{"id":6423,"date":"2016-03-22T21:00:49","date_gmt":"2016-03-22T20:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=6423"},"modified":"2016-03-22T21:00:49","modified_gmt":"2016-03-22T20:00:49","slug":"gemeinsam-bruecken-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/03\/22\/gemeinsam-bruecken-bauen\/","title":{"rendered":"Gemeinsam Br\u00fccken bauen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u201eGemeinsam f\u00fcr mehr Chancengleichheit\u201c \u2013 Das ist das Motto von Rock your life!. Die T\u00fcbinger Hochschulgruppe setzt sich f\u00fcr Sch\u00fcler aus sozial, wirtschaftlich oder famili\u00e4r benachteiligten Verh\u00e4ltnissen ein. Hierf\u00fcr steht den Sch\u00fclern zwei Jahre lang ein pers\u00f6nlicher Mentor zur Seite. Ein Treffen mit Nadine und Dilara\u00a0in T\u00fcbingen zeigt, dass das Konzept aufgeht.<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs ist keine einseitige Beziehung, wir profitieren beide voneinander\u201c, sagt Nadine. Ihr gef\u00e4llt der Einblick in die Welt der zehn Jahre j\u00fcngeren Dilara. \u201eDas Zwischenmenschliche ist uns am wichtigsten.\u201c Nadine, 26, ist die Mentorin der 16-j\u00e4hrigen Dilara. Kennen gelernt haben sich die beiden \u00fcber\u00a0<em>Rock your life! (RYL). <\/em>Das ehrenamtliche Projekt\u00a0gibt es bereits in mehreren deutschen St\u00e4dten; in T\u00fcbingen\u00a0seit 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit nun knapp eineinhalb Jahren treffen sich die T\u00fcbinger Soziologie- und Jura-Studentin und die Sch\u00fclerin regelm\u00e4\u00dfig. In der Gestaltung und der Frequenz ihrer Treffen sind\u00a0sie v\u00f6llig frei und eigenverantwortlich. Von langen Gespr\u00e4chen bis zu Ausfl\u00fcgen ins Boulderzentrum \u00a0ist alles dabei. Nur einige Eckpfeiler haben sie als Grundlage ihrer Zusammenarbeit festgelegt: P\u00fcnktlichkeit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<figure id=\"attachment_6431\" aria-describedby=\"caption-attachment-6431\" style=\"width: 409px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Nadine-l-Dilara-r-e1458678188376.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6431 \" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Nadine-l-Dilara-r-e1458678188376-425x672.jpg\" alt=\"Nadine (l) und Dilara (r) sind sowohl beim Lernen als auch privat ein gutes Team\" width=\"409\" height=\"647\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6431\" class=\"wp-caption-text\">Mentor Nadine (l) und Mentee Dilara (r): \u00a0ein gutes Team. Foto: Yvonne Ple\u00df.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Vom Ziele suchen\u00a0und Abendessen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bin keine klassische Nachhilfe f\u00fcr schulische Belange\u201c, stellt Nadine klar, \u201edas Mentoring geht weit dar\u00fcber hinaus.\u201c\u00a0Aber nat\u00fcrlich wird bei Bedarf auch dort geholfen, zum Beispiel bei bevorstehenden Pr\u00e4sentationen oder \u00e4hnlichem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dilara strebt eine Ausbildung im Gesundheitssektor an und wird aus diesem Grund bald auf eine andere\u00a0Schule wechseln. \u201eDort kann man sich f\u00fcr einen Schwerpunkt entscheiden. Einer davon ist Gesundheit\u201c, erkl\u00e4rt Dilara. Das gro\u00dfe Ziel ist also bereits abgesteckt. Ein Zwischenziel, das beide aktuell anstreben, ist ein Nebenjob. \u201eLeider war bis jetzt nicht das richtige dabei\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Verh\u00e4ltnis zu Dilaras Eltern ist gut. \u201eIch wurde auch schon zum Abendessen bei Dilaras Familie eingeladen\u201c, berichtet Nadine l\u00e4chelnd. Und: \u201eSie schenken mir viel Vertrauen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_6430\" aria-describedby=\"caption-attachment-6430\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/facebook_cover_v1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6430 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/facebook_cover_v1-1038x363.png\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"363\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6430\" class=\"wp-caption-text\">Das RYL-Prinzip: Jeder profotiert durch seinen Einsatz. Foto: RYL-Webseite<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Speed-Dating mal anders<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mentoren und Sch\u00fcler werden zum ersten Mal beim sogenannten \u201eMatching\u201c zusammengef\u00fchrt. \u201eDas l\u00e4uft ab wie beim Speed-Dating\u201c, erz\u00e4hlt Mentorin Nadine lachend. Die Sch\u00fcler rotieren im Raum und haben jeweils f\u00fcnf Minuten Zeit, um mit dem jeweiligen Mentor ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Am Ende entscheidet sich, ob ein Mentor \u201egematcht\u201c wurde oder nicht. Die Chemie muss stimmen. Bis zu zwei Matchingdays finden an den teilnehmenden Schulen statt, je nach dem, welche Rahmenbedingungen zuvor festgelegt wurden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim ersten Matching von Nadine hat es leider nicht geklappt. Doch im zweiten Anlauf lernte sie Dilara kennen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinter den Mentoren und Mentees, wie die teilnehmenden Sch\u00fcler wie Dilara genannt werden, steckt ein gro\u00dfes Organisationsteam. Bei RYL kann man sich nicht nur als Mentor einbringen, sondern auch im organisatorischen Bereich t\u00e4tig werden, zum Beispiel in der Pressearbeit, den Finanzen oder im Eventmanagement. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Schulkoordination und das Netzwerk an Unternehmen, die RYL\u00a0unterst\u00fctzen: Sei es als F\u00f6rderer oder f\u00fcr Praktika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn jedes Semesters veranstaltet RYL Infoveranstaltungen, die unverbindlich einen \u00dcberblick \u00fcber das Programm geben. Bestimmte Qualifikationen m\u00fcssen angehende Mentoren\u00a0nicht nachweisen k\u00f6nnen. Jeder, der sich engagieren m\u00f6chte, kann sich bewerben. Alle n\u00f6tigen Grundlagen als Mentor werden dann in einem verpflichtenden Einf\u00fchrungsseminar vermittelt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Was am Ende bleibt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Nadine und Dilara\u00a0steht fest, dass sie auch nach Ablauf der Betreuungsphase den Kontakt halten wollen, denn sie seien &#8222;ein gutes Team&#8220;. Es kam\u00a0auch vor, dass \u201egematchte\u201c Paare nach einigen Wochen den Kontakt abgebrochen haben, so Nadine. \u201eAber das ist\u00a0definitiv eine Ausnahme. Etwas anderes ist es nat\u00fcrlich, wenn die Familie des Mentees in eine andere Stadt umzieht. Da wird es f\u00fcr beide schwierig\u201c, meint die 26-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende der zweij\u00e4hrigen Betreuungsphase winken 15 ECTS-Punkte als\u00a0Schl\u00fcsselqualifikationen. \u201eDoch das sollte auf keinen Fall der Antrieb f\u00fcr einen Mentor sein. Das Engagement ist deutlich wichtiger und muss auch r\u00fcber kommen\u201c, stellt Nadine am Ende deutlich klar. Die ECTS-Punkte sind nur ein weiteres Geschenk, dass sich zu den vielen gesammelten Erfahrungen hinzugesellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGemeinsam f\u00fcr mehr Chancengleichheit\u201c \u2013 Das ist das Motto von Rock your life!. 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