{"id":23265,"date":"2016-05-15T18:32:02","date_gmt":"2016-05-15T18:32:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=6825"},"modified":"2021-02-20T15:12:08","modified_gmt":"2021-02-20T15:12:08","slug":"das-berufsfeld-bibliothek-im-digitalen-zeitalter-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/05\/15\/das-berufsfeld-bibliothek-im-digitalen-zeitalter-2\/","title":{"rendered":"Das Berufsfeld \u201eBibliothek\u201c im digitalen Zeitalter"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>\u201eDie lesen doch nur den ganzen Tag!\u201c. So k\u00f6nnte ein salopper Satz lauten, der Bibliothekare in ihr klischeehaftes staubiges K\u00e4mmerlein steckt. Am Montag, den 9. Mai brachte der T\u00fcbinger Dr. Renke Siems Licht ins Dunkel des Berufsfeldes \u201eBibliothek\u201c. Organisiert wurde der Vortrag von \u201ePraxis und Beruf\u201c der Uni T\u00fcbingen. Die Vortragsreihe soll Geisteswissenschaftler den Berufseinstieg erleichtern.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schulungsraum im Bonatzbau mit seiner dunklen Holzvert\u00e4felung, dunklen Holzm\u00f6beln und gr\u00fcn gepolsterten Holzst\u00fchlen verst\u00e4rkte den Eindruck, dass Bibliothek und Digital nicht zusammen passen. Wie ein Fremdk\u00f6rper wirkte der aufgebaute Beamer, die Leinwand und der fahrbare PC-Tisch. Doch nichts k\u00f6nnte den Vortrag <em>\u201eArbeiten in der Bibliothek im digitalen Zeitalter\u201c<\/em> besser einrahmen als dieses Szenario.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6832\" aria-describedby=\"caption-attachment-6832\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Schulungsraum-Bonatzbau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6832\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Schulungsraum-Bonatzbau-896x672.jpg\" alt=\"Schulungsraum im Bonatzbau\" width=\"896\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6832\" class=\"wp-caption-text\">Fast schon antiker Schulungsraum im Bonatzbau<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits durch die von Dr. Siems (Fachreferent f\u00fcr Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie an der Uni T\u00fcbingen) gezeigten Bilder der T\u00fcbinger Unibibliothek in den 1970er Jahren machte deutlich, dass sich der enorme technische Fortschritt keineswegs von den Bibliotheken ferngehalten hat. Heute w\u00e4re es unvorstellbar, keinen online verf\u00fcgbaren Bibliotheksbestand aufrufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die \u201eHeilige Trias\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Siems stellte jeden m\u00f6glichen Arbeitsbereich f\u00fcr Absolvierende einzeln vor. In eloquenter Weise f\u00fchrte er die Zuh\u00f6rer durch die Fachinformation, die Forschungsdienste, die Technik, das Management und die Stabsstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Credo der Abteilung Forschungsinformation war und ist immer noch die \u201eHeilige Trias\u201c: Erwerbung, fachliche Erschlie\u00dfung und Informationsvermittlung. In Folge von Open Access und Paketlizenzen ist die interne Forderung \u201eSchneller sein als der Bedarf des Nutzers\u201c stark in den Hintergrund ger\u00fcckt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Uni Berg gegen Uni Tal<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Forschungsdienst hat im Zuge des digitalen Wandels mit immer gr\u00f6\u00dferen Datenmengen zu tun. Diese wollen verwaltet, archiviert und zug\u00e4nglich gemacht werden. Hier ist ein deutliches Gef\u00e4lle zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern erkennbar. \u201eEinfacher ausgedr\u00fcckt: Die einen suchen die Nadel im Heuhaufen, die anderen untersuchen den Heuhaufen im Ganzen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Siems l\u00e4chelnd. Dies f\u00fchre oft zu Missverst\u00e4ndnissen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die einen suchen die Nadel im Heuhaufen, die anderen untersuchen den Heuhaufen im Ganzen&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der STEM-Bereich (science, technology, engineering, mathematics) setze hier auf eigene L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Datenverwaltung. In den Geisteswissenschaften hingegen gibt es keine vorhandene Infrastruktur, die die gro\u00dfen und komplexen Anforderungen zu erf\u00fcllen vermag. Man denke hier nur an die gro\u00dfen Text-Korpora, die verwaltet werden m\u00fcssen. Um diesem Gef\u00e4lle zwischen \u201eBerg\u201c und \u201eTal\u201c entgegenzuwirken, gibt Dr. Siems allen Studierenden der Philosophischen Fakult\u00e4t einen Tipp mit auf den Weg: Das \u201eDigital Humanities\u201c-Angebot der Uni.