{"id":3388,"date":"2014-07-23T13:03:17","date_gmt":"2014-07-23T13:03:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=3388"},"modified":"2021-02-21T12:11:58","modified_gmt":"2021-02-21T12:11:58","slug":"upcycling-statt-downcycling-mit-kreativitaet-zum-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2014\/07\/23\/upcycling-statt-downcycling-mit-kreativitaet-zum-klimaschutz\/","title":{"rendered":"Upcycling statt Downcycling \u2013 mit Kreativit\u00e4t zum Klimaschutz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Seit einiger Zeit kursiert ein neues Zauberwort durch die Welt der \u00d6kos und der kreativen Bastler:Upcycling! Upcycling? Was hat es denn damit auf sich? Und wo genau liegt der Unterschied zum <\/strong><\/em><em><strong>klassischen Recycling, das die Deutschen schon seit so vielen Jahren flei\u00dfig betreiben? Wir haben uns kundig gemacht.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Recycling und M\u00fclltrennung sind die Deutschen schon seit L\u00e4ngerem bekannt: Wir waren es ja schlie\u00dflich auch, die 1991 den gr\u00fcnen Punkt erfanden. Und auch im Jahre 2014 ist die Bundesrepublik nach wie vor europ\u00e4ischer Spitzenreiter in Sachen Recycling, so die neusten Zahlen des europ\u00e4ischen Statistikamtes Eurostat. Demnach werden in Deutschland 47 Prozent aller Abf\u00e4lle recycelt, der europ\u00e4ische Durchschnitt liegt bei lediglich 27 Prozent. In vielen EU-L\u00e4ndern geh\u00f6rt Recycling noch lange nicht zur allt\u00e4glichen Praxis: So landet in Malta 87 Prozent des M\u00fclls auf der Deponie, in Rum\u00e4nien sind es sogar 99 Prozent.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Muss alles gleich Abfall sein?<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Recycling als die \u201eR\u00fcckf\u00fchrung von Produktions- und Konsumabf\u00e4llen\u201c in den Wirtschaftskreislauf. Dem zufolge ist also alles, was recycelt wird, gleich Abfall. Aber muss das zwangsl\u00e4ufig so sein? Viele Materialien, die wir wegwerfen, sind kostbar und in der Herstellung sehr aufw\u00e4ndig. Ist es nicht m\u00f6glich, diese Rohstoffe l\u00e4nger zu nutzen, ehe sie zu \u201eAbfall\u201c werden? Konkreter gefragt: Muss das Altglas gleich in den Container oder lassen sich die leeren Marmeladengl\u00e4ser nicht doch noch zu etwas Besserem verwenden, zum Beispiel als Blument\u00f6pfchen oder zur Aufbewahrung von H\u00fclsenfr\u00fcchten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begrifflich betrachtet wird beim Recycling ein Rohstoff nach dessen Nutzung wieder (= re) in den Kreislauf (= cycle) eingespeist. Welchen Wert der wiederverwertete Rohstoff dann hat, bleibt jedoch offen. An dieser Vagheit setzen die Erfinder des Upcyclings an: die kleine Vorsilbe up zeigt an, dass explizit eine Wertsteigerung stattfinden soll. Wenn ich also aus einem alten T-Shirt einen Schal kreiere, den ich wieder mit Freude trage, habe ich den Wert des Produkts gesteigert, ganz im Gegensatz dazu, wenn ich den Stoff einfach zu einem Putzlappen zerschneide.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Upcycling bedeutet also, aus nicht mehr gebrauchten Sachen etwas Neues herzustellen, das mindestens den gleichen Wert hat. Dabei kann der eigenen Kreativit\u00e4t nach Herzenslust freien Lauf gelassen<br \/>\nwerden!<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Aus Alt mach Neu!