wieder sehr&#8230; \u00e4h&#8230; massiv aus. \u201eKannst scho n\u00e4herkommen, wir sind nur zwei halbnackte Metaller!\u201c, dr\u00f6hnt es beruhigend aus dem Zelteingang. Mein L\u00e4cheln verwandelt sich in ein Prusten, als ich sehe, dass beim Attribut \u201ehalbnackt\u201c auch Eier in Bodenhaltung, die aus der legeren Unterbekleidung herausbaumeln, inklusive sind&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Nicht zu vergessen: Die G\u00e4ste aus den neuen Bundesl\u00e4ndern. Ein Wohnwagenkomplex aus Th\u00fcringen sowie eine Zeltkommune aus dem Dresdner Umland sorgen sich sogar um <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><em>mein<\/em><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> leibliches Wohl! \u201eSag mal, trinkst du auch genug?\u201c, fragt mich besorgt ein schwarzgekleideter Sachse. \u201eDas ist wischtisch bei dieser Hitze! Wir h\u00e4dde Energydrinks und africola. Nimm dir was mit, M\u00e4del!\u201c<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"> Sehr international geht es \u00fcbrigens zu. Neben zahlreichen Holl\u00e4ndern (meist ganz klischeedienlich samt Wohnwagen) sind auch ein paar italienische Rocker am Start. Sie wollen Espresso und das einzige, was sie auf Deutsch artikulieren k\u00f6nnen: (Meine) Telefonnummer. Die kriegen sie nicht, denn ich muss mich nun um zwei erstaunlich zarte Franzosen k\u00fcmmern, die sich mit caf\u00e9 au lait das Fr\u00fcst\u00fcck vers\u00fc\u00dfen lassen wollen. <\/span><\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Kaffeefeeee!\u201c schallt es mir auch noch Stunden sp\u00e4ter lieblich hinterher, als die Sonne und die Temperaturen weit gestiegen sind und ich eher schwerf\u00e4llig-schweissdurchtr\u00e4nkt \u00fcber den Acker stapfe. Also, wie jetzt \u2013 Love and Peace auf einem Metalfest? Nun ja. Ton und Typen sind nat\u00fcrlich manchmal etwas rau \u2013 aber eigentlich nur untereinander. Ich bekomme davon so gut wie nie etwas ab. Ich in meinem bunten Hippiekleidchen bin die Kaffeefee, die der Himmel schickt. Die Prinzessin der dunklen B\u00e4ren. Und da kommt mir schleichend, aber unabwendbar die Erkenntnis: Metaller sind zuckers\u00fc\u00df!<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><em>Unsere Redakteurin arbeitete auf dem summerbreeze-Festival als mobile Verk\u00e4uferin bei der Firma Goldkorn. Diese bietet verschiedene Arten von Festival-Jobs: Man kann auch im Thekenverkauf, als Fahrer\/in oder \u2013 nach entsprechender Erfahrung \u2013 in der Verkaufs-\/Produktionsleitung t\u00e4tig werden. Weitere Informationen gibt es unter <\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000080;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.goldkorn.org\/\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">www.goldkorn.org<\/span><\/span><\/a><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><em>.<\/em><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Highfield, Southside, summerbreeze&#8230; \u2013 Festivals sind f\u00fcr viele junge Leute fester Bestandteil der Sommersaison. Der Haken: Die Kosten! 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