{"id":6701,"date":"2016-05-07T14:48:15","date_gmt":"2016-05-07T14:48:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=6701"},"modified":"2021-02-20T15:15:06","modified_gmt":"2021-02-20T15:15:06","slug":"tuebinger-museen-stadtmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/05\/07\/tuebinger-museen-stadtmuseum\/","title":{"rendered":"T\u00fcbinger Museen: Stadtmuseum"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Das Stadtmuseum T\u00fcbingen ist wie seine Stadt: Keineswegs gew\u00f6hnlich, sondern facettenreich und etwas anders, als man es erwartet. Ein Besuch im dreist\u00f6ckigen Geb\u00e4ude mitten im Herzen der Altstadt.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Museum bedeutet ausschlie\u00dflich Vergangenheit? Nicht im T\u00fcbinger Stadtmuseum, auf dessen vier Ebenen man in die Vergangenheit eintauchen, aber auch die Gegenwart reflektieren kann. Seine Mauern sind dabei selbst geschichtstr\u00e4chtig. Zu Beginn seiner ungef\u00e4hr 500-j\u00e4hrigen Historie diente der Fachwerkbau zun\u00e4chst als Kornhaus und somit als regionaler Umschlagplatz f\u00fcr das lebenswichtige Versorgungsgut.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6707\" aria-describedby=\"caption-attachment-6707\" style=\"width: 447px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC00396_edited.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6707 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC00396_edited-447x672.jpg\" alt=\"DSC00396_edited\" width=\"447\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6707\" class=\"wp-caption-text\">Hinter dem Stadtmuseum er\u00f6ffnen sich viele kleine G\u00e4sschen &#8211; die urspr\u00fcngliche Unterstadt. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Charakter der dort vertriebenen Dinge jedoch: Fortan wurde der Wissenshunger junger Menschen gestillt. Zuerst bezog eine Knabenschule das Geb\u00e4ude, sp\u00e4ter M\u00e4dchenschulen, dann eine Realschule. Auch Feuerwehr und Rotes Kreuz fanden zwischenzeitlich eine Heimat nahe der Ammer. Heute beherbergt das Museum eine wechselnde Ausstellung im Erdgeschoss, eine Dauerausstellung zur K\u00fcnstlerin Lotte Reiniger im ersten Stock und die Stadtgeschichte im zweiten und dritten Obergeschoss.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Heimat f\u00fcr Heimatlose<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heimat, was ist das? Ein loser Begriff. So unterschiedlich die Antwort der Menschen auf diese Frage ausfallen mag, so eindeutig und treffend zeigte bis vor kurzem die im Erdgeschoss laufende Ausstellung das Gegenteil auf \u2013 was es bedeutet, \u201eHeimatlos\u201c zu sein. Der gleichlautende Titel vereinte verschiedenartigste Werke der T\u00fcbinger K\u00fcnstlerszene, die ihre Heimat, die Shedhalle nahe der Neuphilologie, zugunsten Gefl\u00fcchteter verlassen hatten. Deren M\u00fchen und Schicksale spiegelten sich in den Bildern und Installationen wieder. Es entstand die M\u00f6glichkeit, aktuelle Zeitgeschichte zu reflektieren und sp\u00e4ter gegebenenfalls mitzuschreiben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6702\" aria-describedby=\"caption-attachment-6702\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6702 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_6577-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_6577\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6702\" class=\"wp-caption-text\">Kunstwerke um Heimat und Heimatlosigkeit Gefl\u00fcchteter waren im Museumssaal ausgestellt. Bald werden Haus- und Hoftiere das Erdgeschoss erobern. Foto: Marko Knab.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die darauffolgende Ausstellung wird das Thema der Haustiere untersuchen \u2013\u00a0warum gehen wir mit Nutz- und Haustieren so verschieden um und woher kommen \u00fcberhaupt so viele Tierrassen? Ab dem 12. Mai werden unter anderem auf diese Fragen Antworten \u00fcber unsere etwas anderen Familienmitglieder gegeben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Einschneidende Erlebnisse im ersten Stock<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dauerausstellung zu Lotte Reinigers Leben und Arbeiten stellt einen klaren Schnitt zu den bisherigen Exponaten dar. Die 1899 geborene Berlinerin verbrachte ihr Lebensende in Dettenhausen nahe T\u00fcbingen und ist der Stadt auf diese Weise verbunden. Die Scherenschnitte und Schattentheaterfiguren der Tricktechnik-Pionierin entf\u00fchren dabei in fremde Welten. Sie zeichnen dabei Bekanntes und Unbekanntes in faszinierender Weise. Detailreich und doch nur an der Grenze von Licht und Schatten entstehen scheinbar lebendige Szenerien. Die beeindruckenden Werke aus den H\u00e4nden Reinigers hinterlassen einen bleibenden Eindruck und d\u00fcrfen bei einem Besuch des Museums keineswegs fehlen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6703\" aria-describedby=\"caption-attachment-6703\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_6605.