{"id":3824,"date":"2014-12-16T22:00:19","date_gmt":"2014-12-16T22:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=3824"},"modified":"2021-02-21T08:59:44","modified_gmt":"2021-02-21T08:59:44","slug":"ekel-beim-party-machen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2014\/12\/16\/ekel-beim-party-machen-2\/","title":{"rendered":"\u00b4Ekel beim Party-Machen"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die Toiletten des Kuckucks im Studierendenwohnheim Waldh\u00e4user Ost sind in einem katastrophalen Zustand. F\u00fcr einige sind sie ein Grund, den Club trotz seiner billigen Preise zu meiden. Doch tats\u00e4chlich sind sie nur das Symptom eines gr\u00f6\u00dferen Problems.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rechts und links von der Treppe im Gemeinschaftszentrum Fichtenweg f\u00fcnf befinden sich die Toiletten. Auf dem schmutzigen Flie\u00dfenboden sind mehre Pf\u00fctzen. Die Pissoirs haben gelbliche Ablagerungen und sind teilweise gesprungen. Eines hat sogar ein Loch mit etwa drei Zentimetern Durchmesser. Die Toiletten sind selten benutzbar, weil oft Klopapier fehlt. Dreck und \u00dcberreste kleben \u00fcberall. Die Decke wirkt schimmlig; es sind Kabel zu sehen. Bei den Waschbecken gibt es keine Seife und keine M\u00f6glichkeit, seine H\u00e4nde abzutrocknen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Der Dorfrat ist w\u00fctend<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur der katastrophale Zustand der Toiletten des Kuckucks ver\u00e4rgert den Dorfrat. Auch die Fassade des Ratsb\u00fcros ist sanierungsbed\u00fcrftig. Der Dorfrat vertritt die Bewohner des gr\u00f6\u00dften Wohnheimkomplexes in T\u00fcbingen, in dem etwa 1700 Studierende wohnen. Jede WG entsendet einen Abgesandten in den Rat. Er ist eine Art studentisches Verwaltungsgremium und fungiert als Schnittstelle zwischen den Bewohnern und dem Studierendenwerk. Zumindest sei das mal so gewesen. Das Gel\u00e4nde des Wohnheims steht unter Verwaltung des Studierendenwerks T\u00fcbingen-Hohenheim.<br \/>\nDie Vertreter des Dorfrats m\u00f6chten nicht namentlich genannt werden, aus Angst vor Schwierigkeiten. Wohnheim-Mietvertr\u00e4ge bieten keinen hohen K\u00fcndigungsschutz.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Ist der Einfluss der Studierenden gef\u00e4hrdet?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00e4ngelliste ist lang. Die heruntergekommenen Sanit\u00e4ranlagen sind nur ein plakatives Beispiel.<br \/>\nDer Tropfen, der das Fass zum \u00dcberlaufen brachte, war der Streit um den Einbau der gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder. Der Dorfrat kritisierte das Vorgehen des Studierendenwerks und f\u00fchlte sich im Laufe des Streits ungerecht behandelt. Konkret wirft der Dorfrat dem Studierendenwerk vor, gesetzliche Fristen nicht korrekt eingehalten zu haben. Das Studierendenwerk h\u00e4lt sein Vorgehen dagegen f\u00fcr rechtm\u00e4\u00dfig. Der Streit um die Rauchmelder bietet nun den Anlass, die Situation im Wohnheimanlage n\u00e4her zu beleuchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammengefasst geht es um den Einfluss der Studierenden auf das Leben im Wohnkomplex Waldh\u00e4user-Ost.<br \/>\n40 Jahre lang sei der Dorfrat ungef\u00e4hr gleichberechtigt mit dem Studierendenwerk gewesen. Mal mehr, mal weniger. Da die meisten Mitglieder nur etwa f\u00fcnf Jahre lang aktiv sind, wechseln die Mitglieder des Dorfrats st\u00e4ndig. Schon seit Jahren komme es zu Diskussionen, weil die Wohnheimmieten nicht transparent gemacht werden. Au\u00dferdem werde in das WHO kaum investiert, obwohl das Studierendenwerk Gewinne mache, schimpfen die Dorfratsvertreter.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Toilettenumbau allein rentiert sich nicht<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Toiletten des Kuckucks, den schmucklosen Eingangsbereich und den gro\u00dfen Saal im Fichtenweg f\u00fcnf angeht, habe der Dorfrat dem Studierendenwerk ein Konzept vorgelegt, das mehr oder weniger ignoriert wurde. \u201cDie Begr\u00fcndung des Studierendenwerks f\u00fcr den Nichtumbau der Toiletten war: Das rentiert sich nicht\u201d, sagt der Dorfrat. Das Studierendenwerk wiegelt ab: Sanit\u00e4ranlagen, Saal, Clubhaus-Konzept k\u00f6nnten nicht getrennt voneinander betrachtet werden und seien Teil eines Gesamtkonzepts. &#8222;Eine solche Geb\u00e4udeert\u00fcchtigung (Geb\u00e4udesanierung &#8211; Anmerk. d. Red.) muss ganzheitlich gesehen sowie langfristig und nachhaltig umgesetzt werden&#8220;, schreibt das Studierendenwerk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter hei\u00dft es: &#8222;Daher ist es ist beispielsweise nicht zielf\u00fchrend, zum jetzigen Zeitpunkt nur die Sanit\u00e4ranlagen zu sanieren, da derzeit noch nicht klar ist, in welcher Gr\u00f6\u00dfenordnung und Form Sanit\u00e4ranlagen bei einer zuk\u00fcnftigen Nutzung des Geb\u00e4udes \u201eFichtenweg 5\u201c gebraucht werden.