{"id":4646,"date":"2015-06-25T17:46:59","date_gmt":"2015-06-25T15:46:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=4646"},"modified":"2015-06-25T17:46:59","modified_gmt":"2015-06-25T15:46:59","slug":"hits-im-hinterhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2015\/06\/25\/hits-im-hinterhof\/","title":{"rendered":"Hits im Hinterhof"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Am Dienstagabend\u00a0verwandelte der T\u00fcbinger Singer-Songwriter Anil Altintas den biederen Hinterhof des Willis zur intimen Konzertb\u00fchne. Folk und Hip Hop, Gitarre und Geige, Deutsch und T\u00fcrkisch, die Mischung der ersten Hinterhof-Session war vor allem eines: au\u00dfergew\u00f6hnlich. <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frischer Kaffegeruch, s\u00fc\u00dfe Backwaren, Kleider und M\u00f6bel aus zweiter Hand \u2013 Das Innere des T\u00fcbinger Willis ist den meisten\u00a0bekannt. Dass sich aber dahinter, zwischen H\u00e4userwand und botanischem Garten, ein kleiner Hinterhof versteckt, wissen au\u00dfer dem Barpersonal bisher wohl nur die Anwohner. Das \u00e4nderte sich aber am Montag, bei der ersten Hinterhof Session mit musikalischem Gast. Nachdem S\u00e4nger exBird im M\u00e4rz das erste Konzert im Willi gab, \u00fcbernahm der T\u00fcbinger Singer-Songwriter Anil Altintas die Premiere unter freiem Himmel in ungewohnter Backyard-Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was auf Facebook als &#8222;melodische Gitarrentunes mit smoother Stimme&#8220; beschrieben wird, ist live im Hinterhof vor allem eines: \u00a0au\u00dfergew\u00f6hnlich. Zum einen, weil sich Anil Altintas zur Unterst\u00fctzung Geiger Daniel Axtmann an die Seite gestellt hat, zum anderen wegen der intimen Atmosph\u00e4re. Wie intim der Abend wird, das merken die gut 200 Zuh\u00f6rer schon bei den ersten T\u00f6nen. Nicht wie sonst in kompletter Bandbesetzung, nein, ohne Verst\u00e4rker, ohne Mikros, nur die soulige Stimme Altintas, die von Geige und Gitarre akustisch in Szene gesetzt wird. Unplugged in seiner reinsten Form. Da muss man schon genau lauschen, wenn man auch die feinen Nuancen heraush\u00f6ren will. Kein Problem aber f\u00fcr das T\u00fcbinger Publikum. Denn auch, wenn S\u00e4nger und Politikstudent Altintas mal vor einem Lied um Ruhe bittet, so ist alles, was dann w\u00e4hrend seiner Stimme und den zur\u00fcckgenommenen Kl\u00e4ngen zu h\u00f6ren ist, eine vereinzelte Stimme aus dem botanischen Garten oder ein Auto von der Wilhelmstra\u00dfe. Das Publikum im Hinterhof lauscht and\u00e4chtig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4650\" aria-describedby=\"caption-attachment-4650\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/2R1A5489-1-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4650 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/2R1A5489-1-2-1008x672.jpg\" alt=\"2R1A5489-1-2\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4650\" class=\"wp-caption-text\">Geige, Gitarre und Kerzenschein \u2013 Antilas im Hinterhof<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00c4ppelwoi und Rollrasen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den ein oder anderen kritischen Blick sieht man dann doch. Der geht aber nicht zur B\u00fchne, sondern nach oben, gen Himmel. Doch im Gegensatz zu dem Konzert von Bob Dylan in der Vorwoche, h\u00e4lt das Wetter \u2013 und richtig kalt wird es trotz herbstlichen Temperaturen auf Picknickdecken, Rollrasen oder den zahlreichen St\u00fchlen nicht. Von hinten w\u00e4rmt die H\u00e4userwand, von innen der extra f\u00fcr den geb\u00fcrtigen Hessen angebotenen Apfelwein (hessisch: \u00c4ppelwoi), von vorne handgemachte Gitarrenmusik, die von der Geige gekonnt veredelt wird. Hits im Hinterhof. Von tristem Hinterhof-Ambiente oder biederem Parkplatz-Flair keine Spur.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Hip Hop und t\u00fcrkische Hochzeit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Cover Songs, wie sie auf Anil Altintas\u2018 Youtube Kanal zu finden sind, gibt es heute nicht. Alles ist selbstgemacht. Musikalisch irgendwo zwischen Folk und Soul, zwischen John Legend und Mighty Oaks, wagt der junge Musiker auch mal Ausfl\u00fcge in andere musikalische Sph\u00e4ren. \u201eEigentlich komme ich vom Hip Hop\u201c, sagt er und rappt im n\u00e4chsten Song in bester Ed Sheeran-Manier \u00fcber rhythmische R\u2019n\u2018B Gitarre. Auch seine \u201eechte Heimat\u201c versteckt er nicht und singt ein Lied in der Sprache seiner Vorfahren. Stimmungsabfall wegen deutsch-t\u00fcrkischer Sprachbarriere? Keineswegs. Um was es denn in dem Song ging, fragt dann doch einer der Zuh\u00f6rer im Hinterhof. \u201eUm eine zerbrochene Liebe\u201c, antwortet Anil etwas wehm\u00fctig, schiebt aber sofort nach: \u201eNormal spielen wir das mit der ganzen Band und orientalischen Instrumenten, dann denken alle, es geht um eine t\u00fcrkische Hochzeit.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_4652\" aria-describedby=\"caption-attachment-4652\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/2R1A5480-1-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4652 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/2R1A5480-1-2-1008x672.jpg\" alt=\"2R1A5480-1-2\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4652\" class=\"wp-caption-text\">Der Hinterhof vom Willi war bis hinten gef\u00fcllt.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Zugabe im\u00a0Kerzenschein<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Manko gibt es dann doch: die B\u00fchne und das Publikum trennen gut drei Meter. Dazwischen ein frisch angelegtes Beet, auf dem Teelichter thronen und sich vereinzelt Pfl\u00e4nzchen durch die nasse Erde k\u00e4mpfen. Distanz kommt trotz dieser Entfernung aber nie auf. Gegen Mitte des Konzerts stehen die Menschen fast bis zum Museum. Da wird in bester Unplugged-Manier mal mitgeschnippt, mal mitgesungen, mal ein Songwunsch ge\u00e4u\u00dfert, zum Schluss nach Zugaben verlangt. \u201eWir haben eigentlich keine Lieder mehr\u201c, sagt Anil verlegen. Aus der Not wird die Tugend: Kurzerhand wird \u201eLost\u201c, ein Song, den er zuvor alleine gespielt hat, zur Spielwiese f\u00fcr die Geige. Danach ist Schluss und die ersten merken erst jetzt, wie frisch es doch geworden ist. Wer Anil Altintas im Hinterhof verpasst hat, der bekommt an diesem Wochenende eine neue Chance. Am Samstag, den 27. Juni, tritt er im Rahmen der Menschenrechtswoche im Caf\u00e9 Haag auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fotos: Lisa Paul Media\u00a0<a title=\"https:\/\/www.facebook.com\/lisapaulmedia\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/lisapaulmedia\">https:\/\/www.facebook.com\/lisapaulmedia<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstagabend\u00a0verwandelte der T\u00fcbinger Singer-Songwriter Anil Altintas den biederen Hinterhof des Willis zur intimen Konzertb\u00fchne. 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