{"id":2627,"date":"2014-01-18T18:14:59","date_gmt":"2014-01-18T18:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=2627"},"modified":"2021-02-21T12:39:00","modified_gmt":"2021-02-21T12:39:00","slug":"was-fuer-andere-der-sport-das-ist-fuer-mich-die-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2014\/01\/18\/was-fuer-andere-der-sport-das-ist-fuer-mich-die-musik\/","title":{"rendered":"\u201eWas f\u00fcr andere der Sport, das ist f\u00fcr mich die Musik\u201c"},"content":{"rendered":"<p><i><strong>Am Sonntag f\u00fchrt der akademische Chor zusammen mit dem Uni-Orchester und Solisten den Paulus von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Stiftskirche auf. Ein gro\u00dfes Oratorium kommt hier zur Auff\u00fchrung; wer die Personen zu den Stimmen sind und wie viel Arbeit hinter einer solchen Auff\u00fchrung steckt, bleibt bei solchen Ereignissen jedoch oft im Hintergrund. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und uns mit Ines \u00fcber ihr Engagement im Chor unterhalten.<\/strong> <\/i><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<b>Ines, du singst im akademischen Chor der Uni T\u00fcbingen und am Sonntag tretet ihr in der Stiftskirche auf. Seid ihr bereit f\u00fcr das Konzert oder wird noch bis zuletzt fieberhaft geprobt?<\/b><br \/>\nAlso es l\u00e4uft ganz gut mit der Vorbereitung, wir hatten auch neulich noch ein Probewochenende und sind jetzt insgesamt gut drin im St\u00fcck. Jetzt freuen wir uns drauf, es endlich auff\u00fchren zu k\u00f6nnen und es auch mal komplett zu singen \u2013 in den Proben singt man ja doch meistens nur einzelne Passagen.<br \/>\n<b>Euer erstes Konzert habt ihr am Freitag in Stuttgart, am Samstag geht&#8217;s dann nach Calw und am Sonntag singt ihr in der Stiftskirche in T\u00fcbingen. Was erwartet die Besucher bei eurem Konzert?<\/b><br \/>\nAlso wir singen den Paulus von Felix Mendelssohn Bartholdy, das ist ein Oratorium f\u00fcr Chor, Orchester und Solisten. Ein Oratorium ist eine ganz spezielle Form von Musik: es kann richtig laut, aber auch wieder sehr leise und nachdenklich werden. Und wie der Titel \u201ePaulus\u201c schon sagt, ist der Text zur Musik biblisch. Es ist ein gro\u00dfes Werk, das in seiner Gesamtheit eine ganz besondere Wirkung hat.<br \/>\n<b>So ein gro\u00dfes Werk zur Auff\u00fchrung zu bringen ist sicherlich viel M\u00fche. Wie viel Arbeit steckt dahinter, ein solches St\u00fcck einzustudieren?<\/b><br \/>\nEs h\u00e4ngt da schon sehr viel dran. Zuerst m\u00fcssen Chor und Orchester jeweils f\u00fcr sich Proben. Wir vom Chor haben jeden Dienstagabend geprobt und hatten f\u00fcr den Paulus insgesamt zwei Probewochenenden. Und auch zu Hause musste man ab und zu \u00fcber die St\u00fccke dr\u00fcberschauen, weil nat\u00fcrlich nicht jede Passage mit jeder Stimme einzeln geprobt werden kann.<br \/>\nIn den letzten Wochen hatten wir Proben mit dem Orchester zusammen, um alles zusammenzusetzen. Insgesamt ist das die Arbeit f\u00fcr ein ganzes Semesters.<br \/>\n<b>Warum hast du dich pers\u00f6nlich dazu entschlossen, im Chor mitzusingen? <\/b><br \/>\nIch sage immer \u201ewas f\u00fcr andere der Sport, das ist f\u00fcr mich die Musik\u201c. Es ist einfach ein sch\u00f6ner Ausgleich zum Uni-Alltag. Ich habe in meiner Freizeit schon immer Musik gemacht. In der letzten Zeit war ich eher im Orchester und da hatte ich mal wieder Lust, im Chor zu singen. Au\u00dferdem hat mich das Programm angesprochen.