{"id":551,"date":"2012-04-19T16:24:23","date_gmt":"2012-04-19T16:24:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=551"},"modified":"2021-02-21T13:56:10","modified_gmt":"2021-02-21T13:56:10","slug":"na-prima-ballerina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2012\/04\/19\/na-prima-ballerina\/","title":{"rendered":"Na prima, Ballerina!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Und auch sicherlich nicht von jedermann ausf\u00fchrbar: Carmen Sch\u00f6nwiesner, 25 Jahre, unterrichtet neben ihrem Studium der Pharmazie in der <em>GoDance <\/em>Tanzschule in T\u00fcbingen klassisches Ballett f\u00fcr Erwachsene, Studenten und Fortgeschrittene. Eine logische Schlussfolgerung f\u00fcr jemanden, der ein Diplo<\/strong><strong>m als staatlich gepr\u00fcfte klassische T\u00e4nzerin besitzt und zehnj\u00e4hrige, professionelle Tanzerfahrung, unter anderem am Stuttgarter Staatstheater, vorweisen kann. Aber der Traum vom Leben einer Primaballerina? Sollen den doch andere leben.<\/strong><br \/>\n<em>Von Helen Monzel<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nEin \u00e4u\u00dferst sympathischer, quirliger, brauner Lockenkopf und nein, kein sterbender Schwan mit Starall\u00fcren, erz\u00e4hlt die Geschichte einer T\u00e4nzerin, deren Verlauf Vorlagenpotential f\u00fcr einen dieser Hollywood-Tanzfilme birgt. Nur eben mit dem viel besseren Happy End. Angefangen hat alles im Alter von vier Jahren mit einer besten Freundin, deren nicht ganz so graziler Gang durch ein wenig Ballettunterricht verbessert werden sollte. Selbstverst\u00e4ndlich unterst\u00fctzt Frau als treue Weggef\u00e4hrtin solch ein Vorhaben, indem schlichtweg derselbe Unterricht besucht wird. Das Talent wird entdeckt und gef\u00f6rdert. Mit neun Jahren besucht Carmen die John-Cranko-Schule des Stuttgarter Staatstheaters. Bei sechs Mal Training in der Woche bleibt wenig Zeit f\u00fcr die Schule; sie wechselt mit 14 Jahren auf das Ballett-Internat in Stuttgart, wobei sie weiterhin ein externes Gymnasium besucht. Ein aufregendes, professionelles Umfeld, in dem T\u00e4nzerInnen verschiedenster Nationen aufeinander treffen und gef\u00f6rdert werden und trotzdem empfand sie in dieser Zeit keinen Konkurrenzdruck: \u201eW\u00e4hrend der Zeit im Internat war die Unterst\u00fctzung unter den T\u00e4nzerinnen gro\u00df, der Konkurrenzdruck entwickelte sich bei mir erst im sp\u00e4teren Berufsleben als T\u00e4nzerin.\u201c Mit 16 Jahren zieht sie zur\u00fcck ins Elternhaus, da nun die Ausbildung zur professionellen T\u00e4nzerin beginnt. Sie trainiert von morgens bis abends, bricht aus diesem Grund das Gymnasium ab. Mit 17 unterschreibt sie einen Arbeitsvertrag beim Stuttgarter Ballett des Staatstheaters. Mit 18 Jahren tanzt sie ihre erste und einzige Saison. Auch wenn klar ist, dass es der Traum einer jeden Ballettt\u00e4nzerin ist, einmal den Schwan aus Schwanensee zu tanzen &#8211; \u201eDas ist das, wo man hin will!\u201c &#8211; wei\u00df sie: \u201eDas Leben als professionelle T\u00e4nzerin war hart und einsam. Ich habe bereits nach einem halben Jahr gemerkt, dass ich diesen Beruf nicht langfristig aus\u00fcben will.\u201c Carmen macht die Aufnahmepr\u00fcfung f\u00fcr den zweiten Bildungsweg und absolviert das Abitur. Sie hatte sich schon immer gut vorstellen k\u00f6nnen, sp\u00e4ter einmal im Apotheken-Bereich t\u00e4tig zu werden. Mit 22 Jahren f\u00e4ngt sie daher an Pharmazie zu studieren und beschlie\u00dft, dass ein kleiner finanzieller Puffer nicht schaden kann. \u201eHier bin ich, ich kann was, brauchste mich? So bin ich bei meiner jetzigen Chefin in die Tanzschule gest\u00fcrmt.\u201c Sie grinst. \u201eIch wurde genommen und arbeite nun seit bald drei Jahren dort.\u201c F\u00fcnf Stunden in der Woche, verteilt auf zwei Tage, unterrichtet sie derzeit insgesamt drei Klassen. Die Bezahlung ist \u00fcberdurchschnittlich hoch. F\u00fcr sie ist es definitiv ein Ausgleich zum Studium: \u201eEs ist ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, anderen etwas weitergeben zu k\u00f6nnen. Das Arbeitsklima ist super! Entspannt, freundlich, witzig \u2013 aber diszipliniert. Das beschreibt es ganz gut.\u201c Ob sie es bereue, eine Berufswelt aufgegeben zu haben, in der sie unter anderem schon Auftritte vor einflussreichen Politikern wie zum Beispiel Helmut Kohl oder Bush Senior absolvierte? \u201eNein, ich bereue die Entscheidung nicht. Ich habe die Chance wahrgenommen, ein normales Leben zu f\u00fchren\u201c, sagt sie. \u201eAuch wenn es nat\u00fcrlich eine sch\u00f6ne Erfahrung gewesen w\u00e4re, einmal eine Rolle wie die der Katharina in \u201eDer Widerspenstigen Z\u00e4hmung\u201c zu tanzen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und auch sicherlich nicht von jedermann ausf\u00fchrbar: Carmen Sch\u00f6nwiesner, 25 Jahre, unterrichtet neben ihrem Studium der Pharmazie in der GoDance Tanzschule in T\u00fcbingen klassisches Ballett &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":221,"featured_media":553,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[469],"class_list":["post-551","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-ausergewohnlicher-studentenjob"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/221"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=551"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/551\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24331,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/551\/revisions\/24331"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}