{"id":45,"date":"2011-01-04T20:19:07","date_gmt":"2011-01-04T20:19:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=45"},"modified":"2021-02-21T14:09:02","modified_gmt":"2021-02-21T14:09:02","slug":"die-zukunft-der-studierendenvertretung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2011\/01\/04\/die-zukunft-der-studierendenvertretung\/","title":{"rendered":"Die Zukunft der Studierendenvertretung"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Wie Hochschulgruppen und Fachschaften bald besser zusammenarbeiten wollen.<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8222;AK ZSV: Arbeitskreis Zukunft der T\u00fcbinger Studierendenvertretung\u201c: Der Name kommt sperrig daher. Auch was sich hinter der neuen Studierendenvertretung verbergen soll, wei\u00df bislang vermutlich nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten. Das soll sich mit einer Vollversammlung aller Studierenden bald \u00e4ndern.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein Kommentar von Fabian Everding<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfe und spontane Demos in der Wilhelmstra\u00dfe, eine kurze Stra\u00dfenbesetzung am Zinser-Dreieck und eine fast zweimonatige Besetzung des Kupferbaus: Das war die T\u00fcbinger Antwort auf die von Wien ausgegangene \u201eUni brennt\u201c-Bewegung im Winter 2009. Gemeinsam mit dem T\u00fcbinger Bildungsstreik hatten die BesetzerInnen ein umfangreiches Kulturprogramm aufgestellt und waren jeden Abend bei den Plena, wo sie teilweise bis sp\u00e4t in die Nacht hinein debattierten.<br \/>\nAll das bekam David nur virtuell \u00fcber das Internet mit, denn der langj\u00e4hrige Studierenden-Aktivist aus dem Umfeld der Fachschaften-Vollversammlung (FSVV) war zu diesem Zeitpunkt f\u00fcr ein Forschungspraktikum in London. Seinen E-Mails \u00fcber den \u00f6ffentlichen Mailverteiler der Fachschaften war deutlich anzumerken, wie gerne er pers\u00f6nlich dabei gewesen w\u00e4re, als T\u00fcbingen \u00fcberregional als ein \u201eBrennpunkt\u201c der \u201eUni brennt\u201c-Bewegung wahrgenommen wurde.<br \/>\n\u00dcber den Verteiler lief auch ein E-Mail-Wechsel zwischen David und Philipp, der den ersten Stein ins Rollen brachte, um die bestehenden Strukturen der T\u00fcbinger Studierendenvertretung zu reformieren. Philipp, der bei der \u201eI&amp;O\u201c-Hochschulgruppe (f\u00fcr \u201eInformation und Organisation\u201c) aktiv ist, hatte in seiner Mail bem\u00e4ngelt \u201ewie wenig geeignet und auch ideologisch aufgeladen die bisherigen Strukturen der Studierendenvertretung\u201c seien. David verteidigte in seiner Replik die offenen und basisdemokratischen Strukturen der FSVV, die jedem zur Teilnahme und Ver\u00e4nderung offenst\u00fcnden, r\u00e4umte aber ein, dass eine Verbesserung der aktuellen Situation n\u00f6tig sei, wor\u00fcber er sich eine offene Diskussion w\u00fcnsche. Gerade jetzt biete sich \u201edie M\u00f6glichkeit, eben diesen Strukturwandel bei der FSVV auf einer breiten Basis an engagierten Leuten hinzubekommen, die sich im Kupferbau bereits jetzt zu zahlreichen produktiven Arbeitskreisen zusammengefunden haben\u201c.<br \/>\nDie Mails vom November 2009 vermitteln noch heute ein Gef\u00fchl von der \u201eAufbruchsstimmung\u201c, die anl\u00e4\u00dflich der Kupferbau-Besetzung geherrscht haben muss. Nach jahrelanger Passivit\u00e4t der T\u00fcbinger Studierenden, die man beim letzten Studiengeb\u00fchren-Boykott regelrecht zum Bankschalter hatte hintragen m\u00fcssen, schien es nun doch ein Potential an Aktiven zu geben, die pl\u00f6tzlich aufgewacht waren und etwas ver\u00e4ndern wollten. Menschen, die bisher noch nicht hochschulpolitisch \u201eauff\u00e4llig geworden\u201c waren und von denen es vielleicht sogar noch mehr gab?