<br \/>\n<b>Und warum nicht in einer anderen Art von \u201eMusikgruppe\u201c zum Beispiel in einer Band?<\/b><br \/>\nIch habe einen eher klassischen musikalischen Background. Ich habe auch immer schon gerne geistliche Werke gesungen oder gespielt und deshalb reizt mich das auch heute noch mehr als andere Formen von Musik. Und auch innerhalb der Klassik gibt es ja sehr unterschiedliche Richtungen, Epochen und so weiter. Es ist also trotzdem abwechslungsreich. Au\u00dferdem war ich auch nie so die Bandmusikerin oder Gospels\u00e4ngerin.<br \/>\n<b>Wie unterscheidet sich das Singen im Chor vom Solo-Singen? <\/b><br \/>\nNaja, der Unterschied ist, dass es im Chor viel um Teamarbeit geht, genau wie im Orchester. Es geht ja nicht nur darum, dass man selbst seine Stimme beherrscht, sondern dass man eine Klangeinheit schafft: zun\u00e4chst innerhalb der eigenen Stimme und dann mit den anderen Stimmen zusammen. Das ist bei Soli nat\u00fcrlich anders. Ich pers\u00f6nlich ziehe das Singen im Chor vor.<br \/>\n<b>Ihr seid eine ziemlich gro\u00dfe Gruppe von etwa 70 Personen. Was macht eure Gemeinschaft aus?<\/b><br \/>\nObwohl ich noch relativ neu bin, ist das f\u00fcr mich eine sehr sch\u00f6ne Gemeinschaft. Wir reden viel, gehen auch ab und zu was trinken und das ist einfach eine nette Atmosph\u00e4re. Das ist mir pers\u00f6nlich auch sehr wichtig, dass nicht nur das Singen im Vordergrund steht, sondern auch das Soziale stimmt.<br \/>\n<b>Was muss man mitbringen, wenn man sich bei euch engagieren will?<\/b><br \/>\nEs ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn man schon Erfahrung in anderen Ch\u00f6ren gesammelt hat. Ja, Chorerfahrung ist auf jeden Fall von Vorteil. Man muss dann auch vorsingen bei unserem Universit\u00e4ts-Musikdirektor. Aber der ist ganz nett (lacht). Und ansonsten w\u00fcrde ich sagen, dass es jeder ausprobieren sollte, der Lust dazu hat. Klar, ein gewisses Niveau wird schon erwartet, aber es ist vor allem wichtig, dass man bereit ist, sich einzubringen.<br \/>\n<b>Man h\u00f6rt ja oft, dass jeder Mensch singen kann. Dennoch gibt es gewisse qualitative Unterschiede von Stimme zu Stimme. Was kann man tun, um seine Stimme zu trainieren?<\/b><br \/>\nIch w\u00fcrde es anders formulieren. Jede Stimme kann ausgebildet werden. Man kann mit jeder Stimme arbeiten, die eine braucht vielleicht mehr Hilfe dabei als die andere. Aber man kann auf jeden Fall an jeder Stimme arbeiten. Das kann man zum Beispiel machen, indem man Gesangsunterricht nimmt \u2013 oder eben in einem Chor singt. Und das bringt dann nicht nur was f\u00fcrs Singen an sich. Es wirkt sich zum Beispiel auch aufs Sprechen und auf das ganze K\u00f6rpergef\u00fchl aus. Singen ist schon Ganzk\u00f6rper-Arbeit. Aber es macht Spa\u00df und lohnt sich!<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<i>Sonntag, 19.01.2014, 19 Uhr Stiftskirche T\u00fcbingen<em><\/em><\/i><br \/>\n<em>AK: 18 EUR, ERM: 9 EUR<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p align=\"right\">Das Interview f\u00fchrte Katharina Spitz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag f\u00fchrt der akademische Chor zusammen mit dem Uni-Orchester und Solisten den Paulus von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Stiftskirche auf. 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