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Interdisziplin\u00e4r ist das Zauberwort<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne das Wort <em>\u201eInterdisziplin\u00e4r\u201c<\/em> geht an der Universit\u00e4t, so wie auch in der Bibliothek nichts mehr.\u00a0 Interdisziplin\u00e4re Forschung und Studieng\u00e4nge sind auf dem Vormarsch. Dieser Dynamik muss sich die Bibliothek anpassen. Eine Hilfe k\u00f6nnen hier die verschiedenen Stabsstellen sein. Sie regeln das Publizieren, die \u00d6ffentlichkeitsarbeit und die Urheber- und Lizenzrechte. Auch das Management muss sich diesem Trend anpassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinter jeder Bibliothek steht auch ein gro\u00dfer Technik- und Systemapparat, ohne den es heutzutage nicht mehr funktioniert. Die Technik h\u00e4lt die Bibliothek zusammen. \u201eOhne ein Mindestma\u00df an digitalen Verst\u00e4ndnis kann man nicht in einer Bibliothek arbeiten\u201c, stellt Dr. Siems fest, und schiebt hinterher: \u201eLeider sehen das noch zu Wenige so.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_6833\" aria-describedby=\"caption-attachment-6833\" style=\"width: 461px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Handschriften-in-der-Uni-Bib.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6833\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Handschriften-in-der-Uni-Bib.jpg\" alt=\"Alte Handschriften in der UB. Die digitalen Semesterapparate sind trotzdem nicht mehr weg zu denken.\" width=\"461\" height=\"346\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6833\" class=\"wp-caption-text\">Alte Handschriften in der UB. Die digitalen Semesterapparate sind trotzdem nicht mehr weg zu denken.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss die Ern\u00fcchterung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende stellt Dr. Siems noch die verschiedenen Einstiegsm\u00f6glichkeiten vor. Er empfiehlt\u00a0 den Weg \u00fcber das Fachreferat, dem ein Volontariat oder Referendariat voraus geht. Das ist seiner Erfahrung nach das Sprungbrett nach oben. Ein Direkteinstieg ist ebenfalls m\u00f6glich und man sollte davor auch keinesfalls zur\u00fcckschrecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch so sch\u00f6n Dr. Siems die M\u00f6glichkeiten des Berufsfeldes Bibliothek dargestellt hat, kommt das ern\u00fcchternde zum Schluss. In Baden-W\u00fcrttemberg gibt es j\u00e4hrlich nur f\u00fcnf Stellen im Referendariat zu besetzen. Diese werden sogar noch minimiert, da jede Stelle f\u00fcr eine Fachrichtung ausgeschrieben wird. \u201eHier muss man auf jeden Fall bundesweit die Augen offen halten\u201c, versucht Dr. Siems die Anwesenden zu ermuntern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Schluss ist nur eines gewiss: \u201eEine Bibliothek auf dem Campus, ist wie eine Kirche im Dorf: ein allt\u00e4glicher und vertrauter Ankerpunkt\u201c, schlie\u00dft Dr. Siems, egal wie digital sie einmal werden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Weiterf\u00fchrende Links:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/bit.ly\/1OutTzE\">http:\/\/bit.ly\/1OutTzE<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/bit.ly\/1qlN8Fh\">http:\/\/bit.ly\/1qlN8Fh<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/bit.ly\/1NuRuFf\">http:\/\/bit.ly\/1NuRuFf<\/a><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Bilder:<\/span><br \/>\nBeitragsbild: vom offiziellen Veranstaltungsflyer \u00fcbernommen<br \/>\nWeitere:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/bit.ly\/1WyEH81\">http:\/\/bit.ly\/1WyEH81 <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/bit.ly\/1VXFizA\">http:\/\/bit.ly\/1VXFizA<\/a><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie lesen doch nur den ganzen Tag!\u201c. 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