&#8220; Selbstverst\u00e4ndlich werde man auch die W\u00fcnsche der Studierenden in die Planung einflie\u00dfen lassen und das Konzept des Dorfrats ber\u00fccksichtigen. Die Besucher des Kuckucks m\u00fcssen sich demzufolge noch eine Weile damit abfinden, dass der Toilettengang zur \u00dcberwindung wird. Ger\u00fcchten zufolge weigert sich die Putzfirma schon seit L\u00e4ngerem, die Toiletten aufgrund ihres Zustandes zu putzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Anzeichen daf\u00fcr, wie langsam die M\u00fchlen im Studierendenwerk scheinbar mahlen, ist die hyigenische Situation in den Wohnheimen. Der Dorfrat bem\u00e4ngelt, dass die momentan eingesetzte Putzfirma ihren Job nicht gut mache. &#8222;Schon vor Jahren wollte das Studierendenwerk den Job neu ausschreiben. Bisher hat sich noch nicht viel getan&#8220;, sagt der Dorfrat. Das StuWe schreibt hierzu: &#8222;Ein Vertrag mit einer Beratungsfirma wurde bereits abgeschlossen. Derzeit ist diese Firma beauftragt, eine \u00f6ffentliche Ausschreibung f\u00fcr Reinigungsarbeiten in allen Einrichtungen des Studierendenwerks vorzubereiten.&#8220; Als Anstalt des \u00d6ffentlichen Rechts ist das StuWe dazu verpflichtet.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Entwicklungen wurden verschlafen oder tatenlos hingenommen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fraglich ist, wie es \u00fcberhaupt soweit kommen konnte. Die Toiletten des Kuckucks sind ja seit einiger Zeit in einem bauf\u00e4lligen Zustand. Dar\u00fcber hinaus wurden auch die gesetzlichen Brandschutzbestimmungen nicht auf einen Schlag ge\u00e4ndert. Der Brandschutz wurde schrittweise erh\u00f6ht. Es fanden langwierige Gesetzgebungsprozesse statt. Von den Diskursen in den Medien einmal abgesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies legt die Vermutung nahe, dass diese Entwicklungen einfach verschlafen oder sogar tatenlos hingenommen wurden. Im Endeffekt wurde Gemeinschaftszentrum auf Kosten der momentanen Studierendengeneration heruntergewirtschaftet. Partys m\u00fcssen nun mit einem viel gr\u00f6\u00dferen organisatorischen und finanziellen Aufwand in der Mensa Morgenstelle veranstaltet werden. Und die Bezeichnung Gemeinschaftszentrum wirkt mittlerweile wie ein Euphemismus.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Werden die Notunterk\u00fcnfte abgeschafft?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dorfrat bem\u00e4ngelt im Gespr\u00e4ch, dass nicht genug Werbung f\u00fcr die Notunterk\u00fcnfte gemacht wurde. Laut seiner Aussage seien sogar selbstgemachte Info-Plakate vom Studierendenwerk entfernt worden. Die Vertreter des Dorfrats vermuten dahinter ein Kalk\u00fcl: &#8222;Wenn dieses Jahr wenige in die Notquartiere kommen, m\u00fcssen sie n\u00e4chstes Jahr nicht mehr angeboten werden.&#8220; Auch sei man dieses Jahr \u00fcberhaupt nicht in ihre Gestaltung involviert worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Studierendenwerk entgegnet: &#8222;Nach einem Vergleich der Erfahrungen aus den vergangenen Jahren bei uns im Studierendenwerk mit den Konzepten von Notunterk\u00fcnften in anderen Studierendenwerken haben wir uns entschlossen, die Notunterk\u00fcnfte in diesem Wintersemester wieder wie bisher selbst zu betreuen.&#8220; Es sei generell eine Entspannung im Wohnungsmarkt zu erkennen gewesen, au\u00dferdem habe man sehr wohl in den Medien und bei den Wohnraumvermittlungen geworben. &#8222;Dies wurde nicht anders als in den letzten Jahren gehandhabt.&#8220; Auch der Zeitraum sei aufgrund von Erfahrungen aus vergangenen Jahren verringert worden.<br \/>\nIm letzten Jahr seien siebzehn Studierende in den Notunterk\u00fcnften gewesen; in diesem Jahr neun.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Wie es weitergeht<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Dialogbereitschaft angeht, senden beide Parteien nach unserer Anfrage wieder positive Signale: &#8222;Wir haben Hoffnung, dass es sich vielleicht bald bessert&#8220;, sagt der Dorfrat. So sei das Gemeinschaftszentrums-Projekt tats\u00e4chlich ins Laufen gekommen. Das Studierendenwerk versichert ebenfalls: &#8222;Vorab m\u00f6chten wir betonen, dass dem Studierendenwerk selbstverst\u00e4ndlich an einer Kooperation mit dem WHO-Dorfrat gelegen ist. In der Vergangenheit hat man schon vielfach gut miteinander zusammengearbeitet und wir m\u00f6chten nat\u00fcrlich, dass sich eine konstruktive Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Toiletten des Kuckucks im Studierendenwohnheim Waldh\u00e4user Ost sind in einem katastrophalen Zustand. 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