{"id":5236,"date":"2015-10-28T09:13:50","date_gmt":"2015-10-28T09:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=5236"},"modified":"2021-02-21T08:10:53","modified_gmt":"2021-02-21T08:10:53","slug":"spaetzle-machen-schaben-bei-den-schwaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2015\/10\/28\/spaetzle-machen-schaben-bei-den-schwaben\/","title":{"rendered":"Sp\u00e4tzle-Machen: Schaben bei den Schwaben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Es ist Abend. Die Mensa Morgenstelle thront dunkel und geschlossen \u00fcber der Stadt. Doch in der K\u00fcche brennt noch Licht: Rund 20 Studierende trafen sich dort am Dienstag nach Betriebsschluss, um die hohe Kunst des Sp\u00e4tzle-Machens zu lernen.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der regional-schw\u00e4bische Kochkurs fand im Rahmen der \u201eSchw\u00e4bischen Willkommenswoche\u201c statt, angeboten vom Studierendenwerk T\u00fcbingen-Hohenheim. Dass es f\u00fcr die Herstellung der s\u00fcddeutschen Pastavariante allerdings drei verschiedene Macharten gibt, das d\u00fcrfte dem ein oder anderen bis zu diesem Termin unbekannt gewesen sein. Viele der Teilnehmer waren gekommen, weil sie noch nie Sp\u00e4tzle gemacht haben. Das mag daran liegen, dass sie entweder nicht aus der Region kommen, so wie beispielsweise Louisa und Jan aus Sachsen-Anhalt. Oder ihnen die Zubereitungsart zu aufwendig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sp\u00e4tzle-Kochabend-03-Schw\u00e4bische-Willkommenswoche-Mensa-Morgenstelle-cSimon-Leimig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5262\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sp\u00e4tzle-Kochabend-03-Schw\u00e4bische-Willkommenswoche-Mensa-Morgenstelle-cSimon-Leimig-1008x672.jpg\" alt=\"Sp\u00e4tzle-Kochabend 03 - Schw\u00e4bische Willkommenswoche - Mensa Morgenstelle - (c)Simon Leimig\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u201eDu bisch mei Sp\u00e4tzle\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vinzent stammt aus M\u00fcnchen und beginnt in T\u00fcbingen gerade sein Studium. Er kam, um neue Leute und die Essenskultur kennenzulernen. \u201eIch geb mir das voll \u2013 das Schw\u00e4bische.\u201c, sagte er und meint damit das Eintauchen in die Nachbarkultur seines Heimatbundeslandes.\u00a0Wolfgang Hospach, Mitarbeiter bei der Planung Hochschulgastronomie, leitete mit einigen Erl\u00e4uterungen zum Wort \u201eSp\u00e4tzle\u201c, Hinweisen zur Teigherstellung und Eigenheiten der ungew\u00f6hnlichen Nudelart den Abend ein. F\u00fcr ein paar der Anwesenden d\u00fcrfte die schw\u00e4bische Liebkosung \u201eDu bisch mei Sp\u00e4tzle\u201c bereits den ersten AHA-Effekt ausgel\u00f6st haben. Ein \u201eSp\u00e4tzle\u201c, damit kann n\u00e4mlich auch eine Person gemeint sein, die man echt gerne hat.\u00a0Und dann ging&#8217;s auch schon los in die ger\u00e4umige Gro\u00dfraumk\u00fcche der Mensa Morgenstelle. Die angehenden K\u00f6che trugen alle wei\u00dfe, weit geschnittene Kochkittel und H\u00fctchen, um die Haare aus dem Gesicht zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sp\u00e4tzle-Kochabend-02-Schw\u00e4bische-Willkommenswoche-Mensa-Morgenstelle-cSimon-Leimig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5261\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sp\u00e4tzle-Kochabend-02-Schw\u00e4bische-Willkommenswoche-Mensa-Morgenstelle-cSimon-Leimig-1008x672.jpg\" alt=\"Sp\u00e4tzle-Kochabend 02 - Schw\u00e4bische Willkommenswoche - Mensa Morgenstelle - (c)Simon Leimig\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcberdimensionale Knoblauchpresse<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schritt Eins auf dem Weg zu echt schw\u00e4bischen \u201eK\u00e4ssp\u00e4tzle\u201c ist, klar, die Herstellung eines Teiges. Und das ist echte Handarbeit. Mit einem langen Kochl\u00f6ffel \u201eschlugen\u201c