{"id":4704,"date":"2015-06-28T13:23:31","date_gmt":"2015-06-28T11:23:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=4704"},"modified":"2015-06-28T13:23:31","modified_gmt":"2015-06-28T11:23:31","slug":"sprachrohr-in-der-sprachlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2015\/06\/28\/sprachrohr-in-der-sprachlosigkeit\/","title":{"rendered":"Sprachrohr in der Sprachlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Sie selbst war zwei Jahre f\u00fcr M\u00e9decins sans fronti\u00e8res (MSF) in Malawi, obwohl sie eigentlich Biologie und Mathematik in T\u00fcbingen studierte. Im Rahmen der Menschenrechtswoche erz\u00e4hlt Dr. Ulrike von Pilar vergangenen Donnerstag in einer Querfeldein-Veranstaltung von ihrem Leben, humanit\u00e4rer Hilfe allgemein und der Arbeit von \u00c4rzte ohne Grenzen.<\/strong> <\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zuh\u00f6rer im Ribingurumu sa\u00dfen einer Person gegen\u00fcber, die viel erlebt und viel zu erz\u00e4hlen hat, \u00fcber das schwierige Thema humanit\u00e4re Katastrophen. Dr. Ulrike von Pilar sitzt in einem Sessel in der Stadt, in der sie ehemals studierte. Ein Blick zur\u00fcck: Nach ihrem Studium zog es sie zun\u00e4chst in die Welt hinaus: Als Dozentin reiste sie nach Br\u00fcssel und Hongkong. Dort erkannte sie ihr Interesse und ihr Bed\u00fcrfnis, humanit\u00e4re Hilfe zu leisten. Ab 1991 begann sie dann mit ihrer Arbeit bei MSF. Sie war Gr\u00fcndungspr\u00e4sidentin und \u00fcber mehrere Jahre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Organisation \u00c4rzte ohne Grenzen Deutschland. Im Rahmen dieser Arbeit reiste sie in viele Krisengebiete. Unter anderem besuchte sie Tibet, Ruanda, Afghanistan, Pakistan und sp\u00e4ter die Zentralafrikanische Republik.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4721\" aria-describedby=\"caption-attachment-4721\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4721\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/11-1008x672.jpg\" alt=\"Viele waren gekommen: Die Zuh\u00f6rer im Ribingurumu lauschten gespannt den Bericht von Ulrike von Pilar.\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4721\" class=\"wp-caption-text\">Viele waren gekommen: Die Zuh\u00f6rer im Ribingurumu lauschten gespannt den Bericht von Ulrike von Pilar.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Neutrales Sprachrohr?!<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neutral, unabh\u00e4ngig und unparteiisch &#8211; Dies sind die Grunds\u00e4tze von MSF. Pilar h\u00e4lt sie auf jeden Fall hoch, sagt aber auch, dass diese nicht immer einhaltbar seien. Oft m\u00fcsse abgewogen werden zwischen \u201eSprachrohr sein\u201c f\u00fcr V\u00f6lker in Not und der Neutralit\u00e4t im Krisengebiet: \u201eMan kann mit \u00c4rzten allein keinen V\u00f6lkermord verhindern.\u201c Vor allem beim V\u00f6lkermord in Ruanda gerieten diese Grunds\u00e4tze an ihre Grenzen. Hier verlangte MSF das erste Mal nach einer Intervention &#8211; eine interessante und durchaus umstrittene Entwicklung. Nach Ruanda erz\u00e4hlt Pilar noch von dem Einsatz in Somalia. Beide Erz\u00e4hlungen gehen den Zuh\u00f6rern sichtlich nahe und auch Pilar merkt man an, wie wichtig ihr diese Themen sind.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Verl\u00e4ngert Hilfe den Krieg?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die kritische Frage, ob MSF eine Mitschuld an der L\u00e4nge einiger Krisen tr\u00e4gt, antwortet Pilar zwiegespalten. Ihr sei bewusst, dass MSF teilweise auch benutzt wird und somit vielleicht auch einige Menschen in Gefahr gebracht werden, aber sie fragt nach den Konsequenzen: Die Arbeit beenden? Direkt aus den Krisengebieten verschwinden? Diese M\u00f6glichkeit lasse alle im Stich und biete deshalb einen vermutlich weitaus schlechteren Ausweg.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4720\" aria-describedby=\"caption-attachment-4720\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4720\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/08-1008x672.jpg\" alt=\"Kritisch und klar: Ulrike von Pilar beleuchtet verschiedene Facetten der humanit\u00e4ren Hilfe.\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4720\" class=\"wp-caption-text\">Kritisch und klar: Ulrike von Pilar beleuchtet verschiedene Facetten der humanit\u00e4ren Hilfe.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Das Menschenm\u00f6gliche tun<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer kurzen Pause wird das Thema des Gespr\u00e4chs auf aktuelle Krisen gelenkt. Bei der derzeitigen Fl\u00fcchtlingsproblematik ist die MSF unter anderem bei der Seenothilfe aktiv. Obwohl die Fl\u00fcchtlinge auf dem Mittelmeer ein aktuelles Thema sind, weist Pilar darauf hin, dass es auch noch andere gro\u00dfe Krisenherde auf der Welt gibt. Und kritisch merkt sie an: \u201eMan hilft nicht unbedingt immer denen, die es am dringendsten brauchen.\u201c Von allen Hilfsorganisationen wird in Krisensituationen Beistand und Hilfe versprochen. Laut Pilar ist diese allerdings in den gr\u00f6\u00dften Krisen oft nicht m\u00f6glich. Zwar verringern sich die Sterblichkeitsziffern durch humanit\u00e4re Hilfe in Krisengebieten, dennoch bleibt oft nur die Sprachlosigkeit \u00fcber von Menschen begangene Taten und tiefer Frust. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Menschenrechtswoche statt, in der das Thema Menschenrechte von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos<\/span>: Paul Mehnert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie selbst war zwei Jahre f\u00fcr M\u00e9decins sans fronti\u00e8res (MSF) in Malawi, obwohl sie eigentlich Biologie und Mathematik in T\u00fcbingen studierte. Im Rahmen der Menschenrechtswoche &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":281,"featured_media":4722,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62,922],"tags":[1753,11,194,196,458,19,1754],"class_list":["post-4704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur","category-student-lifestyle","tag-aerzte-ohne-grenzen","tag-featured","tag-querfeldein-2","tag-ribingurumu","tag-studenten","tag-tubingen","tag-ulrike-von-pilar"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/281"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4704"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4704\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}