{"id":6948,"date":"2016-05-31T14:36:16","date_gmt":"2016-05-31T12:36:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=6948"},"modified":"2016-05-31T14:36:16","modified_gmt":"2016-05-31T12:36:16","slug":"der-macher-namens-baer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/05\/31\/der-macher-namens-baer\/","title":{"rendered":"Der Macher namens B\u00e4r"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Andreas B\u00e4r L\u00e4sker, 52, kann man getrost als Multitalent bezeichnen. Zu Gast bei Querfeldein erz\u00e4hlte er am Montag von seinem Aufstieg als Musikmanager, seiner Zeit bei DSDS und was der Veganismus f\u00fcr ihn bedeutet.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Andreas B\u00e4r L\u00e4sker das Ribi in seinen schneewei\u00dfen Sneakern betritt, ist es dort verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig rauchfrei und die Luft von einer Duftspraynote geschw\u00e4ngert. Der B\u00e4r mag keinen Zigarettenrauch. Bandmanager, DJ, Fotograf, DSDS-Juror, Mitbegr\u00fcnder des Musiklabels Fourmusic und Gr\u00fcnder eines veganen Fastfood-Restaurants. Mit diesem Lebenslauf wird der Gast, der bei der Aufz\u00e4hlung grinsend neben der B\u00fchne steht, vorgestellt. Er l\u00e4sst sich aufs Sofa fallen und nach einem Blick in die Runde beginnt ein Schnelldurchlauf durch sein Leben als Self-Made-Man.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6925\" aria-describedby=\"caption-attachment-6925\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6925\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Zeigen-1038x668.jpg\" alt=\"Erinnerungen von Fr\u00fcher: L\u00e4sker damals im modischen roten Pullunder.\" width=\"1038\" height=\"668\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6925\" class=\"wp-caption-text\">Erinnerungen von Fr\u00fcher: L\u00e4sker damals im modischen roten Pullunder.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Der wilde, junge B\u00e4r<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der B\u00e4r, er nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Abend lebt\u00a0von seinen oft\u00a0provokanten\u00a0Meinungen \u00fcber die heutige Musikszene. Doch zun\u00e4chst geht es um ihn selbst: \u201eGenetisch bin ich ein Ossi\u201c, sagt B\u00e4r L\u00e4sker \u00fcber seine Eltern. Aufgewachsen ist er in Ludwigsburg, doch das war ihm zu klein und spie\u00dfig. Richtig heimisch f\u00fchlte\u00a0er sich erst, als er nach Stuttgart zog. Auch in Berlin hat er schon gewohnt, dem Sehnsuchts-Ort vieler K\u00fcnstler. Doch er mag die Stadt nicht, vermisste\u00a0\u201eschw\u00e4bische Funktionalit\u00e4t\u201c und das Geordnete. Vom Anti-Spie\u00dfer zum Spie\u00dfer?<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMeine Zeit in den Clubs und Discos in Stuttgart war wie ein Soziologiestudium unter dem Radar.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">B\u00e4r L\u00e4sker, in der zehnten Klasse frisch vom humanistischen Gymnasium geflogen, legte in seiner Jugend dann erstmal Platten\u00a0auf, Spitzengage 250 Mark. Ihn st\u00f6rt der Hype um DJs heute: \u201eDavid Guetta verdient Tausende f\u00fcr einen Abend Laptop-Anschalten.\u201c Schon in jungen Jahren\u00a0war B\u00e4r L\u00e4sker am liebsten sein eigener Chef, wobei bald einige skurrile Berufe zusammenkamen. Als Schrottsammler in Ludwigsburg verschwand dabei der ein oder andere Gullydeckel, denn die brachten ordentlich Geld.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6924\" aria-describedby=\"caption-attachment-6924\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6924\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Publikum-1008x672.jpg\" alt=\"Fast alle Pl\u00e4tze belegt: L\u00e4sker im Ribi.\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6924\" class=\"wp-caption-text\">Fast alle Pl\u00e4tze belegt: L\u00e4sker im Ribi.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Der fantastische Weg nach oben<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">So richtig los ging es dann erst mit seinem Plattenladen, doch nicht auf die geplante Art. Der Laden \u201eging in die Hose\u201c. Doch Michi Beck, der damals zum Einkaufen (oder laut L\u00e4sker B\u00e4r zum \u201ePlatten anh\u00f6ren und woanders billiger kaufen\u201c) \u00f6fter die Cover der Vinylplatten durchbl\u00e4tterte, sprach ihn irgendwann an, ob er nicht der Manager einer Hip-Hop-Gruppe werden wolle. Zun\u00e4chst noch als \u201eTerminal Team\u201c unterwegs, wurden die vier Jungs Smudo, Thomas D, And. Ypsilon und eben Michi Beck unter Andreas B\u00e4r L\u00e4sker zu den bekanntesten\u00a0Hip-Hoppern Deutschlands, den Fantastischen Vier.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMir hat ihre Konsequenz gefallen, wie sie auf Deutsch gerappt haben.