die Studierenden den Teig so lange, bis er Blasen warf und schmatzte. Dies geschah alles unter den Augen drei erfahrener Mensak\u00f6che, die die Anwesenden an diesem Abend in die Kunst des Sp\u00e4tzle-Machens einwiesen. Anschlie\u00dfend ging es dann ans Schaben, Reiben oder Pressen \u2013 je nach Vorliebe, Muse und Muskelkraft. Letzteres bedurfte es tats\u00e4chlich beim zweiten Schritt des Herstellungsprozesses, und zwar beim Bedienen der Sp\u00e4tzle-Presse. F\u00fcr alle Nicht-Schwaben oder Kochmuffel: Eine Sp\u00e4tzle-Presse kommt wie eine \u00fcberdimensional gro\u00dfe Knoblauchpresse daher, in die der Teig eingef\u00fcllt und dann durch kleine L\u00f6chlein ins siedende Wasser gedr\u00fcckt wird. Schwimmen die Sp\u00e4tzle oben, k\u00f6nnen sie mit einer gro\u00dfen Kelle abgesch\u00f6pft werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muse bedurfte es beim Schaben \u2013 der \u201eschwierigsten Variante\u201c, also sozusagen der K\u00f6nigsdisziplin. Hierbei wird der Sp\u00e4tzle-Teig mit Hilfe eines kleinen Brettchens und eines langen Messers ins ebenfalls siedende Wasser geschabt. Diese Variante eigne sich besonders dann, wenn Verwandte oder Freunde aus dem Nicht-Schwabenl\u00e4ndle beeindruckt werden wollen, so fachsimpelten die Studierenden. Herr Hospach warf ein: \u201eEin guter Schaber macht aus jedem Teig gute Sp\u00e4tzle.\u201c Zum Abschrecken wirft man die Sp\u00e4tzle einfach in kaltes Wasser. Diejenigen, die gerade nicht eifrig pressten, rieben oder schabten, f\u00fchrte Herr Hospach noch vor, wie man Zwiebeln in m\u00f6glichst kleine W\u00fcrfel hackt. Die sind n\u00e4mlich notwendig, um einen Zwiebelsud herzustellen \u2013 was den \u201eK\u00e4ssp\u00e4tzle\u201c dann ein fein-w\u00fcrziges Aroma geben soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sp\u00e4tzle-Kochabend-05-Schw\u00e4bische-Willkommenswoche-Mensa-Morgenstelle-cSimon-Leimig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5264\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sp\u00e4tzle-Kochabend-05-Schw\u00e4bische-Willkommenswoche-Mensa-Morgenstelle-cSimon-Leimig-1008x672.jpg\" alt=\"Sp\u00e4tzle-Kochabend 05 - Schw\u00e4bische Willkommenswoche - Mensa Morgenstelle - (c)Simon Leimig\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Fantasievolle Formen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor die fertigen Sp\u00e4tzle weiterverarbeitet wurden, begutachteten die Studierenden noch ihre Ergebnisse und waren erstaunt \u00fcber die teils sehr verschiedenen Formen: Kn\u00f6pfle, also die geriebenen, waren klein und rund. Die geschabten Sp\u00e4tzle hatten teils sehr fantasievolle Formen. Und die gepressten \u00e4hnelten wohl am meisten italienischen Spaghetti. Durch das Hinzuf\u00fcgen von K\u00e4se und den zuvor gehackten Zwiebeln, wurden aus den vielen verschiedenartigen Sp\u00e4tzle dann letztendlich die bekannten schw\u00e4bischen \u201eK\u00e4ssp\u00e4tzle\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die lie\u00df sich die Kochcrew dann bei Bier, Wein und Apfelschorle zum wohlverdienten Ausklang schmecken. Herr Hospach war mit der Aktion zufrieden, die auch dazu gedacht war, Ber\u00fchrungs\u00e4ngste zwischen Studierenden und \u201eder Mensa\u201c abzubauen. Ein Abschiedsgeschenk gab es dann auch noch: eine Packung Sp\u00e4tzle (wenn es mal schnell gehen soll) und das Sp\u00e4tzle-Rezept in gedruckter Form. Und so dinierten die K\u00f6che in der zu dieser Zeit sonst so dunklen und mucksm\u00e4uschenstillen Mensa, mit Blick \u00fcber die Stadt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos<\/span>:\u00a0Studierendenwerk T\u00fcbingen-Hohenheim \/ Simon Leimig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Abend. Die Mensa Morgenstelle thront dunkel und geschlossen \u00fcber der Stadt. 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