{"id":6647,"date":"2016-04-30T13:37:59","date_gmt":"2016-04-30T11:37:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=6647"},"modified":"2016-04-30T13:37:59","modified_gmt":"2016-04-30T11:37:59","slug":"der-mann-im-tresor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/04\/30\/der-mann-im-tresor\/","title":{"rendered":"Der Mann im Tresor"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Mit seiner aktuellen Tour, der &#8222;Theorie der feinen Menschen&#8220;, machte Kabarettist Claus von Wagner am vergangenen Freitag Station in T\u00fcbingen. Im ausverkauften Kino Museum philosophierte, berichtete und l\u00e4sterte der geb\u00fcrtige M\u00fcnchner dabei \u00fcber Gott und die Welt oder, wie er es beschreiben w\u00fcrde, die Finanzm\u00e4rkte.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es selten eine gute Idee ist, kurz vor Feierabend in eine Bank zu gehen, d\u00fcrften die meisten Sparer durchaus schon mal am eigenen Leib gelernt haben. Zu schnell passieren in der Hektik zu viele Fehler. Wobei, wenn man Claus von Wagner glauben mag, geh\u00f6rt das zum \u201eeigentlichen\u201c Gesch\u00e4ftsmodell. Doch es k\u00f6nnen auch unvorhersehbare Dinge passieren, wie etwa, dass jemand im Tresorraum eingeschlossen wird, w\u00e4hrend er nach den Habseligkeiten seines verstorbenen Vaters sucht. So geschehen Claus Neumann, von Wagners Alter Ego auf der B\u00fchne an diesem Abend.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Reflexionskomik im Tresor<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tut man in so einer Situation? Eingesperrt f\u00fcr die n\u00e4chsten dreizehn Stunden, nur \u201ebewaffnet\u201c mit je einer Flasche veganem Wasser und Scotch, dazu den Arbeitsunterlagen des Vaters und dessen Korrespondenz mit Adam Smith\u2019schen Nacheiferern? Richtig, man macht sich Gedanken. \u00dcber das eigene \u00dcberleben, die Finanzm\u00e4rkte und wie der eigene Vater dabei involviert gewesen sein k\u00f6nnte, \u00fcber die eigene Kapitalanlage, deren Verlust und auch der Frage, was im Geb\u00e4ude \u00fcber diesem Tresor eigentlich genau passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Claus von Wagner springt dabei sowohl thematisch als auch w\u00f6rtlich mehrmals hin und her, baut und zerst\u00f6rt Gedankenwelten und versucht mehr als nur einmal, aus diesem \u201eK\u00e4fig\u201c auszubrechen. Dem Publikum bietet er dabei keine Verschnaufpause. Wie seinem Charakter auf der B\u00fchne bleibt den Zuschauern immer \u00f6fter die Luft weg als er mit spitzen Pointen und schwarzem Zynismus das Geschehen von Wirtschaft und Politik kommentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_0136.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6648\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_0136-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_0136\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Enge Bindung zum Publikum<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Wagner arbeitet dabei eigentlich recht minimalistisch, befinden sich auf der B\u00fchne doch nur ein Tisch, ein Stuhl, ein Telefon und die erw\u00e4hnten Unterlagen und Flaschen. Doch es ist seine energiegeladene Pr\u00e4senz, seine gelungene Interaktion mit dem Publikum, die die B\u00fchne ausf\u00fcllt. In \u00fcber drei Stunden arbeitet der Kabarettist, den die meisten vor allem durch seine Arbeit bei \u201eDie Anstalt\u201c kennen, sein durchdachtes Programm ab, ohne dass es auch nur einen Moment aufgesetzt wirkt. Immer wieder werden dabei Motive und Pointen noch aus den ersten Minuten kontrastiert erneut aufgegriffen und dem Zuschauer vor Augen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als nach schlie\u00dflich drei Stunden das \u201eDrama\u201c um Claus Neumann ein Ende findet und von Wagner den minutenlagen Applaus genie\u00dfen darf, endet die Show allerdings immer noch nicht. M\u00fcde, aber zufrieden erl\u00e4utert er dem Publikum noch ein wenig den Hintergrund seines Programms und dass er durchaus noch f\u00fcr weitere Fragen im Foyer zur Verf\u00fcgung steht. Dieses Angebot wurde von vielen Zuschauern auch dankend angenommen, sei es dabei f\u00fcr anerkennende Worte, ein Autogramm und nat\u00fcrlich jede Menge Selfies. Gerne nahm sich Claus von Wagner dabei Zeit f\u00fcr jeden Fan und jedes Wort, ehe um kurz vor Mitternacht dann auch endlich die letzten Besucher den Weg nach Hause antraten. Sicherlich nicht wenige in Gedanken an das eben Geh\u00f6rte. \u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/20160429_230831b1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6652\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/20160429_230831b1-1008x672.jpg\" alt=\"20160429_230831b\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Titelbild: Marcus Gruber<\/em><br \/>\n<em> Bilder im Artikel: Christopher K\u00fcbler<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seiner aktuellen Tour, der &#8222;Theorie der feinen Menschen&#8220;, machte Kabarettist Claus von Wagner am vergangenen Freitag Station in T\u00fcbingen. 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