<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun sind wir nat\u00fcrlich nicht alle in gleichem Ma\u00dfe gesegnet mit der Gabe, die sich Kreativit\u00e4t nennt. Und vielleicht wird sich der eine oder andere noch an seine Misserfolge im Kunstunterricht erinnern und sich deshalb bereits gedanklich von der Upcycling-Idee verabschiedet haben. Die Sorgen sind jedoch unbegr\u00fcndet: Denn ein immer gr\u00f6\u00dfer werdendes Angebot an Plattformen und Foren im Netz schaffen hier Abhilfe. Interaktive Blogs und Webseiten bieten jede Menge kreative Ideen rund um das Thema Upcycling und laden dazu ein, die neusten Kreationen mit der Netzgemeinschaft<br \/>\nzu teilen. So wurde etwa auf www.weupcycle.com im Zeitraum von drei Jahren jeden Tag eine Upcycling-Idee ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr kreatives Anschauungsmaterial ist also gesorgt. Was dem einen oder anderen vielleicht zus\u00e4tzliche Sorgen bereitet, ist der Mangel an handwerklicher Erfahrung oder an Spezialwerkzeug. Und es hat schlie\u00dflich auch nicht jeder freundliche Nachbarn mit Erfahrung und gut sortiertem Werkzeugkeller. F\u00fcr Zweifel dieser Art gibt es in T\u00fcbingen eine ganz besondere Adresse: und zwar die Aixer Stra\u00dfe 72 im Franz\u00f6sischen Viertel. Dort befindet sich seit \u00fcber 12 Jahren das T\u00fcbinger Werkstadthaus.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Kreative Sprechstunden in der Aixer Stra\u00dfe 72<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2002 von einer Bewohner-Initiative gegr\u00fcndet, hat es sich zu einem vielseitigen Stadtteiltreffpunkt entwickelt. Er kann von allen genutzt werden, die Lust auf gemeinsames kreatives Gestalten<br \/>\nhaben. Hier hat man nicht nur die M\u00f6glichkeit, professionelles Werkzeug zu nutzen, hier finden auch regelm\u00e4\u00dfige \u201eSprechstunden\u201c statt, in denen man sich mit anderen Werkstadth\u00e4uslern austauschen kann, die sich auf einem Gebiet oder mit einem Rohstoff besonders gut auskennen. Dabei wird nicht nur kreativ gearbeitet, sondern schlicht auch repariert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Angebot an Reparatur- und Kreativwerkst\u00e4tten ist ungeahnt gro\u00df: von der Fahrradreparatur \u00fcber das Werken mit Metall, Holz und Ton bis hin zu Malerei und EDV \u2013 man wird kaum einen Bereich finden, der nicht abgedeckt wird.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Studenten kriegen beim Werkstadthaus Rabatt<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein beliebter Treffpunkt ist zum Beispiel das Reparaturcaf\u00e9 an jedem letzten Mittwochabend im Monat. Hier kann fast jeder kaputte oder nicht mehr gebrauchte Gegenstand mitgebracht und repariert oder umgewidmet werden. Au\u00dferdem gibt es auch regelm\u00e4\u00dfig Angebote f\u00fcr die kleinen Handwerker und Bastler wie das Caf\u00e9 Fr\u00e4nzchen und die Kinder Ferienwochen, an denen nach Lust und Laune gedruckt, gemalt und getont wird. Und was vor allem die Studierenden unter uns freuen wird: Das Werkstatthaus kann von Studenten verg\u00fcnstigt genutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was nehmen wir daraus mit? Durch Upcycling werden Ressourcen nicht nur irgendwie in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt, sondern zu neuen Produkten aufgewertet. Indem man Dinge repariert und wiederverwendet, k\u00f6nnen wertvolle Ressourcen und oft auch Geld gespart werden. Au\u00dferdem sind beim Upcycling der Kreativit\u00e4t keine Grenzen gesetzt und der Austausch und die gemeinsame sch\u00f6pferische Arbeit kann viel Freude bereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit kursiert ein neues Zauberwort durch die Welt der \u00d6kos und der kreativen Bastler:Upcycling! Upcycling? Was hat es denn damit auf sich? 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