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber das Musikbusiness allgemein ist B\u00e4r L\u00e4sker der Ansicht, dass echte Kunst und gro\u00dfe Karrieren einfach passieren. Dabei sei das Gesamtpaket wichtig, Plastikk\u00fcnstler w\u00fcrden nicht lange funktionieren. Helene Fischer zum Beispiel findet er furchtbar: \u201eErfolg macht die Musik nicht gut.\u201c Auf seine Erfahrungen mit Musikern angesprochen macht B\u00e4r L\u00e4sker deutlich, dass K\u00fcnstler nicht schwierig, sondern eher speziell\u00a0seien. Es l\u00e4ge bei der Kunst in der Natur der Sache, dass \u201eein spezieller <em>state of mind<\/em> ben\u00f6tigt wird, der oft mit der Realit\u00e4t kollidiert.\u201c Seine eigene Aufgabe als Manager im Musikgesch\u00e4ft sch\u00e4tzt er ganz realistisch ein: \u201eIch schaue, dass der K\u00fchlschrank kalt und die Heizung warm ist.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eOb man die Musik seiner K\u00fcnstler m\u00f6gen muss? Man muss auf jeden Fall gen\u00fcgend Respekt davor haben, um sie glaubw\u00fcrdig zu managen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutzutage, sch\u00e4tzt er, ist es f\u00fcr K\u00fcnstler und Management deutlich schwerer, Erfolg zu haben. \u201eZwischen fr\u00fcher und heute liegen Welten.\u201c Man m\u00fcsse sich deutlich mehr \u201eKnowledge\u201c zulegen, vor allem im Social Media-Bereich. Das Geld komme au\u00dferdem haupts\u00e4chlich \u00fcber die Live-Auftritt. Downloads und Streaming machen kaum etwas aus, Vinyl und CDs seien schon ergiebiger. \u201eMan kann sich ein Konzert eben nicht runterladen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_6922\" aria-describedby=\"caption-attachment-6922\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6922\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B\u00e4r-Besicht-1010x672.jpg\" alt=\"Tausendsassa aus Stuttgart: Andreas B\u00e4r L\u00e4sker.\" width=\"1010\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6922\" class=\"wp-caption-text\">Tausendsassa aus Stuttgart: Andreas B\u00e4r L\u00e4sker.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Von DSDS und Veganismus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn B\u00e4r L\u00e4sker als Musikmanager ber\u00fchmt geworden ist, werden ihn viele aus seiner Zeit als Juror bei DSDS kennen. Obwohl ihm die Show nicht gefiel, wollte er sich im Fernsehen ausprobieren: \u201eNeben dem Schmerzensgeld, das echt okay war, wollte ich wissen, ob ich vor der Kamera funktioniere und was das f\u00fcr einen <em>Impact<\/em>\u00a0hat.\u201c Bohlen sei \u00fcbrigens ein \u201etotales Arschloch\u201c\u00a0 und \u201enicht ganz bei sich.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDSDS war schon immer eine schlimme Sendung, aber heute ist es eine Affenshow.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als es ums\u00a0Essen geht, bl\u00fcht B\u00e4r L\u00e4sker auf. Er lebt seit zwei Jahren vegan und er\u00f6ffnete k\u00fcrzlich in Stuttgart ein veganes Fast-Food-Restaurant. Ein\u00a0Grund daf\u00fcr war\u00a0der wirtschaftliche Erfolg. Der Veganismus mache ihm aber auch Spa\u00df und sei ein gro\u00dfes Thema. \u201eVeganismus kann ich auch nach der Musik bis an mein Lebensende machen. Das beruhigt mich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas B\u00e4r L\u00e4sker hat sich als Macher pr\u00e4sentiert, der\u00a0fast alles schon einmal ausprobiert hat. Am Ende verschenkt er Ketchup in kleinen Glasbeh\u00e4ltern aus seinem Laden und lacht ein tiefes Lachen, das von einem st\u00fcrmischen\u00a0Leben zeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Titelbild: Paul Mehnert<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fotos im Artikel: Julia Klaus<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas B\u00e4r L\u00e4sker, 52, kann man getrost als Multitalent bezeichnen. Zu Gast bei Querfeldein erz\u00e4hlte er am Montag von seinem Aufstieg als Musikmanager, seiner Zeit &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":270,"featured_media":6952,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,62],"tags":[2342,2343,2344,11,248,2345,194,196,456,939,19,289],"class_list":["post-6948","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kultur","tag-andreas-baer-laesker","tag-die-fantastischen-vier","tag-dsds","tag-featured","tag-musik","tag-musikmanager","tag-querfeldein-2","tag-ribingurumu","tag-schwaben","tag-stuttgart","tag-tubingen","tag-veganismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/270"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6948"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6948\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}