{"id":2310,"date":"2013-12-10T15:19:34","date_gmt":"2013-12-10T15:19:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=2310"},"modified":"2021-02-21T12:49:58","modified_gmt":"2021-02-21T12:49:58","slug":"mut-zur-blose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2013\/12\/10\/mut-zur-blose\/","title":{"rendered":"Mut zur Bl\u00f6\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sie k\u00f6nnten die Autoren von Morgen sein:\u00a0 junge aufstrebende\u00a0 Schriftsteller, die dem Klischee der arroganten Autoren so gar nicht gerecht werden wollen. Statt sich selbst zu feiern, die literarische Nase bei der falschen Verwendung des Begriffs\u201c Lyrisches Ich\u201c zu r\u00fcmpfen, stellt man sich der Kritik. <\/strong><br \/>\n<strong>Zehn Nachwuchsautoren geben ihre unver\u00f6ffentlichten Texte f\u00fcr ein offenes Publikum frei und bereichern damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Zuh\u00f6rer.<\/strong><br \/>\n<em>von Lisa Wazulin<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs ist das erste Mal \u00fcberhaupt, dass sich eine Literaturwerkstatt gebildet hat, die jungen Autoren die M\u00f6glichkeit bietet, eigene Texte vorzustellen und zu diskutieren. Man k\u00f6nnte glatt meinen, es g\u00e4be schon unz\u00e4hlige solcher Zirkel, schlie\u00dflich befinden wir uns in T\u00fcbingen, der Stadt der Intellektuellen, K\u00fcnstler und Literaten. Doch l\u00e4ngst scheinen die eigentlichen Literaten aus ihrem Milieu von Poetry Slam und Vortr\u00e4gen renommierter Spiegelautoren vertrieben worden zu sein. Aber die Nachfrage, das Bed\u00fcrfnis, sich nicht nur als Studierende, sondern auch als Schriftsteller \u00fcber das eigene literarische Schreiben, den eigenen Prozess und Fortschritt austauschen zu k\u00f6nnen, ist riesig. Als Mitbegr\u00fcnder, Autor und Herausgeber der Literaturzeitschrift Trashpool bietet Tibor Schneider, gemeinsam mit Gleichgesinnten, jungen Autoren nun die M\u00f6glichkeit, sich der Kritik von au\u00dfen zu stellen \u2013 und dadurch ihre Texte zu bereichern.<br \/>\n<strong><em>Das Offenlegen der eigenen unfertigen Texte erfordert Mut. Mut zur Bl\u00f6\u00dfe. Allerdings blieb eben genau das aus.<\/em><\/strong><br \/>\nAller Anfangt ist schwer, und so gilt es auch die Angst vor Kritik am eigen Text zu \u00fcberwinden. Die Texte der zum ersten Mal \u00f6ffentlich vorlesenden Autoren k\u00f6nnten unterschiedlicher nicht sein, ebenso wenig wie die Kritiken aus dem Publikum. Das Offenlegen der eigenen unfertigen Texte erfordert Mut. Mut zur Bl\u00f6\u00dfe. Allerdings blieb eben genau das aus. Wer mit einem Verriss der Texte, vernichtender Kritik oder Kommentaren gerechnet hat, wurde bitter entt\u00e4uscht. In entspannter Atmosph\u00e4re, einem Hauch von Nostalgie und dem Flair des klassischen alten Programmkinos Arsenal, f\u00fchrten die Moderatoren Tibor Schneider und Carolin Rehner \u00a0souver\u00e4n durch den Abend. Die\u00a0 Gewinner des Abends waren allerdings klar die lesenden Autoren selbst, f\u00fcr die \u00a0fremde Kritik extrem bereichernd und anregend ist : \u00a0Denn f\u00fcr beide Autoren ergaben sich neue Aspekte, Leseweisen und Interpretationen , die besonders bei dem ersten lyrischen Text der Jungschauspielerin und Autorin\u00a0 Sina Ahlers Gegenstand der Kritik darstellten. F\u00fcr Mirjam Ziegler, Weltenbummlerin und passionierte Schriftstellerin, stellte sich an diesem Abend die Frage nach einer Entscheidung. Entscheidung f\u00fcr eine Gattung, einen Schreibstil oder einfach nur f\u00fcr oder gegen eine Vorstellung der Fortsetzung ihres Textauszugs am kommenden Montag. Denn es bleibt weiterhin spannend,\u00a0 acht weitere mutige Autoren stehen bereit, sich einem anspruchsvollen aber sehr liebensw\u00fcrdigen Publikum zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie k\u00f6nnten die Autoren von Morgen sein:\u00a0 junge aufstrebende\u00a0 Schriftsteller, die dem Klischee der arroganten Autoren so gar nicht gerecht werden wollen. 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