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6703 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_6605-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_6605\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6703\" class=\"wp-caption-text\">Die Ausstellung \u00fcber Lotte Reiniger und ihre Scherenschnittkunst bezaubert durch Musik, Film und Bild. Eintauchen in Kindheitserinnerungen garantiert. Foto: Marko Knab.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ein zweigeteiltes T\u00fcbingen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur in Form der sich \u00fcber zwei Stockwerke erstreckenden Dauerausstellung zur Stadtgeschichte ist T\u00fcbingen geteilt \u2013 wie der Besucher erf\u00e4hrt, gab es in fr\u00fcherer Geschichte sowohl eine geografische und vor allem soziale Trennung innerhalb T\u00fcbingens. Die sozial und wirtschaftlich besser gestellten T\u00fcbinger w\u00e4hlten in der Vergangenheit die N\u00e4he zu Rathaus und Stiftskirche, um ihrer Rolle angemessen Ausdruck zu verleihen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6704\" aria-describedby=\"caption-attachment-6704\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_6625.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6704 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_6625-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_6625\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6704\" class=\"wp-caption-text\">In den beiden oberen Stockwerken finden sich Ausstellungsst\u00fccke und Informationen \u00fcber das alte und neue T\u00fcbingen. Foto: Marko Knab.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei zahlreichen Metzgereien und Gerbereien am Ammerkanal, die die Unterstadt darstellten, erscheint es mehr als verst\u00e4ndlich, ein Leben in der Oberstadt nahe der Stiftskirche anzustreben. Diesen und viele weitere Fakten zur Stadtentwicklung bis 1800 kann der Besucher im zweiten Stock erfahren. Auch auf die Geschichte der Universit\u00e4t wird dort eingegangen \u2013 lohnenswert f\u00fcr jeden Studierenden. Im dritten Stock f\u00e4llt der Fokus der Ausstellung vermehrt auf soziale, politische und wirtschaftliche Gesichtspunkte der Stadtgeschichte von 1800 bis heute.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Let\u2019s do the timewarp\u2026again!<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im T\u00fcbinger Stadtmuseum treffen Vergangenheit und Gegenwart direkt aufeinander, worin sich das Museum von vielen anderen deutlich absetzt. Es geh\u00f6re definitiv zum Konzept der Institution, best\u00e4tigt Leiterin Frau Ratzeburg, dass der Besucher zwischen den verschiedenen Epochen und Aspekten springe. Damit erreicht das Museum auch sein eigentliches Ziel, n\u00e4mlich Menschen zum Nachdenken anzuregen. Wer sich dieser Aufgabe annehmen will, sollte allerdings mehr als einen Besuch einplanen. Die unglaublich umfangreichen und vielf\u00e4ltigen Exponate lassen sich kaum alle auf einmal erfassen, \u00e4hnlich wie T\u00fcbingen selbst. Wie die Stadt, so eben das Museum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das <a href=\"http:\/\/www.tuebingen.de\/stadtmuseum\/\">Stadtmuseum T\u00fcbingen<\/a>\u00a0befindet sich in der Kornhaustra\u00dfe 10, mitten im Herz von T\u00fcbingens Altstadt. Es ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet, Montag ist Ruhetag. Erwachsene zahlen 2,50\u20ac Eintritt, erm\u00e4\u00dfigt betr\u00e4gt er 1,50\u20ac. Kinder bis 12 Jahre kommen kostenlos in das Museum.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Titelbild: Felix M\u00fcller<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Stadtmuseum T\u00fcbingen ist wie seine Stadt: Keineswegs gew\u00f6hnlich, sondern facettenreich und etwas anders, als man es erwartet. 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