{"id":5625,"date":"2015-11-26T16:59:04","date_gmt":"2015-11-26T15:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=5625"},"modified":"2015-11-26T16:59:04","modified_gmt":"2015-11-26T15:59:04","slug":"erst-schluerfen-dann-lachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2015\/11\/26\/erst-schluerfen-dann-lachen\/","title":{"rendered":"Erst Schl\u00fcrfen, dann Lachen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Japanische Nudelsuppe und Theatersport: Mit dieser ungew\u00f6hnlichen Kombination lockt die Impro-Truppe des Harlekin Theaters derzeit Interessierte zu ebenso ungew\u00f6hnlichen Zeiten ins Caf\u00e9 Haag. Wer mittags um 12 oder 13 Uhr Zeit hat, kann sich noch bis zum 11. Dezember, immer dienstags bis freitags, dem doppelten Vergn\u00fcgen von Kultur und Kulinarik hingeben.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar gebe es in Schweden bereits Theater, in denen gegessen wird \u2013 in Verbindung mit Nudelsuppe handle es sich aber um eine \u201eechte Weltpremiere\u201c, berichtet der T\u00fcbinger Improtheater-Guru Volker Quandt stolz. Auf die Idee sei er gemeinsam mit seiner Frau gekommen \u2013 Shoko Quandt-Kadoya ist geb\u00fcrtige Japanerin und leidenschaftliche K\u00f6chin. Und so ist bei der aktuellen Veranstaltungsreihe von Quandts professionellen Theatersportlern die echte, japanische Nudelsuppe schon im Preis inbegriffen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5631\" aria-describedby=\"caption-attachment-5631\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12301740_1055606121126543_24897261551868905_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5631 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12301740_1055606121126543_24897261551868905_n.jpg\" alt=\"12301740_1055606121126543_24897261551868905_n\" width=\"960\" height=\"639\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5631\" class=\"wp-caption-text\">Ein japanisches S\u00fcppchen schl\u00fcrfen und danach Theater und Musik genie\u00dfen: Beim Suppentheater ist\u00a0das m\u00f6glich.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Hohe Kunst des Schl\u00fcrfens<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Vorstellung selbst wird\u00a0nicht gegessen. Der Zuschauer hat davor\u00a0eine halbe Stunde Zeit, um die Delikatesse mit St\u00e4bchen oder L\u00f6ffel gen\u00fcsslich zu schl\u00fcrfen. Beim\u00a0gemeinsamen Suppen-Genuss laufen Tutorials, wie man das am besten macht. Genau das sei auch das Geheimnis der vollen Geschmacksentfaltung, so Quandt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als er\u00a0schlie\u00dflich das Mikrofon zur Hand nimmt und damit zum zweiten Teil des Mittags \u00fcberleitet, ist der kulinarische Teil beendet. Quandt begr\u00fc\u00dft die G\u00e4ste und bittet die Profis Jakob Nacken und Bernd Kohlhepp auf die B\u00fchne. Wie beim Improtheater \u00fcblich, wird in den folgenden zwanzig Minuten alles live auf der B\u00fchne erschaffen. Der Zuschauer erlebt also auch hier jedes Mal eine Premiere. Die beiden Schauspieler lassen sich Stichw\u00f6rter geben und verkn\u00fcpfen diese zu Geschichten und Liedern.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Story aufs Stichwort<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einem der Suppentheater entsteht dabei die gesanglich gef\u00fchlvolle, inhaltlich aber abstrus-komische Ballade \u00fcber einen Mann, der sich in eine Frau namens \u201eRenate\u201c (erstes Stichwort) verliebt, und sich nichts sehnlicher w\u00fcnscht, als mit dieser zu stricken (zweites Stichwort). Damit sind nat\u00fcrlich gewisse Anspielungen vorprogrammiert: \u201eTu ich dich erblicken, denk ich sofort ans&#8230; stricken!\u201c. Die vergibt man den Schauspielern aber gern, denn ihre Ges\u00e4nge klingen geradezu virtuos. Bei Kohlhepps Tonlagen erinnern sie technisch oft an Gr\u00f6nemeyer.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5630\" aria-describedby=\"caption-attachment-5630\" style=\"width: 763px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12285630_1059212840778668_1151108830_n_edited.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5630 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12285630_1059212840778668_1151108830_n_edited-763x672.jpg\" alt=\"12285630_1059212840778668_1151108830_n_edited\" width=\"763\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5630\" class=\"wp-caption-text\">Multitalent Bernd Kohlhepp beim Intonieren seiner Ballade.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Das Zauberbuch<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider reicht die knapp bemessene Zeit nur f\u00fcr drei Sketche. Highlight ist die \u201eAbc-Szene\u201c, in der die beiden eine durch Pantomime unterst\u00fctzte Geschichte \u00fcber den Fund eines Zauberbuches in der Bibliothek erz\u00e4hlen. Der Clou dabei ist, dass die Schauspieler ihre S\u00e4tze immer mit dem darauffolgenden Buchstaben des Alphabets beginnen m\u00fcssen. Bis auf kurzes Z\u00f6gern bei C, wie: \u201echronisch vergessliche Menschen wie ich vergessen immer ihren B\u00fcchereiausweis\u201c und Q: \u201equakendes Federvieh\u201c, nach der Verwandlung des Bibliothekars in ein eben solches, machen Nacken und Kohlhepp ihre Sache souver\u00e4n.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die Geschichte mit der Verwandlung des Bibliothekars in eine Tunte endet und damit ein relativ abgedroschenes Bild erzeugt wird, freut man sich \u00fcber das gelungene Kunstst\u00fcck. Mit dem letzten Lied, einem St\u00e4ndchen an eine der Besucherinnen aus Sicht ihres Lebensgef\u00e4hrten, stellen die zwei K\u00fcnstler zum Abschluss abermals ihr musikalisches Talent unter Beweis.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5628\" aria-describedby=\"caption-attachment-5628\" style=\"width: 468px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12308959_1059212697445349_1486588988_n_edited.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5628 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12308959_1059212697445349_1486588988_n_edited-468x672.jpg\" alt=\"12308959_1059212697445349_1486588988_n_edited\" width=\"468\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5628\" class=\"wp-caption-text\">Jakob Nacken entnimmt das Zauberbuch aus dem Regal.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Noch nicht der letzte Akt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Suppentheater l\u00e4uft noch bis zum 11. Dezember und kostet neun Euro inklusive wohlschmeckender Suppe. Wer bis dahin keine Zeit findet, dem bietet sich im Februar erneut die M\u00f6glichkeit, beim Mittagstheatersport eine \u00e4hnliche Veranstaltung zu besuchen. Diese l\u00e4uft dann unter dem Motto \u201eDeutschland gegen Brasilien\u201c, wozu dann folgerichtig brasilianisches Essen serviert wird. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Begegnung nicht alle im Stile des Weltmeisterschafts-Halbfinales ausfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.harlekintheater.de\/\">http:\/\/www.harlekintheater.de\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fotos: Harlekintheater T\u00fcbingen\/Volker Quandt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japanische Nudelsuppe und Theatersport: Mit dieser ungew\u00f6hnlichen Kombination lockt die Impro-Truppe des Harlekin Theaters derzeit Interessierte zu ebenso ungew\u00f6hnlichen Zeiten ins Caf\u00e9 Haag. 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