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter diesem Eindruck begann die Arbeit des \u201eAK ZSV\u201c. Die Grundidee hinter den Anstrengungen ist gut: Da \u00fcber den AStA aufgrund des s\u00fcddeutschen Demokratie-Defizits ohnehin nichts und im Senat zumindest nicht viel erreicht werden kann (siehe dazu auch: <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2010\/08\/der-kastrierte-asta\/\">Der kastrierte AStA<\/a>), wollen sich Hochschulgruppen und Fachschaften nicht mehr im Wahlkampf aneinander abarbeiten, sondern lieber gemeinsam an einem Strang ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So optimistisch wie alles begonnen hatte, so n\u00fcchtern sieht die vorl\u00e4ufige Bilanz aus: An den Sitzungen des AK ZSV und der neuen Studi-Vertretung sind haupts\u00e4chlich diejenigen beteiligt, die auch zuvor schon hochschulpolitisch aktiv waren. Neue Aktive konnten kaum eingebunden werden, die Kupferbau-AktivistInnen sind nach der Besetzung \u00e4hnlich stark involviert wie zuvor, interessieren sich nicht so sehr f\u00fcr Gremien und \u00c4mter.<br \/>\nAngedacht war, dass die an der neuen Studi-Vertretung beteiligten Gruppen zwar zun\u00e4chst &#8211; um nichts zu \u00fcberst\u00fcrzen &#8211; weiterhin einzeln zu den Wahlen antreten, dass aber die auf die einzelnen Gruppen entfallenden Mandate dann zusammengenommen und dem neuen Studierendengremium zugerechnet werden. Innerhalb des Zusammenschlusses w\u00fcrden basisdemokratisch Entscheidungen getroffen, die von den Delegierten des Gremiums in AStA und Senat mit \u201eimperativem Mandat\u201c ausgef\u00fchrt werden m\u00fcssten. Das entspricht dem Verfahren, mit dem die einzelnen Fachschaften jetzt bereits \u00fcber das Verhalten der Delegierten ihrer Fachschaften-Vollversammlung in AStA und Senat entscheiden.<br \/>\nW\u00e4hrend FSVV, Gr\u00fcne und I&amp;O sich auf dieses Vorgehen einigen konnten, sind es Jusos, Liberale (LHG) und Konservative (RCDS), die hier nicht mitspielen wollen. Sie teilen in ihren Stellungnahmen mit, dass sie das Verfahren f\u00fcr undemokratisch halten, da es die Wahlen abwerten w\u00fcrde. Der RCDS spricht dabei auch von der \u201eMarginalisierung der Hochschulgruppen\u201c. Aber war das nicht das Ziel des Ganzen? Die einzelnen Hochschulgruppen und ihre Selbstdarstellung weniger wichtig zu nehmen und daf\u00fcr gemeinsam f\u00fcr politische Ziele zu k\u00e4mpfen? Offenbar war nicht allen Gruppen klar, auf was sie sich hier einlassen wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor den Uni-Wahlen im Sommersemester wird es eine studentische Vollversammlung geben, in der das bis dahin noch weiterentwickelte Modell der neuen Studierendenvertretung der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wird. In der n\u00e4chsten Kupferblau erfahrt Ihr ausf\u00fchrlich, ob und wie welche Gruppen in Zukunft zusammenarbeiten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;AK ZSV: Arbeitskreis Zukunft der T\u00fcbinger Studierendenvertretung\u201c: Der Name kommt sperrig daher. Auch was sich hinter der neuen Studierendenvertretung verbergen soll, wei\u00df bislang vermutlich nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten. 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