{"id":4458,"date":"2015-06-14T13:37:50","date_gmt":"2015-06-14T13:37:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=4458"},"modified":"2021-02-21T08:35:47","modified_gmt":"2021-02-21T08:35:47","slug":"poetry-kultur-im-top10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2015\/06\/14\/poetry-kultur-im-top10\/","title":{"rendered":"Poetry-Kultur im Top10"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Premiere im Top10: Im Zuge der Professorennacht fand diesen Mittwoch der erste Professoren-Poetry-Slam in der T\u00fcbinger Gro\u00dfraumdisko statt. Drei Professoren und drei Studierende brachten im poetischen Wettstreit ihre Texte auf eine B\u00fchne, auf der sich sonst nur T\u00e4nzerInnen r\u00e4keln.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwochabend, halb 7 vor dem Top10: ein lauer Abend, langsam bildet sich eine Schlange aus jungen, vorfreudig ungeduldigen Leuten vor dem Eingang. Doch irgendetwas stimmt nicht an diesem Bild. Es l\u00e4sst einen stutzig werden &#8211; und dies nicht nur auf Grund der fr\u00fchen Uhrzeit. Der \u00fcber die Wartenden schweifende Blick verr\u00e4t es; \u00fcberwiegend legere Freizeitkleidung. Wo die nackten Beine, die hohen, tippelnden Schuhe und die glitzernden Kleider, die man \u00fcblicherweise hier erblickt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich war etwas anders. An diesem Abend fand der erste Poetry-Professoren-Slam statt. Und nun str\u00f6mten die Studierenden auch schon in den gro\u00dfen in marshmallowrosafarbiges Licht getauchten Saal ein, machten es sich vor der B\u00fchne bequem und machten sich bereit &#8211; an einem Ort, wo Kultur sonst allenfalls in Form von K\u00f6rperkultur anzutreffen ist.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Wertheimer als &#8222;Dino in der Disko&#8220;<\/h3>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4460\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/15-1007x672.jpg\" alt=\"15\" width=\"1007\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zeit, dass die fast ausverkaufte Veranstaltung begann. Joscha Krug trat zuerst an das erwartungsvolle Publikum heran. Und sein in bester Poetry-Slam-Manier vorgetragener Text \u00fcber den Druck der Leistungsgesellschaft, die \u201ePal\u00e4ste aus Ballast\u201c und der Aufruf sich davon zu befreien erntete donnernden Applaus. Auch sein Nachredner Professor Dr. J\u00fcrgen Wertheimer beeindruckte. Der, wie er sich selbst beschrieb, \u201eDino in der Disko\u201c hielt ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Literatur und gegen den Wahn einer normatierten Gesellschaft.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Poetisches Kopf-an-Kopf-Rennen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darauffolgend lieferten sich Studierende und Professoren ein poetisches Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie beeindruckten mit sprachlicher Finesse, englischsprachiger Poesiekunst, mittelhochdeutschen Gedichten sowie schauspielerischer B\u00fchnenpr\u00e4senz. Wortw\u00f6rtlich Schlag auf Schlag ging es in Professor Lethbridges erstem Gedicht: \u201eA window slammed, door slammed, profesor slammed your last exam, body slammed, poetry slammed, poetry slammed? No it doesn\u2018t, poetry rimes!\u201c Damit ging er nicht nur auf die Wortsch\u00f6pfung des Poetry Slams ein, sondern gewann zugleich die Herzen des Publikums, das ihn neben Hank M. Flemming, Joscha Krug und Dr. Vollmann, ins Halbfinale applaudierte.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">&#8222;Baam in die Fresse&#8220;<\/h3>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4461\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/05-1007x672.jpg\" alt=\"05\" width=\"1007\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz ohne Bestechung- Prof. Lethbridge hatte eingangs noch mit dem Wurf von Bonbons um die Gunst des Publikums geworben- kam Hank M. Flemming ins Finale. Sein vorangegangener Text unter anderem \u00fcber Kinderarmut, Fl\u00fcchtlinge und B\u00fcrgerkriege, sei gar \u201ebisschen Baam in die Fresse\u201c gewesen, meinte er. Schlie\u00dflich h\u00e4tte es einige Dinge gegeben, die er mal loswerden wollte. Am Ende gab es aber nur einen, der den Siegerpokal in die H\u00f6he heben durfte. Die Entscheidung f\u00e4llte wieder das Publikum durch die Lautst\u00e4rke des Applauses. Prof. Lethbridge reimte sich schlie\u00dflich in melodisch-britischem Englisch auf das Siegerpodest. Und dies obwohl, so wurde unter den Teilnehmern gemunkelt, er den Finaltext noch in letzter Minute vor dem Auftritt geschrieben haben soll. Den Stift hielt er beim Vortragen zumindest noch in der gestikulierenden Hand. So individuell wie die Texte waren, einte sie doch alle eines; man lauschte gerne den Zeilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fotos: Paul Mehnert<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Premiere im Top10: Im Zuge der Professorennacht fand diesen Mittwoch der erste Professoren-Poetry-Slam in der T\u00fcbinger Gro\u00dfraumdisko statt. 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