{"id":571,"date":"2012-05-16T12:44:24","date_gmt":"2012-05-16T12:44:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=571"},"modified":"2021-02-21T13:54:31","modified_gmt":"2021-02-21T13:54:31","slug":"warum-einfach-wenns-auch-kompliziert-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2012\/05\/16\/warum-einfach-wenns-auch-kompliziert-geht\/","title":{"rendered":"Warum einfach, wenn&#8217;s auch kompliziert geht"},"content":{"rendered":"<p><strong>W\u00e4hrend die Studierenden der Uni jahrelange Vers\u00e4umnisse vorwerfen, sieht diese entsprechenden Handlungsbedarf erst seit Oktober 2011. Als sich die beiden Parteien endlich auf eine Alternativl\u00f6sung einigen k\u00f6nnen, ist die H\u00e4lfte des Semesters bereits verstrichen.<\/strong><br \/>\n<em>von Isabel Kommol<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs ist der 13.10.2011, der erste Donnerstag im Semester, Tag des Dies Universitatis und des Alternativen Dies und damit auch traditionell der Tag des ersten Cubhausfestes. Eigentlich. Doch dieses Mal kommen den Studierenden kurzerhand und unerwartet Brandschutzm\u00e4ngel am gro\u00dfen Saal des Clubhauses in die Quere. Das bereits auf die Veranstaltung hinweisende Banner musste wieder abgenommen werden. Anstatt des Clubhausfestes findet eine spontane Demonstration statt.<br \/>\nSchuld an der Misere ist ein fehlender Fluchtweg. F\u00fcr die Clubhausfeste werden der gro\u00dfe und der kleine Saal im oberen Stockwerk als Tanzfl\u00e4che genutzt. Sorge bereitet der gro\u00dfe Saal. Er besitzt zwar zwei Ausg\u00e4nge, allerdings befinden sich diese auf der gleichen Seite. Zur Einhaltung der Brandschutzbestimmungen bedarf es aber zweier Fluchtwege in unterschiedliche Richtungen. Diese Tatsache bem\u00e4ngelt bereits ein Gutachten des Eigent\u00fcmers des Clubhauses, des Amtes f\u00fcr Verm\u00f6gen und Bau, vom 22.12.2005. \u201eGegen die Nutzung der Versammlungsr\u00e4ume im OG bestehen feuersicherheitliche Bedenken: Begr\u00fcndung: 1. Der Clubraum III besitzt in diesem Geschoss keine zwei voneinander unabh\u00e4ngige Rettungswege.\u201c<br \/>\nIm Oktober 2011 erfolgte auf Initiierung der Zentralen Verwaltung der Uni abermals eine Brandschutzbegehung um den Stand der Umsetzung der Brandschutz-Auflagen von 2005 zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese resultierte in der sofortigen Schlie\u00dfung des gro\u00dfen Saals wegen der \u201eGefahr f\u00fcr Leib und Leben\u201c. Denn die Anforderung der Einrichtung des zweiten Fluchtwegs war nach wie vor nicht umgesetzt. Daher auch der Vorwurf der Studierenden, ausschlaggebend f\u00fcr die Sperrung am 12.10.2011 seien sechs Jahre alte Fakten.<br \/>\nIm alten Gutachten steht, dass es zwingend n\u00f6tig ist, Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Da diese nun aber nicht ergriffen wurden, sah sich der Verantwortliche gezwungen, den Saal zu schlie\u00dfen.\u201c, best\u00e4tigt Kim Dienelt vom AStA. Dementsprechend wenig Verst\u00e4ndnis hat auch die FSVV: \u201eWir haben die Unileitung jedes Semester aufs Neue aufgefordert die n\u00f6tigsten Sanierungsma\u00dfnahmen im Clubhaus durchzuf\u00fchren und f\u00fcr den gro\u00dfen Saal einen zweiten Fluchtweg zu bauen und haben nicht das Gef\u00fchl gehabt geh\u00f6rt worden zu sein.\u201c<br \/>\nIhrem Unmut machten die Studierenden jeden Donnerstagabend mit einer Spontandemonstration Luft; wahlweise auf dem Rektoratsparkplatz, im Ehrenhof der Neuen Aula oder vor der UB. Als das Winterwetter die erhoffte K\u00e4lte verweigerte, sah sich OB Palmer nach einigen Wochen gen\u00f6tigt, dem Spuk h\u00f6chstpers\u00f6nlich ein Ende zu bereiten und die Untersagung von \u201eKeinclubhausfest\u201c anzuordnen.<br \/>\nEine \u00fcberdachte L\u00f6sung musste her. Uni und Studierende diskutierten unterschiedliche M\u00f6glichkeiten. Doch sowohl die Shedhalle, als auch die Mensen Wilhelmstra\u00dfe und Morgenstelle scheiterten an zu geringem L\u00e4rmschutz, zu hohen Kosten und zu gro\u00dfer Entfernung. Am Mittwoch, den 7.12.2011 kam endlich das OK f\u00fcr den von den Studierenden favorisierten Kupferbau. Wegen b\u00fcrokratischer H\u00fcrden konnte erst eine Woche sp\u00e4ter, am 15.12. das erste und einzige Kupferbaufest 2011 stattfinden. Dies f\u00fchrt zu einer Bilanz von maximal f\u00fcnf Kupferbaufesten in 15 Vorlesungswochen im WS 11\/12.<br \/>\nDer eigentliche Unruhestifter ist mit denkbar einfachen Mitteln in den Griff zu kriegen. In die Au\u00dfenwand des Clubhauses wird ein Loch gerissen, eine T\u00fcr eingebaut und eine Feuertreppe angebracht. Die Kosten werden sich vermutlich auf 50.000 bis 80.000 Euro belaufen. Die Bauarbeiten sollen in den Semesterferien vonstattengehen, so dass der gro\u00dfe Saal im SS 12 wieder benutzbar ist. Laut Kanzler Rothfu\u00df k\u00f6nnten lediglich Denkmalschutzprobleme dieses Vorhaben noch vereiteln.<br \/>\nNach \u201eKeinclubhausfest\u201c landete der M\u00fcll regelm\u00e4\u00dfig auf dem Privatparkplatz des Rektors. \u201eErinnerungsaktion f\u00fcr die Uni\u201c nennt Kim Dienelt das. Ob sie dem Interesse der Studierenden tats\u00e4chlich zutr\u00e4glich war, sei dahingestellt. Tatsache ist aber, dass der Ausfall des Clubhausfestes vielen studentischen Gruppen Finanzierungsl\u00fccken beschert. F\u00fcr Herrn Rothfu\u00df ist das kein Argument; dann m\u00fcsse man sich eben nach anderen Finanzierungsm\u00f6glichkeiten umsehen. Der ideelle Wert des Clubhausfestes kommt gar nicht erst zur Sprache.<br \/>\nDer Verdacht aber dr\u00e4ngt sich auf, dass der von Uni und Stadt ge\u00e4u\u00dferte und munter durch die Presse gegeisterte Vorwurf, die Studierenden demonstrierten nur f\u00fcr solch triviale Dinge wie Party, doch etwas zu kurz gegriffen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Studierenden der Uni jahrelange Vers\u00e4umnisse vorwerfen, sieht diese entsprechenden Handlungsbedarf erst seit Oktober 2011. 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